Bundespräsident: Frei will Steinmeier-Nachfolge nicht auf Frauen beschränken
Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) will die Auswahl für die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nicht auf Frauen eingrenzen. »Aus meiner Sicht muss beides möglich sein«, sagte Frei dem Sender Welt-TV. Es spreche zwar »sicherlich einiges dafür, dass das Amt auch einmal von einer Frau ausgeführt wird«, dies sei aber nicht unumstößlich: »Wir sollten da offen rangehen.« Zugleich warnte Frei vor zu schnellen Festlegungen für Kandidierende und plädierte für eine Entscheidung im Herbst, nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Erst dann stehe die Zusammensetzung der Bundesversammlung fest, sodass man über Mehrheiten nicht mehr spekulieren brauche. Mit Blick auf Personaldebatten in der Union sagte Frei, dass die Parteivorsitzenden »miteinander sprechen« und »die Für und Wider gegeneinander abwägen« sollten. In »politisch turbulenten Zeiten« könne dem Bundespräsidenten oder der Bundespräsidentin womöglich eine noch wichtigere Rolle als »Stabilitätsanker unserer Gesellschaft« zukommen. Ilse Aigner und Hape Kerkeling im Gespräch Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck hatte Ende Juni der Welt am Sonntag gesagt, dass er eine Frau als Staatsoberhaupt für »absolut angezeigt« halte. Allerdings lehnte er es ab, die Debatte auf das Geschlecht zu reduzieren. Als mögliche Nachfolge für das Amt wird unter anderem Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner gehandelt, die von CSU-Chef Markus Söder vorgeschlagen wurde. In einer Petition haben bisher rund 140.000 Menschen den Komiker Hape Kerkeling vorgeschlagen.