DAX +0,44 % 25.818,21 Pkt 18:00:00 MDAX +0,15 % 30.472,32 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -1,22 % 6.131,31 Pkt 18:00:00 Dow Jones -1,34 % 51.770,31 Pkt 21:47:53 S&P 500 -2,12 % 7.580,07 Pkt 21:47:43 Nasdaq -4,19 % 25.437,00 Pkt 22:15:59 Nikkei -2,12 % 63.290,11 Pkt 07:45:03 Gold -3,63 % 3.884,90 USD 21:59:59 Silber -5,86 % 49,14 USD 21:59:59 Brent -2,22 % 112,33 USD 21:59:57 WTI +0,93 % 102,95 USD 21:59:59 Bitcoin +0,04 % 77.229,46 USD 03:26:18 EUR/USD +0,09 % 1,11660 USD 22:29:43 EUR/GBP -0,44 % 0,83320 GBP 22:26:43 EUR/CHF -0,37 % 0,92020 CHF 22:28:43 EUR/JPY -0,14 % 175,816 JPY 22:28:43

Bundesliga / 2. Bundesliga / 3. Liga: „Kranke Welt“ - Kurvenschau

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Apropos Dresden: Die Elbstädter standen auch aus einem anderen Grund im Fokus. Am Samstagabend empfing die SGD zu Hause Hertha BSC – zum ersten Mal seit den heftigen Ausschreitungen beim Aufeinandertreffen der beiden Vereine im Frühling 2026. Der DFB hatte damals sowohl Dresden als auch Hertha Geldstrafen auferlegt und entschieden, dass die Gästeblöcke bei den Partien in dieser Saison nur zur Hälfte gefüllt sein dürfen. Zudem war die Personalisierung der Tickets verpflichtend. Das veranlasste die Harlekins (größte Ultragruppe der Berliner Ostkurve) dazu, das Auswärtsspiel in Dresden zu boykottieren, um gegen Kollektivstrafen zu protestieren. Zudem gab es den Aufruf an alle anderen blau-weißen Fangruppierungen, es ihnen gleichzutun. Deshalb sahen schlussendlich nur um die 600 BerlinerInnen den siebten Sieg im siebten Pflichtspiel der Herthaner.

Mehr als fragwürdig waren die Spruchbänder der Energie-Anhänger, die an die Gäste des FC St. Pauli gerichtet waren. Hintergrund der plumpen Vorwürfe ist die Aufarbeitung der Gruppierung Ultrà Sankt Pauli, die im August veröffentlicht hatte, dass es in den eigenen Reihen zu Fällen von sexualisierter, physischer und psychischer Gewalt gekommen ist. Als Reaktion auf diese Übergriffe sprach die Gruppe lebenslange Ausschlüsse gegen die betroffenen Mitglieder aus. Was nie Teil des Skandals war: Pädophilie. Auch die Anspielung darauf, dass die LGBTQ+-Community in irgendeiner Form eng mit Pädophilie verbandelt wäre, entbehrt jeglicher Grundlage und ist schlicht und ergreifend queerfeindlich.

Aller rechten Dinge sind drei. Auf diesem Banner fordern die Energie-Fans die Zerschlagung des Alerta-Netzwerks, einem Zusammenschluss antirassistischer und antifaschistischer Ultragruppen. Während bekannte rechte Gruppen die Choreo und die Spruchbänder der Lausitzer Fans feiern, distanzierte sich der eigene Verein auf Social Medie davon und sagte, man lehne „Formen von Diskriminierung, Rassismus und Gewalt konsequent ab". Auch einige Gruppierungen innerhalb der Cottbuser Fanszene sprachen sich bereits deutlich gegen die Statements der Kurve aus.

Distanzieren würden sich die Fans des FC Bayern wohl ganz gerne von ihren Ausweichtrikots. Jahr für Jahr gibt es die Diskussion wieder und Jahr für Jahr betont die Südkurve, dass sie gerne ausschließlich Trikots in der Farbkombination rot-weiß hätte. So auch am Freitag vor der Partie gegen den 1. FC Union.

