Bundesweiter Warntag: Heute schrillen die Handys in ganz Deutschland
Nicht wundern
Darum schrillen heute alle Handys
Von t-online, jnm, sha
Aktualisiert am 10.09.2026 - 10:03 UhrLesedauer: 3 Min.
Einmal im Jahr heulen in ganz Deutschland die Sirenen, obwohl gar nichts passiert ist. Heute ist wieder Bundeswarntag – das steckt dahinter.
Sirenen heulen, Handys schrillen: Bund, Länder und Kommunen erproben heute ihre Warnsysteme. Ausgelöst wird die für 11 Uhr angekündigte Warnung vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn.
Bürgerinnen und Bürger sollen dann über das Cell-Broadcast-System auf ihren Mobiltelefonen eine Warnbotschaft erhalten. Verbreitet wird der Probealarm auch über Radio- und Fernsehsender und auf Stadtinformationstafeln.
Cell Broadcast schickt diesmal auch Entwarnung
Neu in diesem Jahr ist, dass erstmals auch die Entwarnung per Cell Broadcast kommt – und zwar um 11.45 Uhr. Damit die Entwarnung auch wirklich ankommt, empfiehlt das BBK, die niedrigste Warnstufe 3 zu aktivieren.
Beim Warntag vor zwei Jahren war erstmals eine neue Technologie getestet worden, die sich Automatic Safety Alert (ASA) nennt. Seitdem wird eine Probewarnung an ASA-fähige DAB+-Endgeräte gesendet. Seit 2025 sind in Deutschland die ersten ASA-zertifizierten Digitalradios im Handel erhältlich. Davor wurden Probewarnungen an Testgeräte aus der Vorserienproduktion verschickt.
Geräte wachen automatisch aus dem Standby auf
Ein entscheidender Vorteil dieses neuen Warnkanals, der zusätzlich etabliert werden soll, ist, dass er auch funktioniert, falls Mobilfunknetze und das Internet ausfallen. Wird eine Warnung verbreitet, wacht das Gerät automatisch aus dem Standby-Modus auf.
Den Auftakt macht die Probewarnung des BBK über das modulare Warnsystem. Mit ihm sind zahlreiche Warnsysteme verknüpft, etwa die Warn-App "Nina" oder auch die Handywarnung über das Handywarnsystem Cell Broadcast.
Gleichzeitig kümmern sich die teilnehmenden Bundesländer und Kommunen darum, die übrigen Warnmittel – etwa Sirenen – zu aktivieren. Um 11.45 Uhr sollen dann die Bürger eine weitere Nachricht zur Entwarnung bekommen.
So aktivieren oder deaktivieren Sie Cell Broadcast auf Ihrem Handy
Auf Apple-Geräten mit iOS 16.1 und neuer sind Cell-Broadcast-Warnungen standardmäßig aktiviert. Sie können dies unter Einstellungen > Mitteilungen im Bereich "Cell Broadcast Warnungen" (bitte ganz nach unten scrollen) für unterschiedliche Dringlichkeitsstufen einstellen oder alle Meldungen deaktivieren.
Hintergrund: Wie Cell Broadcast funktioniert, erfahren Sie in diesem Artikel.
Ist auch der Probealarm auf Ihrem Smartphone eingeschaltet? So finden Sie es heraus.
Hier sind zwar "Testwarnungen" oft deaktiviert – doch die Warnung am Warntag wird mit der höchsten Dringlichkeitsstufe als echte Warnung verschickt und ist deshalb von dieser Einstellung nicht betroffen.
Auf Android-Geräten finden Sie die Funktion ab Version 11 in den Einstellungen unter "Notfälle & Sicherheit" > "Warnmeldungen an Mobilgeräte".
Warnungen funktionieren mittlerweile recht effektiv
In den vergangenen Jahren erfolgte die Probewarnung des Warntags auf dieselbe Weise. Einer Auswertung des BBK zufolge erreichten die Warnungen damals 97 Prozent der vom BBK Befragten. Außerdem erfolgte die Warnung für die meisten der Befragten auch pünktlich um 11 Uhr.
Die Auswertung zeigt auch, über welche Kanäle die meisten Personen erreicht wurden: Knapp drei Viertel der Bevölkerung wurden beim Warntag 2025 über Cell Broadcast auf ihrem Handy gewarnt. Für acht Prozent war dies der einzige Warnkanal, über den sie die Probewarnmeldung erhielten.
Werde ich auch im Ausland alarmiert?
Unter Umständen: Wer sich mit seinem Handy mit deutschem Mobilfunkvertrag um 11 Uhr am Bundeswarntag im Ausland aufhält, sollte keine Nachricht bekommen. Warum? Der Alarm über Cell Broadcast wird standortbezogen über die Mobilfunkzellen ausgesendet.
Das heißt: Der Alarm am deutschen Bundeswarntag erreicht nur Handys, die zum Zeitpunkt der Warnung in entsprechenden Mobilfunkzellen in Deutschland eingebucht sind – unabhängig davon, welche SIM-Karte sie nutzen.
Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Handybesitzer aus dem Ausland, die sich während des Bundeswarntags in Deutschland aufhalten, die Warnung per Cell Broadcast bekommen.
Anders ist es bei Warnapps wie "Nina". Diese Anwendungen empfangen Warnungen auch im Ausland, sofern das Smartphone mit dem Internet verbunden ist. Nutzer können in der App bestimmte Orte in Deutschland wie Berlin oder München als Warnorte hinterlegen und erhalten dann entsprechende Meldungen, die für diese Orte gelten – unabhängig davon, wo sich der Nutzer gerade befindet.
Signalton kann Angehörige und Haustiere erschrecken
Da laute Warnsignale und Sirenen unvorbereitete Menschen überraschen und erschrecken können, empfiehlt das BBK: Angehörige auf den Warntag ansprechen – insbesondere ältere Menschen sowie Menschen mit Kriegserfahrung oder Fluchtgeschichten.
Das sind die Top-Fragen des Tages:
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Auch Haustiere könnten die lauten Signaltöne verschrecken. Am besten bringt man sie also kurz vor 11 Uhr in einen geschlossenen Raum mit genügend Abstand zum Handy.
Den bundesweiten Warntag gibt es seit 2020. Er findet immer am zweiten Donnerstag im September statt und soll dabei helfen, die Bevölkerung mit den Warnsystemen vertrauter zu machen sowie die Funktionsfähigkeit und das Zusammenspiel der verschiedenen Warnkanäle zu testen.
Verwendete Quellen
Eigene Recherche
bbk.bund.de: "Umfrageergebnisse Bundesweiter Warntag 2025"
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