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Briefe zum Einbau neuer Stromzähler: Das raten Anbieter den Kunden

Technologie

Stand: 01.10.2026 19:44 Uhr

Das Unternehmen "Deutsche Messwesen" wirbt in Schleswig-Holstein offensiv für den Einbau von neuen Stromzählern. Stadtwerke und SH-Netz raten dazu, sich nicht unter Druck setzen zu lassen.

von Peer-Axel Kroeske

Die Schreiben landen deutschlandweit in den Briefkästen. Nach Informationen von NDR sind sie auch schon in Husum (Kreis Nordfriesland), Flensburg, Kiel und Ostholstein eingegangen. Sie suggerieren eine einmalige Chance: In der eigenen Straße würden beim Smart-Meter-Ausbau jetzt "Kräfte konzentriert". Deshalb sei der Einbau gerade kostenlos. Später seien 99 Euro fällig. Absender ist das Unternehmen Metrify, das unter der Marke "DMG Deutsche Messwesen" auftritt. Kurz darauf kommt ein weiteres Schreiben, das erneut auf die Frist hinweist.

Haushalte mit viel Verbrauch müssen Stromzähler wechseln

Verbraucher können das Schreiben aber problemlos ignorieren. Darauf weisen die Stadtwerke in Husum und Kiel sowie SH-Netz hin. Zum Hintergrund: Smart-Meter sind Pflicht für alle, die mit Wärmepumpe oder E-Auto viel Strom verbrauchen. Auch wer Energie mit einer Solaranlage auf dem Dach einspeist, ist betroffen. Details dazu hat die Verbraucherzentrale SH zusammengefasst.

Günstigere Stromtarife mit Smart-Metern

Netzbetreiber können den Anschluss z.B. für die Wärmepumpe dann vorübergehend drosseln, wenn das Stromnetz überlastet ist. Verbraucher erhalten die Kilowattstunde im Gegenzug günstiger. Sie können zudem stündlich variierende Tarife buchen und somit weiteres Geld sparen, wenn sie sich danach richten. Die Stromzähler der neuesten Generation übermitteln viertelstündlich den Stromverbrauch ins Internet. Das bietet auch die Chance, den eigenen Verbrauch am PC oder per Handy-App zu analysieren und mögliche Stromfresser besser zu identifizieren.

Das sollten Verbraucher beachten

Verbraucher müssen aber nicht selbst tätig werden. Die örtlichen Netzbetreiber kommen von selbst auf die Haushalte zu, die dazu verpflichtet sind. Alle anderen können Smart-Meter beantragen. Stadtwerke und SH-Netz rechnen dabei Gebühren für Smart-Meter ab, die gesetzlich gedeckelt sind. Auch auswärtige Anbieter dürfen sich am Wettbewerb beteiligen. Genau das macht die Firma, die jetzt die Briefe schickt. "DMG Deutsche Messwesen" liegt mit einer Jahresgebühr von 99 Euro knapp unter dem Höchstsatz für ein Smart-Meter mit Steuergerät bei einem Netzbetreiber.

Haushalte mit wenig Verbrauch zahlen eher drauf

Das Unternehmen argumentiert, die Beauftragung könne sich lohnen, wenn der örtliche Netzbetreiber zu lange Wartezeiten hat. Haushalte mit Standard-Verbrauch zahlen aber eher drauf. Wer freiwillig ein Smart-Meter installieren will und kein Steuergerät benötigt, zahlt nur maximal 50 Euro pro Jahr beim Netzbetreiber. Somit bewegt sich das Angebot zwar im rechtlichen Rahmen. Es ist für Verbraucher aber nur in speziellen Fällen von Vorteil.

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