Bundesliga: Bayern lassen VfB Stuttgart keine Chance
Beim 5:1 (1:0) am Freitagabend (28.08.2026) in der Münchener Arena erzielte Dayot Upamecao in der 21. Minute das erste Tor der Spielzeit 2026/27. Josha Vagnoman gelang in der 52. Minute der Ausgleich, den Michael Olise (55.) direkt beantwortete. Für Vagnoman wurde es anschließend tragisch: Eben hatte er noch gejubelt, dann unterlief ihm ein bitteres Eigentor zur Entscheidung der Partie (58.). In der 84. Minute traf dann noch Aleksandar Pavlovic zum 4:1, ehe Luis Diaz in der Nachspielzeit (90.+2) den Treffer zum 5:1-Endstand nachlegte.
Die erste Großchance der Saison hatte allerdings der VfB gehabt. In der 12. Minute senkte sich eine Flanke von Hendriks an den zweiten Pfosten, Grischa Prömels Kopfball fälschte Min-jae Kim, der erneut den Vorzug vor Jonathan Tah bekommen hatte, vor die Füße von Tiago Tomás ab. Der Portugiese kam im Fallen und unter Gegnerdruck zum Abschluss - und beförderte die Kugel an den rechten Pfosten.
Vagnoman schläft, Upamecano nutzt das aus
Auch in der Folge überzeugte Stuttgart mit Mut, hohem Anlaufen und schnellem Umschaltspiel mit der klaren Zielsetzung, zügig in Abschlusssituationen zu kommen. Doch die Bayern der Vergangenheit sind offenbar auch wieder die Bayern der Gegenwart: Völlig unbeeindruckt von der starken Leistung des Gegners ziehen sie ihr Ding eiskalt durch. Nach einem Freistoß von Michasel Olise, der den Außenpfosten streifte (17.), führte die nächste zielgerichtete Aktion zum Premieren-Treffer der neuen Spielzeit. Eine scharf hereingeschlagene Ecke von Joshua Kimmich erwischte VfB-Verteidiger Josha Vagnoman auf dem falschen Fuß, er schaltete ab, während Upamecano den entscheidenden Schritt in Richtung Ball machte und ohne Gegenwehr einköpfen konnte.
Für den VfB war das ein Déja-Vu, auch in der vergangenen Spielzeit hatte er gegen den Rekordmeister mehrfach prima mitgespielt, zuletzt noch beim Pokalfinale im Mai. Aber von den vier Duellen gingen vier verloren - und dieses Unheil deutete sich nach dem Upamecano-Treffer ebenfalls wieder an. Fünf Minuten nach dem 1:0 hatte Luis Diaz die Riesenchance zum zweiten Treffer. Harry Kane, der vor der Partie zum Fußballer des Jahres ausgezeichnet wurde, schickte den Kolumbianer steil, doch frei vor dem Tor scheiterte er am überragend reagierenden Fabian Bredlow.
Storks verweigert Bayern einen Elfmeter
Stuttgart zeigte Wirkung, hatte aber nach einer halben Stunde durch den 25-Millionen-Euro-Zugang Dzenan Pejcinovic eine gute Gelegenheit, der Flachschuss des Ex-Wolfsburgers drehte sich aber am langen Pfosten vorbei. Danach ärgerten sich die Bayern, weil sie gerne einen Elfmeter bekommen hätten. Olise legte sich an der Strafraumgrenze den Ball an Maximilian Mittelstädt vorbei, der fuhr beide Arme aus und stoppte den Laufweg des Franzosen. Es war ein Klassiker: Außerhalb hätte Sören Storks mit Sicherheit Freistoß gepfiffen, für einen Elfmeter reichte es dem Schiedsrichter aber nicht - dabei gibt es regeltechnisch natürlich keine Unterscheidung zwischen Fouls außerhalb und innerhalb des Strafraums.
Insgesamt passte die Entscheidung aber zur wohltuend großzügigen und unaufgeregten Art von Storks, dieses Spiel zu leiten und ihm seinen Lauf zu lassen. Kurz danach hätten die Bayern trotzdem beinahe das 2:0 nachgelegt. Doch erneut zeigte Bredlow beim Klasse-Schuss von Nathaniel Brown, dass er weit mehr als nur der Vertreter des verletzten Paderborn-Neuzugangs Dennis Seimen sein kann.
Wilde Phase in der Münchener Arena
Im zweiten Durchgang begann Stuttgart wieder mutig - und wurde diesmal belohnt. Mittelstädt leitete über die linke Seite einen Angriff ein, Manuel Neuer konnte den Kopfball von Jeff Chabot noch parieren. Doch die Kugel landete bei Vagnoman, der aus zwölf Metern zum Volleyschuss ansetzte und dem Ex-Nationalkeeper keine Chance ließ. Doch der Treffer tat dem VfB nicht gut, es wurde wild in München.
Eine völlig verunglückte Klärungsaktion der Gäste wurde zum Bumerang, Kimmich fand mit seinem Pass in die Tiefe auf Olise die entscheidende Lücke. Der bei der WM eher enttäuschende Olise blieb vor dem Tor cool, diesmal hatte Bredlow keine Chance. Und die Bayern legten direkt nach: Kimmich leitete drei Minuten nach dem 2:1 den Angriff ein, Alphonso Davies brachte den Ball von rechts an den Fünfmeterraum, wo Vagnoman beim Klärungsversuch auf nassem Rasen ins Rutschen geriet und die Kugel komplett unbedrängt ins eigene Tor drosch.
Saibari bereitet noch zweimal genial vor
Wieder nur zwei Minuten später hätte Olise beinahe auch noch das 4:1 erzielt, doch sein Treffer nach Kane-Zuspiel wurde wegen einer minimalen Abseitsstellung vom VAR wieder einkassiert. Das Spiel war inzwischen deutlich auf die Seite der Bayern gekippt, doch der VfB hatte durch den eingewechselten Ermedin Demirovic auch nochmal zwei ordentliche Chancen. Am Ende geriet die Tabellenführung des Rekordmeisters aber nicht mehr in Gefahr, spätens mit dem 4:1 durch Pavlovic nach herausragender Vorarbeit von Joker Ismael Saibari war die Angelegenheit entschieden.
Luis Diaz mit einem Heber neben das leere Tor, nochmal Saibari und Olise hätten das Ergebnis am Ende auch noch in die Nähe des Auftaktsieges der Vorsaison (6:0 gegen Leipzig) schrauben können - es traf aber nur noch Luiz Diaz in der Nachspielzeit, nachdem ihm Saibari die Kugel klasse vorgelegt hatte. Stuttgart kann nun am kommenden Freitag (04.09.2026, 20:30 Uhr) gegen den 1. FC Köln Wiedergutmachung betreiben, die Bayern sind tag darauf um 18.30 Uhr bei Neuers Ex-Klub FC Schalke gefordert.