Bürgerentscheid: Heidelberg stimmt für Windräder auf Lammerskopf
Die Windräder auf der Heidelberger Höhenzug Lammerskopf können kommen: Darüber haben am Sonntag die Bürger aus Heidelberg abgestimmt. Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis des Bürgerentscheids stimmten 66,7 Prozent dafür, dass die Stadt den Windpark weiter auf der Waldfläche planen kann, 33,3 Prozent wollten das verhindern. Parallel Bürgerentscheid in Neckargemünd Insgesamt soll der geplante Windpark acht Windräder umfassen, sieben auf Heidelberger, eins auf Neckargemünder (Rhein-Neckar-Kreis) Seite. Auch hier fand ein Bürgerentscheid statt: 57,2 Prozent stimmten für den Bau der Anlage ab. Stadt Heidelberg kann Windpark weiter planen "Ich bin super happy, dass wir so ein eindeutiges Ergebnis haben", sagte der Heidelberger Oberbürgermeister Eckart Würzner dem SWR, nachdem er die Resultate im Rathaus bekanntgegeben hatte. Und auch im Rest des Sitzungsaals herrschte größtenteils eine euphorische Stimmung - wenige hatten mit einem so eindeutigen Ergebnis gerechnet. "Wir müssen doch an unsere Kinder und Enkel denken", sagte eine Zuschauerin, die den Entscheid gebannt verfolgt hatte, "da bringen uns diese doofen Fragen über die Optik nicht weiter." Widerstand wegen Naturschutz und Optik In den vergangenen Monaten hatte es lauten Widerstand gegen den Windpark gegeben. Im Zentrum der Kritik standen Bedenken wegen Arten- und Naturschutz im Waldgebiet Lammerskopf, so zum Beispiel vom Naturschutzbund oder der Gemeinderatsfraktion "Bunte Linke". "Warum genau hier?", sagte ein interessierter Bürger im Rathaus, seiner Ansicht nach hätte es andere geeignete Standorte gegeben. Aber auch um die Optik der Windräder wurde gerungen: Stadt und Bürgerinitiativen stritten sich um Visualisierungen der Windräder aus Sicht der Heidelberger Altstadt. Auch CDU und AfD hatten sich gegen das Vorhaben positioniert. OB Würzner hofft auf zeitnahe Umsetzung Klar ist nun: Die Stadt Heidelberg ist an das Ergebnis des Bürgerentscheids gebunden und muss jetzt das Planungsverfahren des Windparks fortführen. Denn mit einer Wahlbeteiligung von 40,1 Prozent wurde das nötige Quorum erreicht. Ob der Windpark jetzt tatsächlich kommt, ist noch nicht sicher. "Einige naturschutzrechtliche Prüfungen kommen jetzt erst noch im Detail", erklärte Würzner. Aber er gab sich optimistisch: "Ich bin froh, dass es eine gute Perspektive für erneuerbare Energien in Heidelberg gibt." Er hoffe, dass die Windräder "in drei, vier Jahren" kommen könnten. Ein Windrad soll tausende Haushalte versorgen Für die Stadt wäre der Bau der Windräder ein großer Schritt in Richtung Klimaneutralität. Die Projektgemeinschaft, die den Windpark plant, geht davon aus, dass mit einem Windrad 5.000 Haushalte pro Jahr versorgt werden können.