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Bräunliche Flecken am Schienbein: Wann Diabetes dahinterstecken kann

Allgemein

Diabetes kann sich nicht nur durch starken Durst oder häufiges Wasserlassen bemerkbar machen, sondern auch durch Veränderungen der Haut. Nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) haben etwa 30 bis 70 Prozent der Menschen mit Diabetes Hautbeschwerden oder Hauterkrankungen. Dafür kommen unter anderem Veränderungen der Immunabwehr und Entzündungsprozesse infrage.

1. Bräunliche Flecken an den Schienbeinen

Zu den häufigsten Hauterscheinungen bei Menschen mit Diabetes gehören laut DDG bräunliche, rundliche und narbenähnliche Flecken, die sich meist an den Schienbeinen zeigen. Sie sind den Experten zufolge oft das erste Anzeichen eines bislang nicht erkannten Diabetes, können aber auch an anderen Körperstellen auftreten. Mediziner sprechen von einer diabetischen Dermopathie.

Wer entsprechende Veränderungen bemerkt, sollte sie deshalb ärztlich abklären und gegebenenfalls den Blutzucker überprüfen lassen. Die Flecken können laut DGG mit der Zeit deutlich verblassen, wenn der Blutzucker gut eingestellt wird.

2. Hartnäckige Pilzinfektionen

Auch häufig wiederkehrende oder schwer behandelbare Pilzinfektionen können ein Warnzeichen für Diabetes sein. Häufig betroffen sind beispielsweise die Füße, Leisten, Achselhöhlen, Hautfalten unter der Brust sowie der Genital- und Analbereich. Eine mögliche Ursache ist, dass erhöhte Blutzuckerwerte und eine beeinträchtigte Immunabwehr Pilzinfektionen begünstigen können. Bei wiederkehrenden Pilzinfektionen kann es deshalb sinnvoll sein, auch den Blutzucker kontrollieren zu lassen.

3. Trockene Haut und starker Juckreiz

Viele Menschen mit Diabetes leiden unter trockener, schuppiger Haut. Sie kann spannen, einreißen und stark jucken. Häufig betroffen sind Arme, Schultern und Unterschenkel. Besondere Aufmerksamkeit verdient anhaltender, ausgeprägter Juckreiz, der sich durch übliche Behandlungen nicht bessert. Bei Menschen mit Diabetes kann dies auch ein Hinweis auf eine eingeschränkte Nierenfunktion sein. Die Nieren gehören zu den Organen, die durch einen langfristig erhöhten Blutzucker geschädigt werden können. Hartnäckiger Juckreiz sollte deshalb ärztlich abgeklärt werden.

4. Nagelpilz und kleine Verletzungen an den Füßen

Nagelpilz ist für Menschen mit Diabetes nicht nur ein kosmetisches Problem. Die Nägel können sich verdicken, verfärben, brüchig werden oder einreißen. Dadurch können Eintrittspforten für Bakterien entstehen. Besonders problematisch ist dies, wenn durch den Diabetes bereits Nerven oder Blutgefäße geschädigt sind. Dann werden kleine Verletzungen möglicherweise nicht rechtzeitig bemerkt oder heilen schlechter.

Menschen mit Diabetes sollten ihre Füße deshalb regelmäßig auf Hautveränderungen, Druckstellen, Blasen und Verletzungen kontrollieren. Nagelpilz und auffällige Wunden gehören in fachkundige Behandlung.

5. Starke Rötungen können auf eine Wundrose hinweisen

Eine mögliche Komplikation solcher kleinen Verletzungen ist die sogenannte Wundrose, medizinisch Erysipel. Dabei handelt es sich um eine bakterielle Infektion der Haut, die sich zum Beispiel über kleine Wunden an den Füßen entwickeln kann.

Typisch ist eine ausgeprägte Rötung, die sich rasch ausbreitet. Häufig kommen Fieber, Schüttelfrost und ein deutliches Krankheitsgefühl hinzu. Eine Wundrose muss rasch ärztlich behandelt werden, da sie schwer verlaufen und im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führen kann. Wer entsprechende Warnzeichen bemerkt, sollte deshalb umgehend ärztliche Hilfe suchen.

Hautpflege bei Diabetes: Darauf kommt es an

Menschen mit Diabetes können selbst einiges tun, um ihre Haut gesund zu halten. Die DDG empfiehlt insbesondere eine regelmäßige, feuchtigkeitsspendende Pflege.

Hilfreich können Pflegeprodukte mit Inhaltsstoffen wie Harnstoff (Urea), Glyzerin oder Panthenol sein. Außerdem ist es sinnvoll,

nicht zu heiß und nicht zu lange zu duschen oder zu baden,

die Haut anschließend vorsichtig und gründlich abzutrocknen,

trockene Haut regelmäßig einzucremen,

besonders auf die Haut an den Füßen zu achten und

Veränderungen oder schlecht heilende Wunden frühzeitig untersuchen zu lassen.

Wann sollte man bei Hautproblemen den Blutzucker prüfen lassen?

Nicht jeder Juckreiz, Hautfleck oder Pilzbefall bedeutet, dass ein Diabetes vorliegt. Solche Beschwerden können viele unterschiedliche Ursachen haben.

Treten jedoch wiederholt hartnäckige Pilzinfektionen, auffällige bräunliche Flecken an den Schienbeinen oder andere ungeklärte Hautveränderungen auf, kann eine ärztliche Untersuchung einschließlich einer Blutzuckerkontrolle sinnvoll sein.

Bei bereits bekanntem Diabetes können neue oder anhaltende Hautprobleme zudem Anlass sein, die Behandlung und mögliche Folgeerkrankungen überprüfen zu lassen.

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