Bredlow im BILD-Interview: „Gehe davon aus, dass ich im Tor stehen werde“
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Grassau – Nach dem Verletzungs-Aus von Dennis Seimen (20/fehlt mindestens bis Mitte September) geht der VfB mit Ersatztorhüter Fabian Bredlow (31) in die Saison. Im BILD-Interview spricht er über seine unverhoffte Rolle als Nummer eins auf Zeit. BILD: Das Trainingslager vom VfB neigt sich dem Ende entgegen. Wie waren die Tage am Chiemsee? Fabian Bredlow (31): „Das Training ist intensiv, aber alles im Rahmen. Ich habe nicht das Gefühl, dass wir zurück ins Hotel kriechen müssen. In der Vorbereitung ist es total wichtig, dass du dir die Körner für die Saison holst.“ BILD: Nach der Verletzung von Dennis Seimen wurde zuletzt viel über die Torhüter gesprochen. Der VfB sondiert aktuell den Markt. Wie denken Sie darüber? „Der Verein hatte mich darüber informiert, dass der Markt sondiert wird. Das war direkt nach der Verletzung von Dennis, ist also schon etwas her. Ich habe das Gefühl, dass ich die Rückendeckung und das Vertrauen vom Verein habe. Ich gehe davon aus, dass ich die ersten Spiele im Tor stehen werde. Da bin ich guter Dinge. Am Ende weiß man im Fußball nie genau, was passiert. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass im Hintergrund händeringend nach einer anderen Lösung gesucht wird.“ BILD: Das heißt, Sie nehmen die Torhüter-Suche vom VfB nicht als Misstrauensvotum gegen Ihre Person wahr? „Das Gefühl wurde mir vom Verein nie vermittelt. Das finde ich schön und wichtig. Es wurde nicht gesagt: Wir müssen auf jeden Fall etwas machen, weil du bekommst das nicht hin. Das gibt einem natürlich ein gutes Gefühl.“ BILD: Deniz Undav lobte Sie zuletzt als „beste Nummer zwei der Bundesliga“. Schön, oder? „Ja, das tut extrem gut und wünscht man sich von den Jungs. Die Position des zweiten Torwarts ist nicht leicht, weil sie besonders ist. Es kann sein, dass du wochenlang keine einzige Minute auf dem Platz stehst. Plötzlich fehlt der andere und du musst performen, möglichst so gut wie die Nummer eins. Diese Rückendeckung der Mannschaft habe ich mir über die letzten sieben Jahre beim VfB erarbeitet.“ BILD: Kandidaten wie Ørjan Nyland ( RB Leipzig ) oder Stefan Ortega (Piräus) stehen mittlerweile woanders unter Vertrag. Haben Sie das verfolgt? „Was das Thema angeht, war zuletzt medial viel los. Da ist es natürlich schwierig, das komplett auszublenden. Ich kann es aber auch nicht beeinflussen, außer durch meine eigenen Leistungen. Meine Aufgabe ist es, den Verantwortlichen ein gutes Gefühl zu geben. Der Rest liegt nicht in meiner Hand.“ BILD: Wie haben Sie den Moment erlebt, als Dennis sich im Training verletzt hat? „Im ersten Moment war gar nicht direkt zu erkennen, dass etwas Schlimmes passiert ist. Dennis hat mit einem langen Ausfallschritt versucht, an den Ball zu kommen. Erst hat er noch zwei, drei Pässe gespielt. Dann hat er aufgehört und ist reingegangen. Als er nach dem MRT die Diagnose bekommen hat, war er natürlich traurig und enttäuscht.“ BILD: Haben Sie mitgefühlt? „Total. Ich hatte sowas auch schon mal vor drei Jahren, als ich mich zu Beginn der Vorbereitung verletzt hatte. Damals habe ich tatsächlich geweint, weil ich wusste, die ganze Vorbereitung ist für mich gelaufen. Das ist eine Scheiß-Situation, vor allem für einen jungen Torhüter wie Dennis.“ BILD: Was trauen Sie ihm auf lange Sicht zu?