Bredau rennt auf Platz 5 - Neugebauer führt im Zehnkampf
Die Spät-Session ab 19.30 Uhr hier im Livestream und im Live-Ticker. 400 m: Bredau rennt auf Rang fünf Mutig begonnen, eine Medaille auf der Stadionrunde lange Zeit in Reichweite - aber auf der Zielgeraden ging Jean-Paul Bredau ein wenig die Puste aus. Am Ende stand mit 44,93 Sekunden aber ein sehr respektabler 5. Platz auf der 400-Meter-Strecke zu Buche. Bredau anschließend am Sportschau-Mikro: "Ich konnte es genießen, hier im Finale zu laufen und habe gezeigt, dass auch ein Deutscher diese Strecke gut rennen kann." Die Goldmedaille durfte sich wie erwartet der Brite Matthew Hudson-Smith umhängen lassen, in 44,17 Sekunden hielt er dem enormen Druck in überragender Art und Weise stand. 23 Hundertstel nach ihm lief der Franzose Muhammad Abdallah Kounta auf Platz zwei, Bronze sicherte sich der Niederländer Jonas Phijffers mit Landesrekord von 44,41 Sekunden. Zehnkampf: Neugebauer bleibt vorn, Kaul holt auf Zehnkampf-Weltmeister und Goldanwärter Leo Neugebauer liegt nach dem ersten Tag im Zehnkampf vorn. Im Hochsprung wackelte er zwar bei 1,96 Metern, schaffte diese Höhe aber im dritten Versuch und legte anschließend noch 1,99 Meter nach - genau wie der nach wie vor super-stabile Youngster Amadeus Gräber. Noch drei Zentimeter höher trug es Niklas Kaul, der am späten Mittwochabend (12.08.2026) auch noch einen hervorragenden 400-Meter-Lauf nachlegte: "47,99 Sekunden sind die zweitbeste Zeit, die ich je gelaufen bin", feierte Kaul am Sportschau-Mikrofon seinen Lauf, mit dem er den Druck auf Neugebauer etwas erhöhte - Kauls stärkerer Tag ist traiditonell der zweite. Auch einen tollen 400-Meter-Lauf legte Youngster Gräber auf die Bahn, für ihn waren 48,31 Sekunden persönliche Bestleistung. Neugebauer ging anschließend seinen Lauf sehr mutig an, lag mit an der Spitze - und bezhalte das teuer. Auf der Zielgeraden brach er komplett ein, wurde auf den achten und letzten Platz durchgereicht: 48,81 Sekunden sind eigentlich nicht sein Level. "Es war eigentlich mein Plan, schnell loszulaufen", sagte der Gesamtführende hinterher. "Am Ende bin ich fast ins Ziel gestürzt." Neugebauer (4483) liegt nun nur noch 71 Punkte vor dem Niederländer Jeff Tesselaar. Kaul ist mit 4214 Zählern auf Platz sechs vorgelaufen, Gräber folgt auf Rang 13 (4150). 200 m: Alle drei Deutschen ausgeschieden Das Halbfinale über 200 Meter bei den Frauen fand am Mittwochabend mit dreifacher deutscher Beteiligung statt - aber in den Endlauf haben es Talea Prepens, Sophia Junk und Judith Bilepo Mokobe nicht geschafft. Junk war in 23,22 Sekunden als 13. die beste Deutsche, zwei Hundertsel und einen Platz dahinter landete die hochtalentierte Mokobe. Für Prepens stand am Ende mit 23,32 Sekunden Platz 17 zu Buche. 400 m Hürden: Zapletalova nicht zu bremsen Gold für die Slowakei: Emma Zapletalová hat sich über 400 Meter Hürden der Frauen in 52,91 Sekunden souverän den Titel gesichert. In persönlicher Bestzeit rannte hinter ihr die Britin Emily Newnham auf den Silberrang (53,33), Bronze ging an die Portugiesin Fatoumata Binta Diallo (53,55). 400 m Hürden: Agyekum und Fischer-Breiholz schnell und forsch Schon vor EM-Beginn galt Emil Agyekum als einer er deutschen Medaillen-Anwärter. Und in dieser Rolle scheint sich der 27-Jährige sehr wohlzufühlen: Sein Halbfinale gewann er ungefährdet in 48,17 Sekunden. Kurz vor dem Ziel konnte der deutsche Rekordler schon das Tempo rausnehmen. Im Finale am Freitag (14.08.2026, 21.40 Uhr, live im Ersten und bei sportschau.de) soll die Krönung in Form einer Medaille folgen. "Ich bin hier, um mir eine Medaille zu schnappen", gab Agyekum eine Kampfansage an die Konkurrenz ab. "Im Finale zeigen wir, was abgeht." Mit "wir" meinte Agyekum sich selbst und Owe Fischer-Breiholz, der in 48,23 Sekunden ins EM-Finale rannte. Favorit für den Titel ist der norwegische Lauf-Superstar Karsten Warholm. U23-Europameister Fischer-Breiholz sieht aber auch für seinen Teamkollegen Chancen auf Gold: "Wenn Emil am Freitag in die Gänge kommt, kann ihn niemand aufhalten." Und auch er selbst fühle sich gut und zähle zu den Anwärtern aufs Treppchen. "Ich bin gespannt, was am Freitag rauskommt." Diskuswurf: Craft spart Kräfte fürs Finale Shanice Craft peilt ihre vierte EM-Medaille an - und ist auf einem guten Weg. In der Qualifikation benötigte die 33-Jährige nur einen Versuch, um die fürs Finale geforderte Weite (62,50 m) sicher zu übertreffen. Ihr Diskus landete bei 63,46 m. "Alles lief nach Plan, jetzt kann ich mich entspannen", freute sich Craft über den Auftritt im Alexander Stadium. Kristin Pudenz musste dagegen lange zittern, bis ihr Platz im Finale sicher war. Mit 60,48 m in der Qualifikation blieb die 33-Jährige deutlich unter ihren Möglichkeiten. Nachdem die zweite Gruppe durch war, war am Ende klar: Als Gesamt-Achte reicht es für einen Platz im zwölfköpfigen Finalfeld am Freitag (14.08.2026, 21.30 Uhr, live im Ersten und bei sportschau.de). "Ich glaube, ich war einfach zu vorsichtig", suchte die Olympia-Zweite von 2021 im Sportschau-Interview nach einer Erklärung. Marike Steinacker, die zuletzt angeschlagen war, schied nach zwei ungültigen und einem Wurf auf 54,04 m aus. Für die Titel-Anwärterinnen Jorinde van Klinken (62,74) und Alida van Daalen (62,58) aus den Niederlanden war die Qualifikation kein Stolperstein. Die beste Weite erreichte Vanessa Kamga aus Schweden (64,65). 800 m: Halbfinale Endstation für Stepanov "Das ist ärgerlich, ich hatte mir mehr vorgestellt" - das sind die Worte des enttäuschten Alexander Stepanov nach seinem Halbfinal-Aus über 800 m. 1:45,46 Minuten und Platz fünf in seinem Lauf reichten dem 21-Jährigen nicht für einen Platz im Finale am Donnerstag (13.08.2026, 22.50 Uhr). "Ich habe alles versucht, aber hinten raus waren die Beine ein bisschen schwer." Der Ire Mark English knackte als Halbfinal-Schnellster in 1:43,49 Minuten einen von DDR-Läufer Olaf Beyer aufgestellten Uralt-Rekord bei Leichtathletik-Europameisterschaften. English war 35 Hundertstelsekunden schneller als Beyer 1978 bei seinem EM-Triumph in Prag.