Bundeswirtschaftsministerium: Grüner kritisiert Wirtschaftsministerin Katherina Reiche - „Sie hat das Haus runtergewirtschaftet“
Audioplayer wird geladen Anzeige Der energiepolitische Sprecher der Grünen im Deutschen Bundestag, Michael Kellner, hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) einen unnötigen Einsatz externer Berater vorgeworfen. „Sie hat gesagt, Beraterverträge wollen wir eindampfen. Jetzt werden sie ausgeweitet“, sagte der frühere Parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium im „Berlin Playbook Podcast“ der WELT-Partnerpublikation „Politico“. Die Begründung des Ministeriums, es fehle intern an Fachwissen, wies Kellner zurück. „Hier werden Beraterverträge für allgemeine Industriepolitik ausgeschrieben. Also da ist das Know-how nun wirklich im Ministerium vorhanden“, sagte er. Anzeige Lesen Sie auch Weltplus ArtikelStaatsverschuldung Zu seiner Zeit im Ministerium habe man externe Beratung nur bei außergewöhnlichen Aufgaben in Anspruch genommen – etwa beim Bau von LNG-Terminals oder der Verstaatlichung von Energieunternehmen. „Sachen, wo es zum Glück wenig Expertise gab, weil es früher keine Notwendigkeit gab.“ Kellner war von 2021 bis 2025 Parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium von Robert Habeck (Grüne). Kellner kritisierte außerdem den Umbau des Ministeriums unter Reiche. „Frau Reiche hat flächendeckend fähige Beamte rausgeschmissen, unabhängig vom Parteibuch“, sagte er. Sie habe „gewütet, hat die Leute kreuz und quer im Haus zwangsversetzt“ und so „das Haus ziemlich arbeitsunfähig runtergewirtschaftet“. Jetzt hole sie teure Berater ins Ministerium. „Obwohl es tolle, hochkompetente Beamtinnen und Beamte gibt.“ Anzeige Er kritisierte, Reiche habe stattdessen die Mittelstandsförderung ZIM gekürzt und zugleich millionenschwere Beratungsaufträge ausgeschrieben. „Lieber den Mittelstand unterstützen als die Beraterindustrie“, sagte Kellner. Lesen Sie auch Laut Recherchen von „Politico“ bezieht sich eine der Ausschreibungen für Berater auf die Reform des europäischen Emissionshandels. Für das Thema ist eigentlich das Umweltministerium von Carsten Schneider (SPD) verantwortlich. Kellner sagte dazu: „Man würde sich wünschen, dass die Ministerien miteinander und nicht gegeneinander arbeiten.“ Berater könnten zudem politische Konflikte innerhalb der Bundesregierung nicht lösen: „Wenn die Minister sich beharken, dann beharken die sich. Ich glaube nicht, dass da Beratung viel bringt.“ lfb