Brandanschlag auf Synagoge in Wuppertal
Schock, Entsetzen, Anteilnahme. Das ist der Kern vieler Botschaften, die an diesem Abend an die Jüdische Kultusgemeinde in Wuppertal gerichtet sind. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, sagte, der Zeitpunkt des Anschlags sei nicht zufällig gewählt. In drei Tagen beginnt der höchste jüdische Feiertag Jom Kippur.
Viele Reaktionen auch aus der Lokalpolitik im Bergischen Land
Auch aus der Lokalpolitik kamen Reaktionen zum Anschlag auf die Wuppertaler Synagoge. Die Solinger CDU reagiert bestürzt. Noch am Mittwoch sei man bei der Jüdischen Kultusgemeinde zu Gast gewesen und habe einen „friedlichen, herzlichen Abend erlebt“. Die Solinger CDU verurteile den Brandanschlag aufs Schärfste und spreche der Gemeinde die uneingeschränkte Solidarität aus.
Am Abend versammelten sich viele Menschen am Tatort, darunter Vertreter vieler Parteien und Glaubensrichtungen zu einer spontanen Mahnwache. Solche Aktionen sind auch für morgen Vormittag im Wuppertaler Stadtteil Barmen geplant.
Erinnerung an früheren Brandanschlag auf Wuppertaler Synagoge
Einen ähnlichen Anschlag mit selbstgebauten Brandsätzen auf die Synagoge gab es schon vor zwölf Jahren. Auch damals waren die Schäden gering. Die Täter, drei junge Palästinenser, wurden unter anderem wegen versuchter schwerer Brandstiftung zu Haftstrafen verurteilt.
In der Lokalzeit Bergisches Land des WDR äußerte sich auch Ruth Yael Tutzinger. Sie ist Ehrenvorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde in Wuppertal. Die 95 Jahre alte Jüdin spürt auch einen erneut wachsenden Antisemitismus in der Stadt.
Synagoge wird rund um die Uhr bewacht
Nach ersten Ermittlungen hat der 37-jährige Verdächtige afghanischer Herkunft möglicherweise versucht, ein Feuer an einem Nebeneingang der Synagoge zu legen. Laut Polizei konnten Mitarbeiter der Synagoge das Feuer schnell löschen, der Sachschaden sei gering.
Die Synagoge wird praktisch rund um die Uhr von Polizeibeamten bewacht, möglicherweise konnte deshalb der Verdächtige schnell ausgemacht werden. Über seine Identität ist bisher nichts bekannt. Zu ihm will sich die Polizei erst äußern, wenn die Spurensicherung am Ort des Anschlags abgeschlossen ist.
Auch der Vorsitzende der Wuppertaler jüdischen Gemeinde bestätigte den Angriff auf die Synagoge im Stadtteil Barmen. Die Ermittlungen laufen. Der Verdächtige wird befragt.
Auch am Barmer Rathaus gibt es erhöhte Polizeipräsenz. Eine Sicherungsmaßnahme, die in Zusammenhang mit dem Anschlag stehe, heißt es von der Polizei.