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BSW Thüringen plant Sonderparteitag nach Streit mit Wagenknecht

Nation

Querelen

"Das ist sehr frustrierend" - BSW in Thüringen beruft Sonderparteitag ein

Stand: 18.08.2026 11:10 Uhr

Die parteiinternen Querelen beschäftigen das BSW in Thüringen weiterhin. Nach Forderungen von Sahra Wagenknecht, die Regierung zu verlassen, plant der Landesverband nun einen Sonderparteitag.

von MDR THÜRINGEN

Der Parteitag soll möglichst bald kommen.

Laut Katja Wolf arbeitet die Regierung geräuschlos.

Zwei Thüringer BSW-Abgeordnete gehen einen eigenen Weg.

Das Thüringer BSW will den angekündigten Sonderparteitag möglichst bald ansetzen. Das sagte BSW-Landesvorsitzende Katja Wolf dem MDR. Es werde jetzt mit Hochdruck daran gearbeitet, in den nächsten Wochen geeignete Räumlichkeiten zu finden.

Vertreter des Bundesvorstandes seien bei dem Sonderparteitag willkommen. Bis dahin wolle das Thüringer BSW seine Regierungsarbeit fortsetzen.

Regierung arbeitet laut Wolf geräuschlos

Wolf sagte, es gebe derzeit keine Regierungskrise in Thüringen - im Gegenteil, die Regierung aus BSW, CDU und SPD arbeite erfolgreich und geräuschlos. Und für diese Regierung gebe es im Thüringer BSW große Mehrheiten. Das habe sich am Montag bei den Abstimmungen in der Fraktion und im Landesvorstand gezeigt.

Unterschiedliche Haltungen in Landtagsfraktion

Was die BSW-Landtagsabgeordneten Anke Wirsing und Sven Küntzel angeht, müssten noch viele offene Fragen geklärt werden. Die beiden haben sich gegen einen Verbleib in der Regierung ausgesprochen. So sei unklar, ob sie Gesetzesvorhaben der Regierung noch unterstützen, ob sie in der Fraktion bleiben oder parteilos weiterarbeiten.

Küntzel selbst sagte dem MDR, er werde sein Abstimmungsverhalten vom jeweiligen Beratungsgegenstand abhängig machen. "Ich werde auf keinen Fall Björn Höcke zum Ministerpräsidenten wählen."

Dass Thüringen als Spielball benutzt wird, ist sehr frustrierend. Katja Wolf, BSW-Landesvorsitzende

Wolf kritisierte erneut das Verhalten des BSW-Bundesvorstandes um Sahra Wagenknecht und sprach von "versuchter Destabilisierung" (der Landesregierung) von außen. Es mache sie persönlich traurig, was da aus ihrer eigenen Partei komme, so Wolf. "Dass Thüringen als Spielball benutzt wird, ist sehr frustrierend“, sagte Wolf.

Wagenknecht fordert Bruch mit der Koalition

Wagenknecht ist für das Modell eines überparteilichen Regierungschefs, der auch unter Einbeziehung der AfD mit wechselnden Mehrheiten regieren könnte. Der Bundesvorstand des BSW hatte den thüringischen Landesverband aufgefordert, den CDU-Ministerpräsidenten Mario Voigt nicht länger zu stützen und die sogenannte Brombeer-Koalition zu verlassen.

AfD-Chef Björn Höcke hatte die Debatte befeuert, indem er Wagenknecht zuvor vorgeschlagen hatte, sie selbst könne in Thüringen als Ministerpräsidentin kandidieren.

Auslöser für die Debatte ist die Aberkennung von Voigts Doktortitel durch die TU Chemnitz. Gegen die Entscheidung will Voigt nach Angaben seines Anwalts klagen.

MDR (bme/dst)

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