CDU-Fraktion plant Saal-Auszug bei Wahl von AfD-Kandidat Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten
Beschluss soll Klarheit schaffen
CDU-Fraktion soll bei Siegmund-Wahl den Plenarsaal verlassen
Stand: 12.10.2026 20:57 Uhr
Die CDU-Fraktion in Sachsen-Anhalt soll bei der Wahl des AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten geschlossen den Plenarsaal verlassen. Über einen entsprechenden Vorschlag will die Fraktion am Dienstag abstimmen. So sollen Spekulationen über mögliche Abweichler verhindert werden. Eine Unterstützung Siegmunds schließt die CDU weiterhin aus. Der AfD fehlen für seine Wahl derzeit drei Stimmen. Das BSW hatte eine Unterstützung zuletzt abgelehnt.
von MDR SACHSEN-ANHALT
Die CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt soll bei der Wahl des AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten geschlossen den Plenarsaal verlassen. Der Geschäftsführende Fraktionsvorstand hat einen entsprechenden Beschlussvorschlag vorgelegt. Fraktionschef Sven Schulze und der Parlamentarische Geschäftsführer Stefan Ruland teilten mit, dass die CDU-Fraktion am Dienstag darüber entscheiden werde.
CDU will mögliche Abweichler vermeiden
Hintergrund sind Spekulationen über das Abstimmungsverhalten einzelner CDU-Abgeordneter. Der neue AfD-Landtagspräsidenten Tobias Rausch hatte bei seiner Wahl vier Stimmen mehr erhalten als AfD und BSW zusammen im Landtag stellen. Woher die Stimmen kamen ist wegen der geheimen Wahl unbekannt. SPD, Linke und Grüne verdächtigten Abweichler in den Reihen der CDU. Auch aus Reihen der AfD gab es entsprechende Vermutungen. Die CDU selbst wies die Behauptungen zurück.
Mit dem Beschlussvorschlag des Fraktionsvorstands scheint die CDU eine ähnliche Situation bei der Wahl des Ministerpräsidenten vermeiden zu wollen. Nach Angaben von Schulze und Ruland haben die Vorwürfe gegen Mitglieder ihrer Fraktion inzwischen Grenzen überschritten. Eine Unterstützung für einen AfD-Kandidaten schließe die CDU weiterhin aus.
Der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will sich im Dezember im ersten Anlauf zum Ministerpräsidenten wählen lassen. Danach wolle er nicht mehr antreten. Dafür fehlen der AfD aktuell drei Stimmen. Das BSW hatte zuletzt angekündigt, sich höchstens zu enthalten.
MDR (Stephan Schulz, Dennis Blatt)