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BYD bringt massenhaft Hybridautos zum Dumpingpreis nach Deutschland

Wirtschaft

Autos von BYD fluten den deutschen Markt: In den vergangenen Monaten hat der chinesische Hersteller mehr Plug-in-Hybride in Deutschland verkauft als viele deutsche Autobauer. Im Mai lagen die Chinesen gemessen am Anteil aller neu zugelassenen Plug-in-Hybride in Deutschland sogar auf Platz eins, wie aus einer Analyse des Center Automotive Research in Bochum (CAR) hervorgeht.

Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer sprach in der CAR-Studie von einer »Exportlawine« chinesischer Autos, mit der das Unternehmen den Wettbewerb bei Plug-in-Hybriden in Deutschland verschärfe. »BYD übt dabei gleich doppelten Preisdruck aus. Einerseits durch niedrige Listenpreise und zum zweiten durch die höchsten Rabatte«, schrieb Dudenhöffer in der CAR-Studie weiter. »Nach unserer Einschätzung kann das als eine Art Export des Preiskriegs aus China interpretiert werden.«

Bei den 15 meistverkauften Plug-in-Hybriden wurden im August demzufolge im Schnitt knapp 20 Prozent Nachlass auf den Listenpreis gewährt. Bei den zwei BYD-Modellen im Ranking mussten Autokäufer aber noch weniger bezahlen: Die Rabatte betrugen 27,5 beziehungsweise 31,8 Prozent. Zum Vergleich: Im März betrugen die Durchschnittsrabatte auf Hybride noch 18,2 Prozent. Die Angaben beruhen unter anderem auf Recherchen des Instituts bei Internetvermittlern und Daten des Kraftfahrt-Bundesamts.

Die E-Auto-Prämie liegt in der Zuständigkeit des Bundesumweltministeriums. Dem Ministerium zufolge wurde von Anfang an geprüft, wie man »europäische Fahrzeuge bevorzugen« könne – dies sei jedoch rechtlich »noch nicht ohne Weiteres zulässig«. Minister Carsten Schneider (SPD) forderte Zölle auf chinesische Plug-in-Hybride. »Für rein batterieelektrische Autos gibt es schon Ausgleichszölle, für chinesische Plug-in-Hybride bislang nicht«, sagte er der »Rheinischen Post«. Bei der Elektromobilität wie bei der Batterieproduktion brauche man jedoch faire Wettbewerbsbedingungen, so Schneider. Chinesische Hersteller hätten allein schon wegen der massiven Unterbewertung der chinesischen Währung unfaire Vorteile.

Verkäufe in China eingebrochen

Dass BYD hierzulande derart aggressiv in den Markt geht, hängt laut Dudenhöffer auch mit der Tatsache zusammen, dass die Verkäufe in China selbst zuletzt eingebrochen sind. BYD setzte demnach im ersten Halbjahr in China rund 40 Prozent weniger ab als im Vorjahr. Gleichzeitig stiegen die Exporte um über 70 Prozent.

Ab April kam BYD in Deutschland nach Angaben der Experten jeden Monat auf mehr als zehn Prozent Marktanteil bei den Neuanmeldungen von Plug-in-Hybriden. Im Mai erzielte der Konzern bei den Zulassungen zwischenzeitlich sogar den ersten Platz – vor VW, Audi, BMW und Mercedes-Benz.

Fahrzeuge mit Plug-in-Hybrid haben sowohl einen Verbrennungs- als auch einen Elektromotor. Ausgerechnet diese Modelle »sollten als Brückentechnologie für die deutschen Autobauer gelten«, kommentierte Dudenhöffer. Ihre Strategie laute, starke Verbrennungsmotoren weiterzunutzen und elektrisch zu unterstützen. Doch BYD nehmen ihn nun »ihre Führungsrolle im Heimatmarkt weg«.

Dass Modelle aus China derart ungehindert den deutschen Markt erobern können, haben die deutschen Hersteller auch sich selbst zuzuschreiben, sagt die Ökonomin Helena Wisbert. Die deutsche Autoindustrie habe die Lage vor einigen Jahren dramatisch falsch eingeschätzt, sagte sie jüngst dem SPIEGEL. Das ganze Interview lesen Sie hier.

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