Brutal effiziente Nürnberger schlagen auch Bielefeld
Mohamed Ali Zoma erzielte beim 4:1 (3:0) am Samstagabend die frühe Führung für den "Club" (11. Minute), Tim Janisch (22.) und Adam Markhiyev (38.) erhöhten noch vor der Pause, danach machte Markhiyev noch seinen Doppelpack perfekt (67.), Marius Wörl gelang der Ehrentreffer (76.).
Die Nürnberger bleiben durch den klaren Erfolg mit neun Punkten aus drei Spielen Tabellenführer der 2. Liga. Bielefeld hat nun nach der Auftaktniederlage gegen Karlsruhe und dem Aus im DFB-Pokal gegen Sonnenhof Großaspach auch das dritte Auswärts-Pflichtspiel der Saison verloren.
Nürnbergs erste Torschüsse sind beide direkt drin
Die erste Chance des Spiels war direkt auch gleichbedeutend mit dem ersten Treffer - und natürlich war es mal wieder Nürnbergs Sturmjuwel Zoma. Der Angreifer bekam nahe der Mittellinie von Finn Ole Becker die Kugel, machte sich auf den Weg und wurde bei seinem gesamten Lauf nur von Maximilian Bauer wirklich attackiert. Den ließ er aussteigen und erzielte überlegt das 1:0 (11.). Nürnbergs Sportvorstand Joti Chatzialexiou verkündete im Rahmen des Spiels bei "Sky", dass der umworbene Zoma in diesem Transferfenster nicht mehr wechseln werde.
Mit der Führung im Rücken kontrollierten die Franken die Partie nun und ließen die Gäste kaum einmal zur Entfaltung kommen. Im Gegenteil, der FCN legte nach: Gegen schlecht organisierte Arminen flankte Becker von der Grundlinie auf den langen Pfosten, wo Janisch im Umkreis von zehn Metern keinen Gegenspieler hatte, warten konnte bis der Ball aus der Luft vor ihm herunterkam, um ihn dann technisch versiert volley links unten im Eck unterzubringen. Die Arminen griffen die Gastgeber nun höher an und versuchten, sich in die Begegnung zu arbeiten. Doch stattdessen mussten die Bielefelder tief durchatmen - ein Zoma-Kopfball aus kurzer Distanz ging knapp am Tor vorbei (31.).
Markhiyevs Distanzschüsse besiegeln Bielefelds Pleite
Mitten rein ins Tor ging aber zum Leidwesen der Gäste ein sehr unglücklich und unhaltbar von Stefano Russo abgefälschter Distanzschuss zum 3:0 (38.) - Markhiyev war der Torschütze. Drei Mal hatte der FCN bis dato tatsächlich auf das Tor von Jonas Kersken geschossen - jedes Mal hatte der Schlussmann danach die Kugel aus dem Netz fischen müssen. Auf der anderen Seite prüfte Sam Schreck kurz vor dem Halbzeitpfiff noch Nürnbergs Keeper Jan Reichert, doch der parierte reaktionsschnell (39.) und war auch kurz darauf bei einer direkten Ecke stark zur Stelle (43.). Die Nürnberger Pausenführung ging definitiv in Ordnung, doch sie war etwas zu hoch. Trainer Miroslav Klose meinte nach dem Spiel: "Als 'Club'-Trainer hab ich so eine Effektivität noch nie erlebt."
Die Arminen kamen jedenfalls feurig aus der Pause. Harte Zweikämpfe, hohes Anlaufen und Schüsse aus allen Lagen - Oliver Kirch hatte seinem Team offenbar das offene Visier verordnet. Vor allem Monju Momuluh machte über seine rechte Seite ordentlich Alarm. Doch die Franken sorgten das ein oder andere Mal mit gefährlichen Kontern für Entlastung und überstanden die erste wütende Bielefelder Angriffswelle des zweiten Durchgangs. Damit schien die Begegnung dann nach einer guten Stunde entschieden - und als Markhiyev einen in die Mitte geklärten zweiten Ball am Strafraumrand humorlos zum 4:0 im Arminen-Tor unterbrachte, waren auch alle Zweifel beseitigt (67.).
Wörls Traumtor ist nur noch Ergebniskosmetik
Daran änderte auch Wörls Geniestreich zum 1:4 nichts, als er in der 76. Minute nahe der Mittellinie einen Pass im Nürnberger Aufbau abfing und die Kugel spektakulär über das halbe Feld ins Tor hob. "Die Niederlage ist sehr bitter, vor allem in der ersten Halbzeit hat es sich nicht so angefühlt, als wären wir drei Tore schlechter", fasste Bielefelds Bauer das Spiel zusammen. Sein Trainer Oliver Kirch sah das ähnlich und meinte: "Das fühlt sich in der Höhe sehr, sehr schlimm an."
Nürnberg ist am Samstagmittag bei Holstein Kiel zu Gast (13 Uhr). Bielefeld empfängt am Freitagabend den FC St. Pauli (18.30 Uhr).