CDU-Debatte um Friedrich Merz: CDU-Landesvize in Mecklenburg-Vorpommern fordert Ablösung von Merz
Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt hat der stellvertretende CDU-Landesvorsitzende in Mecklenburg-Vorpommern, Tino Schomann, die Ablösung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gefordert. »Berlin trägt die Hauptverantwortung«, sagte Schomann im Norddeutschen Rundfunk (NDR) mit Blick auf das schlechte Wahlergebnis der CDU. In Mecklenburg-Vorpommern wird zeitgleich mit Berlin am Sonntag kommender Woche gewählt.
Der Vorsitzende des CDU-Landesverbandes, Daniel Peters, stellte sich dagegen hinter den Kanzler. »Die Koalition leidet vor allem an der SPD, die ständig Vereinbarungen hintertreibt«, sagte er der ZEIT. »Personaldebatten helfen uns nicht weiter. Sie sind kontraproduktiv.«
Schomann hofft auf Druck von der Basis
Schomann forderte dagegen einen anderen Charakter an der Spitze der Bundesregierung, »eine Persönlichkeit, die Empathie, Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit vermittelt«. Merz habe gezeigt, dass er dies nicht könne. Er sei »ungeeignet, um das Land auch zu einen und die Probleme im Land zu lösen«.
Er habe gehofft, dass die Bundesspitze nach dem Wahldebakel aufwachen würde. Das sei nicht passiert. Schomann sagte: »Da muss mehr Druck von der Basis kommen.« Mehrere CDU-Spitzenpolitiker hatten nach dem AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt eine Personaldebatte über Merz abgelehnt.
CDU Mecklenburg-Vorpommern in Umfragen bei acht bis zehn Prozent
Umfragen zufolge droht der CDU bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September ein historisch schlechtes Ergebnis. Meinungsforschungsinstitute sehen die Partei derzeit zwischen acht und zehn Prozent und damit so schwach wie noch nie in der Geschichte des Landes. Die AfD liegt demnach mit 35 Prozent vorn.