Café "Einfach so" in Bad Oeynhausen ohne feste Preise
Samstagnachmittag, 15.00 Uhr: In der Bad Oeynhausener Fußgängerzone ist nicht viel los. Eigentlich so wie immer. Eine Ausnahme: das "Einfach so". Die Tische des Cafés sind gut besetzt. Bei selbst gebackenem Kuchen und Milchkaffee plaudern und lachen zahlreiche Gäste. In einer großen Kinderspielecke wird getobt, was das Zeug hält.
Im Spenden-Café in Bad Oeynhausen: Natalie und Marie finden vor allem die Spielecke toll
Bildquelle: WDR / Nicolai Heger
Café in Bad Oeynhausen ohne feste Preise
Malin Klamer steht hinter der Theke und brüht einen Kaffee auf. Die 24-Jährige ist die Tochter einer der beiden Café-Gründerinnen, die vor vier Jahren das "Einfach so" hier in Bad Oeynhausen eröffnet haben. Ein Café, das anders sein sollte als die anderen. Ein Café für alle, in dem jeder gibt, was er kann.
Vom Pop-up-Café zum festen Treffpunkt in der Fußgängerzone
Eigentlich war das "Einfach so" nur für drei Monate als Pop-up-Café geplant, erzählt Malin mit einem Strahlen im Gesicht. Das war vor vier Jahren. Mittlerweile ist das Café sogar schon einmal umgezogen. Seit einigen Monaten ist es jetzt hier, mitten in der Fußgängerzone.
Auch die Einrichtung im Café "Einfach so" in Bad Oeynhausen wird durch Spenden finanziert
Bildquelle: WDR / Nicolai Heger
Mehr als 20 Ehrenamtliche im Spenden-Café
Spenden statt Festpreise ist die eine Grundidee des Cafés. Die zweite ist das Ehrenamt: Alle arbeiten hier ehrenamtlich, also ohne Bezahlung. So wie Verena. Eigentlich arbeitet sie in der Metallindustrie. Seit drei Monaten hilft sie im Service. "Für andere da zu sein, gibt einem was zurück. Man wird mit einem Lächeln belohnt. Das ist einfach bereichernd", erzählt sie im Gespräch, lächelt.
Im Spenden-Café in Bad Oeynhausen ist man auch ohne Geld willkommen
Auf dem Tresen steht ein Glas für die Spenden. Da ist auch schon ordentlich was drin. Malin Klamer sagt dazu: Eigentlich gibt auch immer jeder etwas. Mal mehr, mal weniger. Es gehört aber eben auch zum Konzept, dass mal jemand nichts gibt. Wenn er es gerade nicht kann.
Für Malin Klamer ist das "Einfach so" ein ganz besonderer Ort geworden. Ein Ort, an dem Menschen zusammen kommen. Ein Ort, an dem es nicht wichtig ist, wie viel Geld du hast, sondern nur wer du bist. Ein Ort, an dem der Alltag für ein paar Stunden draußen bleibt.
Unsere Quellen:
Beobachtungen des Reporters vor Ort
Gespräche mit Gästen und ehrenamtlich Mitarbeitenden
Erstveröffentlichung des Artikels am 25.10.2026
Sendung: WDR.de, Dieses Café hat keine Preise, 25.10.2026, 05:02 Uhr