Auf Schalke zielte die Kritik an diesem Wochenende nicht auf den DFB ab wie in Dresden oder Bremen. Sie richtete sich an die DFL. Die Fans der Knappen monierten, dass sie in dieser Bundesligasaison bisher noch kein einziges Mal samstags um 15:30 Uhr, sondern jeden Spieltag als Einzelpartie angesetzt wurden. Sie sind der Meinung, dass die DFL Schalke bewusst als Kassenschlager benutzt und fordern „DFL rück die Kohle raus", sie hätten also gerne einen größeren Anteil der TV-Gelder. In der TV-Gelder-Tabelle stehen die Königsblauen auf Platz 17.

Bei ihrem Auswärtsspiel in Hannover griffen die Bochumer ein Thema auf, das viele Fanszenen schon in der Vergangenheit beschäftigt hat: Die Forderungen der Innenministerkonferenz und der Bundesländer. Die wollen nämlich die Vereine künftig an den Kosten für Sicherheitsvorkehrungen bei Hochrisikospielen beteiligen. Das Problem dabei ist, dass die Fans und auch viele Vereine diese Sicherheitsvorkehrungen als überzogen ansehen und diese ablehnen. So fordern die Bochumer: „Fans und Vereine, wehren wir uns!"

Ähnlich wenig wie die Kieler vom neuen Polizeigesetz halten die Mannheimer von Gerd Stimm. Dieser war 27 Jahre lang szenekundiger Polizeibeamter, der unter anderem an Sicherheitskonzepten für Hochrisikospiele gearbeitet hat. Nun packte er im Podcast „Mensch Mannheim" aus und erklärte zum Beispiel, wie die Ultras Pyrotechnik ins Stadion schmuggeln und was die Polizei dahingehend besser machen könnte. Die Antwort der Mannheimer Fans ließ nicht lang auf sich warten.

Nicht ganz 27, aber immerhin insgesamt 21 Jahre als Spieler und Trainer war Eugen Polanski Teil von Borussia Mönchengladbach. Nach einem punktlosen Saisonstart und dem 0:5 gegen den SC Freiburg zog der Verein nun die Reißleine und entließ den 40-Jährigen. Trotzdem unterstrichen die Fans der Fohlen am Wochenende ihre Sympathien Polanski gegenüber und erklärten ihn zum ewigen Borussen.

Peter Hermann hinterließ bei weit mehr als einem Verein bleibende Spuren. Als Spieler absolvierte er zwischen 1976 und 1984 236 Partien für Bayer Leverkusen. Seine erfolgreichste Zeit sollte er aber als Co-Trainer haben. Er gewann 2012/13 mit den Bayern die Champions League, wurde außerdem dreimal Deutscher Meister und zweimal DFB-Pokalsieger. Hermann war ein gefragter Mann an der Seitenlinie. Er assistierte unter anderem Niko Kovac, Friedhelm Funkel, Christoph Daum, Michael Oenning, Rudi Völler, Michael Skibbe, Klaus Augenthaler, Jens Keller, Klaus Toppmöller, Erich Ribbeck, Berti Vogts und zuletzt Edin Terzic beim BVB. Die innigste Bindung und die meisten gemeinsamen Spiele als Trainerteam hatte er aber mit Jupp Heynckes. Bei Bayer Leverkusen und den Bayern saßen die beiden insgesamt 234 Mal zusammen auf der Bank. Am 19. September starb Hermann im Alter von 74 Jahren an den Folgen der Nervenkrankheit ALS. Heynckes bezeichnete ihn in einem Nachruf als „Bruder im Geiste". Die Fans der Leverkusener widmeten ihm eine Gedenkchoreografie, die sicherlich nicht die letzte für Hermann gewesen sein wird.

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