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Buchkritik zu "Erstaunliches Universum"

Wissenschaft

Dieses großformatige Astronomiebuch für Kinder ab zehn Jahren kleckert nicht: Es bietet über ein Kilogramm spannender Fakten über das Universum in Wort und Bild, verpackt zwischen zwei auffällig gestalteten Buchdeckeln – ein echter Blickfang, der neugierig auf den Inhalt macht.

Und diese Neugier wird nicht enttäuscht – ganz im Gegenteil. Man merkt sofort: Hier sind Profis am Werk. Sophie Allan und Josh Barker sind seit vielen Jahren im Bereich Astronomie und Bildung tätig, wissen also aus Erfahrung, welche Themen rund um das Weltall Kinder und Jugendliche begeistern. Ebenfalls beeindruckend sind die Illustrationen von Tim Smart sowie das Layout der fast 90 Doppelseiten. Sie sind angenehm übersichtlich gestaltet und erinnern an ein Scrapbook: Kleine Büroklammern oder Klebestreifen platzieren Bilder locker dort, wo sie zwischen den Textblöcken und Illustrationen gebraucht werden. Die Textabschnitte selbst haben kindgerechte Längen, die Illustrationen sind sehr ansprechend, und die Bilder wurden ebenfalls perfekt ausgewählt – unter ihnen sind sogar hochaktuelle Aufnahmen, die das James-Webb-Weltraumteleskop gemacht hat.

Von Raumstationen und Weltraumverschmutzung

Wie viel das Weltall zu bieten hat, zeigt bereits der Blick ins Inhaltsverzeichnis: In 40 Kapiteln, die den Bereichen »Erde«, »Leben im Weltall«, »Das Sonnensystem«, »Astronomie« und »Die Tiefen des Weltalls« zugeordnet sind, lädt das Autorenteam zu einer abwechslungsreichen und kindgerechten Reise durch die Weiten des Universums ein. Die ersten Kapitel sind der Erde und dem Thema Raumfahrt gewidmet. Es geht um Raketen, die ersten tierischen Lebewesen im All und schließlich um die bemannte Raumfahrt. Wie es Menschen gelingt, sich über längere Zeit im Weltall aufzuhalten, zeigen die spannenden Kapitel über Raumstationen sowie geplante Basisstationen auf Mond und Mars. Auch aktuelle Herausforderungen greifen die Autoren auf; so widmen sie sich der Weltraumverschmutzung und erläutern, mit welchen Maßnahmen man ihr begegnet.

In den folgenden Kapiteln richtet sich der Blick auf die Himmelsobjekte und Phänomene im Universum, die wir heute auch mithilfe der Raumfahrt erforschen. Dabei geht die Reise nicht nur ganz klassisch zu den Planeten und Monden sowie den übrigen »Mitgliedern« unseres Sonnensystems wie Kometen und Asteroiden, sondern bis an dessen äußersten Rand – zur Oortschen Wolke. Weiter führt der Weg dann hinaus zu den Sternen, Sternsystemen und Sternbildern sowie zu zusätzlichen weltraumtouristischen Highlights wie Neutronensternen, Schwarzen Löchern und Exoplaneten.

Rätsel für den Forschernachwuchs

Besonders gelungen finde ich die zahlreichen vernetzenden Themen, wie etwa »Wetter im All«, »Blick in die Vergangenheit« oder »Lichtwellen«. Zu meinen Lieblingskapiteln gehört »Ungelöste Rätsel«. Hier – wie auch an einigen anderen Stellen im Buch – erfahren Kinder und Jugendliche, an welchen Fragen Astronominnen und Astronomen derzeit forschen und welche Geheimnisse des Universums bis heute noch ungelöst sind. Und wer weiß, vielleicht sind es gerade diese (noch) offenen Fragen, die Kinder dazu ermutigen, ihre eigenen Fragen zu stellen oder Hypothesen zu formulieren.

Ebenfalls erwähnenswert sind die vielen Bildunterschriften, in denen die jeweiligen Raumsonden oder Teleskope genannt werden, denen wir diese Aufnahmen verdanken. Sie gewähren ganz nebenbei einen Einblick in die vielen internationalen Missionen, mit denen wir heute unser Universum erforschen. Hier wird nochmals deutlich, wo Astronomie und Raumfahrt besonders eng miteinander verknüpft sind. Das Buch schließt mit einem Glossar, einem ausführlichen Register und den zahlreichen Bildnachweisen.

Kleine Fehler in einem insgesamt gelungenen Buch

Selbst Profis unterlaufen Fehler, und so habe ich auch bei der Lektüre dieses Buchs an einigen wenigen Stellen gestutzt. Einzelne Illustrationen sind fachlich nicht korrekt. So stimmen die Achsneigungen der Planetenbilder ausgerechnet in der Grafik nicht, in der sie miteinander verglichen werden. Auch trifft man auf einen in falscher Richtung um die Erde kreisenden Mond oder das unvollständige Sternbild des Großen Wagens, dem einer seiner sieben Sterne fehlt.

Im Text gibt es ebenfalls vereinzelt Ungenauigkeiten: So wird die Temperatur der Sonnenoberfläche mit der eines Backofens verglichen und dabei als Faktor »300« genannt – tatsächlich liegt der Faktor hier bei 11. Im Glossar wird der Begriff »Magnetfeld« erläutert als der Bereich um einen Planeten oder Mond, der ihn vom Sonnenwind abschirmt. Das beschreibt zwar die Wirkung des Magnetfeldes, nicht jedoch, was ein Magnetfeld eigentlich ist.

Unterm Strich ist dieses Werk aber ein rundum gelungenes Astronomiebuch für Kinder und Jugendliche. Es überzeugt durch seine hochwertige Gestaltung und das ausgewogene Zusammenspiel astronomischer und raumfahrtbezogener Inhalte. Als Kind hätte ich mir genau so ein Buch gewünscht.

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