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Brände bei Solaranlagen steigen um 133 Prozent - das sind die häufigsten Ursachen

Nation

Die Zahl der Brände im Zusammenhang mit Solaranlagen ist in Großbritannien deutlich gestiegen. Neue Daten des Versicherers QBE zeigen: Zwischen 2022 und 2025 nahm die Zahl der erfassten Brände wesentlich stärker zu als die Zahl der PV-Installationen. Besonders häufig spielen Kabel und Steckverbindungen eine Rolle. Auch Batteriespeicher rücken in den Fokus. Nach einer Untersuchung des internationalen Unternehmensversicherers QBE ist die Zahl der Brände mit Beteiligung von Solarmodulen zwischen 2022 und 2025 um 133 Prozent gestiegen. Die Zahl der installierten Solaranlagen erhöhte sich im gleichen Zeitraum lediglich um 52 Prozent. Grundlage der Untersuchung sind Informationsfreiheitsanfragen, die QBE 2026 an britische Feuerwehren gestellt hat. Im Jahr 2022 registrierten die britischen Feuerwehren demnach 91 Brände, an denen Solarmodule beteiligt waren. 2023 waren es bereits 131 und 2024 insgesamt 155 Fälle. Für 2025 weist die Erhebung 212 Brände aus. Damit hat sich die Zahl gegenüber 2022 mehr als verdoppelt. Gleichzeitig nahm die Zahl der PV-Installationen deutlich zu. Waren 2022 knapp 1,27 Millionen Anlagen installiert, waren es 2025 bereits rund 1,93 Millionen. Im März 2026 überschritt Großbritannien schließlich erstmals die Marke von zwei Millionen Solarinstallationen. QBE weist deshalb darauf hin, dass die Zahl der gemeldeten Brände schneller gewachsen ist als der Anlagenbestand. Interessant ist auch die Frage, an welchen Komponenten die Probleme auftreten. Laut QBE waren DC-Kabel und Steckverbindungen 2025 die am häufigsten genannte Ursache. Auf diesen Bereich entfielen 49 Brände. Im Vorjahr waren es noch 26 Fälle gewesen. Weitere Brände wurden den Solarmodulen selbst zugeordnet. Hier nennt QBE 36 Fälle. Bei Batteriespeichern waren es 23 und bei Wechselrichtern 19. Für Risikomanager Adrian Simmonds deutet insbesondere die Entwicklung bei Kabeln und Steckverbindungen auf die Bedeutung der Installationsqualität hin. Lose Anschlüsse, beschädigte Leitungen oder eine fehlerhafte Verkabelung könnten elektrische Fehler und Lichtbögen verursachen. Aus Sicht des Versicherers sind deshalb eine fachgerechte Installation und eine regelmäßige Wartung entscheidend. Besonders auffällig entwickelte sich die Zahl der Vorfälle auf Gewerbeimmobilien. Dort registrierten die Feuerwehren 2024 insgesamt 33 Brände mit Beteiligung einer Solaranlage. Ein Jahr später waren es 48 – ein Anstieg von rund 46 Prozent. Bei Industriegebäuden erhöhte sich die Zahl von sechs auf 14 Fälle. Die meisten erfassten Brände ereigneten sich allerdings weiterhin an Wohngebäuden. Dort stieg die Zahl von 87 Fällen im Jahr 2024 auf 102 im Jahr 2025. Bei Solarparks entwickelte sich die Zahl dagegen in die andere Richtung: Nach 16 gemeldeten Fällen 2024 waren es 2025 noch 14. Mit dem Ausbau der Photovoltaik werden auch Batteriespeicher immer häufiger eingesetzt. QBE macht deshalb zusätzlich auf die besonderen Risiken von Lithium-Ionen-Batterien aufmerksam. Bei beschädigten, überladenen oder überhitzten Batteriezellen kann es zum sogenannten Thermal Runaway kommen. Dabei erwärmt sich die Batterie durch chemische Prozesse zunehmend selbst. Die Reaktion kann sich auf weitere Zellen ausbreiten und einen schwer zu kontrollierenden Brand verursachen. Nach Angaben von QBE können solche Brände schneller verlaufen und erheblich schwieriger zu löschen sein als herkömmliche Brände. Eine weitere Untersuchung des Versicherers ergab, dass britische Feuerwehren 2025 durchschnittlich alle fünf Stunden zu einem Brand mit Lithium-Ionen-Batterien ausrückten. Der Standort eines Batteriespeichers spielt deshalb ebenfalls eine wichtige Rolle. Befindet sich dieser in einem engen oder schwer zugänglichen Bereich, kann das sowohl die regelmäßige Kontrolle als auch die Brandbekämpfung erschweren. Besonders relevant für Besitzer großer Dachanlagen ist eine weitere Entwicklung: Laut QBE ist die Zahl der Fälle gestiegen, bei denen sich ein Brand über die eigentliche Solaranlage hinaus ausbreitete. 2022 waren 33 solcher Fälle registriert worden. 2025 waren es bereits 88. Damit hat sich ihre Zahl innerhalb von drei Jahren nahezu verdreifacht. Gerade bei großen Dachflächen auf Gewerbe-, Industrie- oder landwirtschaftlich genutzten Gebäuden können deshalb neben der PV-Anlage auch die Beschaffenheit des Daches, die Zugänglichkeit und Möglichkeiten zur elektrischen Trennung der Anlage eine wichtige Rolle spielen. QBE empfiehlt Anlagenbetreibern vor allem, auf eine fachgerechte Installation und regelmäßige Kontrolle zu achten. PV-Anlagen sollten jährlich überprüft und bei Bedarf gereinigt werden. Besondere Aufmerksamkeit sollten Betreiber dabei der DC-Verkabelung und den Steckverbindungen schenken. Auch Einrichtungen zur Abschaltung der Anlage und zur Erkennung von Lichtbogenfehlern sollten ordnungsgemäß installiert und im Ernstfall zugänglich sein. Bei Batteriespeichern empfiehlt der Versicherer einen gut belüfteten und frei zugänglichen Installationsort. Nach Extremwetterereignissen wie Sturm, Hagel oder Überschwemmungen sollte außerdem geprüft werden, ob Schäden an der Anlage entstanden sind. Die britischen Zahlen bedeuten dabei nicht, dass Solaranlagen grundsätzlich ein hohes Brandrisiko darstellen. Sie zeigen jedoch, dass mit dem schnellen Ausbau der Photovoltaik Installationsqualität, Wartung und Brandschutz zunehmend an Bedeutung gewinnen – gerade dort, wo große PV-Anlagen auf betrieblich wichtigen Gebäuden installiert sind.

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