BYD zeigt Denza Z: Mit 1180 kW und Allradantrieb von 0 auf 100 in unter 2 s
close notice This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication. . Die BYD-Marke Denza stellt den batterieelektrischen Supersportwagen Denza Z vor. Das Fahrzeug soll mit drei Elektromotoren, einer Motorleistung von 1180 kW und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 1,96 Sekunden neue Maßstäbe im Segment setzen. BYD positioniert den Viersitzer als direkten Gegner etablierter Performance-Marken aus Europa und den USA. Weiterlesen nach der Anzeige Weltpremiere auf dem Goodwood Festival of Speed haben genau gesagt die Karosserieversionen Z Coupé und Z Racing, denn der Denza Z Spider war bereits auf der Messe Auto China zu sehen. Eine Nürburgring-Sonderedition soll im Herbst auf der Nordschleife „auf Rekordjagd“ gehen. Mit einer Länge von 4780 Millimetern sind die Z-Modelle die kompaktesten Denza-Modelle für den europäischen Markt. Das Antriebslayout basiert auf Denzas e3-Sportwagen-Plattform: Zwei Motoren an der Hinterachse und einer vorn treiben die vier Räder an. Die Höchstgeschwindigkeit liegt laut BYD bei rund 350 km/h. Die Fahrdynamik soll das magnetorheologisch adaptive Dämpfungssystem DiSus-M unterstützen, das die Dämpfung nahezu in Echtzeit anpassen können soll. Ungewöhnlich für die Klasse: Der Z bietet eine 2+2-Sitzanordnung und einen Kofferraum, mit denen Denza Alltagstauglichkeit auf Hypercar-Niveau verspricht. Die wohl ambitionierteste Angabe betrifft die Ladetechnologie. Denza verspricht, die Batterie des Z per Flash-Charging von 10 auf 97 Prozent in nur neun Minuten laden zu können. Das Versprechen hat allerdings erhebliche Einschränkungen: Es setzt BYDs eigene Flash-Charging-Infrastruktur mit bis zu 1500 kW Ladeleistung voraus, weit jenseits der in Europa üblichen CCS-Säulen mit 250 bis 350 kW. Zudem gelten die Werte unter moderaten Temperaturbedingungen; bei minus 30 Grad Celsius steigt die Ladezeit laut BYD-Tests auf rund zwölf Minuten für 20 bis 97 Prozent. Blade Battery 2.0 mit LFP-Zellchemie als technische Basis Im Denza Z verwendet BYS seine zweite Generation der sogenannten Blade Battery, die auf Lithium-Eisenphosphat-Zellchemie (LFP) basiert. Das ist im Performance-Segment ungewöhnlich, denn die meisten europäischen und amerikanischen Hochleistungs-Elektrofahrzeuge setzen auf Nickel-Mangan-Kobalt-Zellen (NMC) mit höherer Energiedichte. BYD begegnet dem Nachteil mit einer überarbeiteten Elektrodenstruktur: Senkrecht zur Elektrodenebene ausgerichtete Graphitpartikel sollen den Ionentransportwiderstand senken und eine schnellere Lithium-Einlagerung ermöglichen. Eine optimierte SEI-Schicht („Solid Electrolyte Interphase“, Produkt von Elektrolyt-Reduktionsreaktionen auf typischen Anodenaktivmaterialien wie Graphit oder Silizium) soll die Zellstabilität bei häufigem Schnellladen verbessern. Insgesamt gibt BYD eine um rund fünf Prozent höhere Energiedichte gegenüber der ersten Blade-Generation an. Rechnerisch ergibt sich bei einer geschätzten Kapazität im Bereich von 120 kWh (der verwandte Denza Z9 GT nutzt 122 kWh) eine durchschnittliche Ladeleistung von etwa 700 kW über die neun Minuten. Der tatsächliche Leistungsverlauf dürfte stark variieren: Die höchste Leistung zu Beginn, gefolgt von einem deutlichen Abschwung nahe der Volladung. In Europa demonstriert BYD das Flash-Charging bisher mit Off-Grid-Lösungen aus zwei 190-kWh-Batteriespeichern und einem 1,5-MW-Ladepunkt – eine Konfiguration, die das Stromnetz entlasten soll, aber noch weit von einer flächendeckenden Infrastruktur entfernt ist. Weiterlesen nach der Anzeige Europas Sportwagen im Blick Mit dem Denza Z adressiert BYD gezielt europäische Premium-Sportwagen, etwa den Porsche 911. Weitere direkte Wettbewerber sind der Porsche Taycan Turbo GT mit rund 320 kW DC-Ladeleistung und 2,3 s für den Standardsprint, das Tesla Model S Plaid mit rund 750 kW sowie der Lucid Air Sapphire mit über 920 kW. Auch gegen kommende batterieelektrische Modelle von Ferrari, wie den 772 kW leistenden Ferrari Luce und Lamborghini müsste sich der Denza Z behaupten. Beim Auftritt in Goodwood präsentiert BYD unter anderem den Yangwang U9 Xtreme mit einer Nürburgring-Rundenzeit von 6:59 Minuten als „schnellstes Serienfahrzeug der Welt“. Die Botschaft an Porsche, BMW M und Mercedes-AMG ist deutlich: Chinesische Hersteller greifen nicht mehr nur im Volumensegment an, sondern direkt bei Performance und Image. Ob die Ladeversprechen im europäischen Alltag einzulösen sind, bleibt abzuwarten. Ohne eine breite Flash-Charging-Infrastruktur mit Megawatt-Leistung dürften die 9-Minuten-Werte ein theoretisches Best-Case-Szenario bleiben. Preise und genaue Markteinführungstermine für Europa hat Denza noch nicht genannt.