Bundesbank: BIP wächst trotz Irankriegs im zweiten Quartal leicht
Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) hat nach Einschätzung der Bundesbank im zweiten Quartal trotz der Belastungen infolge des Irankriegs leicht zugelegt. »Trotz des Gegenwinds durch den Krieg im Nahen Osten dürfte das reale BIP im zweiten Quartal 2026 saisonbereinigt etwas zugelegt haben«, hieß es im Bundesbank-Monatsbericht vom Juli. Die Volkswirtinnen und Volkswirte rechnen demnach mit einem Plus von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Eine erste offizielle Schätzung zur Entwicklung des BIP im zweiten Quartal veröffentlicht das Statistische Bundesamt in den kommenden Tagen. Als Grund für das leichte Wachstum nannte die Bundesbank die Industriekonjunktur, die sich widerstandsfähig zeige. Die Unternehmen profitierten »von einer dynamischen Auslandsnachfrage und wachsenden Exporten«. Deutschlands Exporteuren könnte zudem zugutegekommen sein, dass internationale Wettbewerber stärker von Engpässen bei Vorprodukten betroffen gewesen seien. Daneben hielten die Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Konsumausgaben trotz der gestiegenen Energiepreise »wohl mindestens stabil«, schrieb die Bundesbank. Ein weiterer Grund seien zudem die Milliardeninvestitionen der Bundesregierung in Infrastruktur und Verteidigung. Bundesbank gibt keine Entwarnung bei der Inflation Die weitere konjunkturelle Entwicklung hängt nach Einschätzung von Ökonomen zu einem Großteil davon ab, wie sich der Konflikt zwischen den USA und dem Iran entwickelt. »Im dritten Quartal könnten – soweit die Situation im Nahen Osten sich nicht weiter zuspitzt – die kriegsbedingten Belastungen geringer ausfallen als im Durchschnitt des zweiten Quartals«, prognostizierte die Bundesbank. »Allerdings dürften sich dann auch die vorübergehend stützenden Faktoren aus dem zweiten Quartal umkehren oder entfallen. In der Summe könnte das BIP dann etwas schwächer zulegen.«