Brand in Belgien „unter Kontrolle“ gebracht
Hunderte wegen des Brandes in Belgien in Sicherheit gebrachte Anrainerinnen und Anrainer durften am Sonntag aber noch nicht in ihre Häuser zurück. Gebäude seien bisher aber nicht beschädigt worden, teilte das Büro des Gouverneurs der Provinz Lüttich mit. Einsatzkräfte aus Deutschland und Luxemburg sowie die Armee und Landwirtinnen und Landwirte unterstützen 250 belgische Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten. Die EU entsandte nach einem Hilfegesuch Belgiens am Samstag drei Hubschrauber und zwei Löschflugzeuge. Laut dem flämischen Fernsehsender VRT zog der Rauch bis zu 80 Kilometer Richtung Westen. Der belgische Premierminister Bart De Wever bedankte sich unterdessen für den Einsatz der Einsatzkräfte. „Meine Gedanken sind bei allen Betroffenen“, schrieb er am Sonntag auf der Plattform X. Bei der Hohen Venn handelt es sich um ein Mosaik aus Torfflächen und Heideland, in dem schweres Gerät oft im Boden versinkt. Den Behörden ist es deshalb noch nicht gelungen, den Ausbruchsort zu erreichen, um Aufschluss über die Brandursache zu erhalten. Sicherheitsvorkehrungen in Nordrhein-Westfalen Kurzzeitig wurde erwartet, dass sich das Feuer auf Teile des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen ausbreiten könnte. Die Behörden der grenznahen Stadt Monschau gaben am Sonntag aber vorerst Entwarnung. Trotzdem wurden Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Teile der Bevölkerung mussten ihre Häuser wegen drohender Rauchbelastung verlassen. Monschau rief Anrainerinnen und Anrainer der Gebiete Plattevenn, Leyloch und Kalterherberg dazu auf, diese Bereiche zu verlassen. Entwarnung gab es auch im großen Waldbrandgebiet in der Eifel bei Hürtgenwald. „Die Löscharbeiten laufen noch, doch die Lage entspannt sich weiter“, erklärte der Kreis Düren. Nach der Evakuierung des Ortsteils Gey konnten die rund 1.800 betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner wieder in ihre Häuser zurückkehren. Griechenland: Tote bei Bränden auf Salamis Auch in Griechenland kämpfen Feuerwehrleute gegen mehrere Feuer: Am Sonntag brachen zwei Waldbrände auf der Insel Salamis aus. Dabei sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Nahe dem Strand Peristeria im Süden der Insel seien zwei Leichen geborgen worden, sagte ein Feuerwehrsprecher der Nachrichtenagentur AFP. Hunderte Urlauber und Einheimische mussten nach Feuerwehrangaben in Sicherheit gebracht werden, nachdem nahezu gleichzeitig zwei Brände in der Nähe beliebter Badestellen im Süden und Osten der Insel ausgebrochen waren. Bei einem Waldbrand auf der Ägäis-Insel Skyros war zuletzt etwas Entspannung abzusehen. Die Löscharbeiten gestalteten sich allerdings schwierig, weil starke, böige Winde über die Insel fegten. Der Rauch des Feuers war sogar am Himmel über der 110 Kilometer entfernten Hauptstadt Athen zu sehen. Italien: Evakuierungen in Region Friaul In der norditalienischen Provinz Udine spitzte sich die Lage unterdessen wegen eines Waldbrandes weiter zu: Die Behörden ordneten vorsorglich die Evakuierung des Ortsteils Pissebus der Gemeinde Tolmezzo an. Trotz des Einsatzes von Feuerwehr, Zivilschutz, Freiwilligen und Forstbehörden sowie von drei Hubschraubern und einem Löschflugzeug konnte der Brandherd bisher nicht zurückgedrängt werden. Die Flammen breiteten sich vom Monte Amariana rasch talwärts aus und näherten sich Wohnhäusern und Infrastruktur. In der Nacht auf Sonntag begannen erste Evakuierungen einzelner Häuser. In einer Sporthalle in Tolmezzo wurde eine Notunterkunft eingerichtet. In der Früh wurden die Löscharbeiten aus der Luft wieder aufgenommen. Auch slowenische Einsatzkräfte unterstützen die italienischen Teams. Es flogen wie schon am Vortag Löschflugzeuge den österreichischen Weißensee in Kärnten zur Wasseraufnahme an, um die Waldbrände nahe Tolmezzo und Illegio sowie bei Chiusaforte zu bekämpfen – mehr dazu in Rauchschwaden ziehen bis nach Kärnten (kaernten.ORF.at). Kroatien: Verdächtige wegen Brandstiftung festgenommen In Kroatien gelang es der Polizei unterdessen, vier Verdächtige wegen mutmaßlicher Brandstiftung festzunehmen. Sie würden verdächtigt, „Brände in der Region Zadar ausgelöst zu haben“, teilte die Polizei am Sonntag mit. In der Region im Zentrum der kroatischen Küste waren am Freitag und Samstag mehrere Brände in Olivenhainen und Kiefernwäldern ausgebrochen. Die vier Verdächtigen wurden nach Polizeiangaben rund 40 Kilometer entfernt von der Hafenstadt Zadar festgenommen, nachdem Anrainer ein „verdächtiges Verhalten“ angezeigt hatten. Das kroatische Strafrecht sieht zwischen sechs Monaten und fünf Jahren Haft für Brandstiftung vor, wenn das Feuer Menschen oder Besitztümer in Gefahr bringt. Die Polizei ermittelt noch, ob es auch in der Region Omis weiter im Süden Anzeichen für Brandstiftung gibt. Dort starb bei einem Brand in der Nacht auf Freitag ein Mensch, rund vierzig Menschen wurden verletzt.