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Bundesliga: Transfers-Trend um Füllkrug nimmt kuriose Züge an

Sport

Zurück zur Ex

Ist das eine gute Idee?

Von Lukas Grybowski

27.08.2026 - 14:53 UhrLesedauer: 4 Min.

Das Transferfenster ist noch bis 1. September geöffnet, doch in einer Hinsicht ist die Bundesliga in diesem Sommer Trendsetter – im Positiven wie im Negativen.

Trennt sich ein Liebespaar und kommt doch wieder zusammen, ist von Außenstehenden häufig die Lebensweisheit zu hören, dass aufgewärmt nur Gulasch schmecke. Ist man selbst involviert, verändert die eigene rosarote Brille jedoch die Wahrnehmung. Es war doch alles toll. Die ersten Tage oder Monate fühlen sich wieder frisch verliebt an – bis der Alltag einsetzt.

Die Bundesliga ist in dieser Hinsicht wie das Leben. Viele Profis und Klubbosse spüren wieder dieses Kribbeln im Bauch. Frühlingsgefühle im Sommer. Zurück zum Ex-Klub.

Mehrere namhafte Spieler wie Niclas Füllkrug (Werder Bremen), Christopher Nkunku (RB Leipzig), Ellyes Skhiri (FC Köln), Kou Itakura (Borussia Mönchengladbach) und Yannik Engelhardt (SC Freiburg) sind seit dieser Transferperiode wieder bei ihrem Herzensverein. Zwar ist der Wechsel von Moussa Diaby zu Bayer Leverkusen bisher nicht offiziell, doch auch er reiht sich in die Liste ein.

Aber halten die Gefühle bis in den verregneten und kalten Herbst hinein? Oder hadern dann Spieler, Fans und Bosse mit dem eigenen fehlenden Mut, dass man nichts Neues gewagt hat? Zwei Personalien sind dafür exemplarisch.

Bekommt Füllkrug seine muskulären Probleme in den Griff?

Niclas Füllkrug soll die harmlose Bremer Offensive beleben. Zu schön sind die Erinnerungen an seine Zeit im Werder-Trikot in der Saison 2022/23, als er mit 16 Toren Torschützenkönig der Bundesliga wurde. Werder schnupperte an den internationalen Plätzen.

Bei seiner Rückkehr erzielte der 33-Jährige in der vergangenen Woche in der ersten Runde des DFB-Pokals in seinen 60 Minuten Spielzeit direkt ein Tor. Der Oberligist LSK Hansa war ein dankbarer Gegner für sein erstes Pflichtspieltor seit Januar 2026.

Nach seinem Abgang aus Bremen klappte es für Füllkrug mit dem Toreschießen auch in Dortmund noch sehr gut. Zudem verpasste er verletzungsbedingt nur eine Partie. Das änderte sich jedoch mit seinem Wechsel zu West Ham. Achillessehenreizung, Oberschenkelverletzung, Muskelbündelriss – 31 Pflichtspiele verpasste er. Das vergangene halbe Jahr verbrachte er leihweise beim AC Mailand. Die magere Bilanz: 3 Einsätze in der Startelf, 17 Einwechslungen und ein Tor. Aber immerhin fehlte er nicht mehr verletzt.

Mit einem gehobenen Fußballeralter von 33 Jahren wurde Füllkrug auch anfälliger für muskuläre Probleme. Bei Werder trifft er dabei auf ein arg vorbelastetes Umfeld. Die lange Verletztenliste war in der vergangenen Saison Dauerthema in Bremen. Gerade im Saisonendspurt häuften sich die Muskelverletzungen. Durch einen kleinen Kader war die Belastung für die (wieder) fitten Spieler sofort enorm. Das wird in Bremen auch in dieser Saison nicht anders sein.

Nkunku trifft nur auf drei bekannte Gesichter

Füllkrug wurde 2022/23 geteilter Torschützenkönig mit Christopher Nkunku. Der Franzose erlebte bei RB Leipzig die beste Zeit seiner Karriere. Er gewann mit den Sachsen zweimal hintereinander den DFB-Pokal und wurde in Deutschland als Fußballer des Jahres ausgezeichnet. In 172 Pflichtspielen kam er auf 126 Torbeteiligungen – der RB-Spielstil und Nkunku passten perfekt zusammen.

Und genau daran wird er gemessen. Nach dem Verkauf von Yan Diomande soll er wieder das Aushängeschild der RB-Offensive werden. "Er hat in Leipzig bereits gezeigt, welche außergewöhnliche Qualität er mitbringt und dass er Spiele entscheiden kann", wird Sportchef Marcel Schäfer in einer Vereinsmitteilung zitiert.

Zwar will der neue Leipzig-Trainer Martin Demichelis wieder mehr zum RB-Fußball von vor vier Jahren, aber das macht die Eingewöhnung kaum leichter. Aus seiner ersten Zeit in Leipzig sind nur noch drei Spieler übrig. Zudem fehlt dem Franzosen die komplette Vorbereitung mit der Mannschaft, um Laufwege und Gewohnheiten seiner Mitspieler kennenzulernen.

Dortmund-Rückkehrer als warnendes Beispiel

Grundsätzlich ist die Idee der Klubbosse nur allzu nachvollziehbar. Dadurch, dass die Spieler das Umfeld kennen, soll die Eingewöhnung schneller klappen. Doch anhand der Beispiele von Nkunku und Füllkrug ist zu erkennen, dass sich nicht nur die Spieler ändern, sondern auch Trainer und Spielidee. Leipzig und Bremen hatten seit den Abgängen ihrer Top-Stürmer vor drei Jahren jeweils drei verschiedene Trainer.

Dass die Rückkehr zur alten Liebe nicht immer eine gute Idee ist, perfektionierte in der Vergangenheit vor allem Borussia Dortmund. Oder konnten Mario Götze, Shinji Kagawa, Jadon Sancho oder Nuri Şahin bei ihrem zweiten Anlauf beim jeweiligen Klub auch nur annähernd an ihr Leistungsniveau anknüpfen? Auch Leipzig machte mit der glücklosen Rückkehr von Timo Werner im Sommer 2022 keine guten Erfahrungen.

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Immerhin: Das wirtschaftliche Risiko ist bei den meisten Rückholaktionen überschaubar. Leipzig verkaufte Nkunku für 50 Millionen Euro und soll laut Medienberichten nun lediglich eine Leihgebühr von drei bis vier Millionen Euro bezahlen. Bremen nahm beim Verkauf nach Dortmund vor einigen Jahren für Füllkrug 17,25 Millionen Euro ein, jetzt wird er günstig ausgeliehen. Zudem verzichtet er auf Gehalt.

Gladbach hatte im vergangenen Sommer 10,5 Millionen Euro für Itakura bekommen und holte ihn jetzt für 3,5 Millionen Euro zurück. Auch Leverkusen verkaufte Diaby für 55 Millionen an Aston Villa und soll nun für eine Rückkehr wohl 30 Millionen Euro an Al-Ittihad FC zahlen. Lediglich Köln musste Skhiri ablösefrei ziehen lassen und überwies im Sommer eine Ablösesumme von einer Million Euro an Eintracht Frankfurt.

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