CDU: Kippt die Brandmauer in Sachsen
Startseite Politik Sachsen-Anhalt-CDU vor der Wahl: Abgeordnete drohen wegen AfD mit Brandmauer-Revolte Uns auf Google folgen Der CDU in Sachsen-Anhalt droht wegen der Brandmauer-Debatte die Spaltung. Laut einem Bericht könnte sich eine eigene Fraktion bilden. Magdeburg – Wie hält es die Union mit der AfD? In dieser Frage droht der CDU in Sachsen-Anhalt laut einem Bericht eine offene Spaltung – nur wenige Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Wie Recherchen von FOCUS online zeigen, steht ein dramatisches Szenario im Raum: Sollte die CDU nach der Wahl eine Regierung nur durch die Tolerierung der Linkspartei bilden können, drohen sechs bis zwölf CDU-Abgeordnete mit dem Austritt aus der Fraktion. Da Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) eine Koalition mit der AfD und den Linken ausschließt, hält er laut Medienberichten eine bloße Duldung durch die Linkspartei für denkbar. Dies stößt an der konservativen Basis auf erbitterten Widerstand. Die potenziellen Abtrünnigen könnten dem Bericht zufolge eine eigene Fraktion gründen, um der AfD projektbezogen zu einer sogenannten „Gestaltungsmehrheit“ zu verhelfen. CDU-Politiker vor Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Offene Revolte gegen die Brandmauer Das schließt laut FOCUS online im Extremfall sogar die theoretische Wahl des AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten ein. Während die CDU-Landesgeschäftsführung die Berichte als „reine Spekulation“ abtut, bleibt der Druck auf Schulze, der laut ZDFheute offiziell ohne AfD und Linke regieren will, immens. Prominente Stimmen der Landespartei machen bereits öffentlich Front gegen den Kurs der Führung. Der erste frei gewählte Ministerpräsident des Landes, Gerd Gies, warnte im Gespräch mit FOCUS online: Eine Tolerierung durch die Linke drohe die CDU im Osten zu zerreißen, da viele Mitglieder die Erfahrungen der DDR-Diktatur im Kopf hätten. Gies fordert Schulze stattdessen auf, eine Gestaltungsmehrheit mit der AfD zu suchen, da dort die größten inhaltlichen Schnittmengen lägen. Auch der CDU-Direktkandidat Lars-Jörn Zimmer kritisierte die Ausgrenzungspolitik scharf; sie treibe die Wähler erst recht zur AfD. Aktuelle Insa-Umfragen sehen die AfD bei 41 Prozent, während die CDU auf 23 Prozent und die Linke auf 13 Prozent kommt. Unions-Brandmauer zur AfD: Bundesweiter Sprengstoff für Friedrich Merz Der Konflikt in Magdeburg spiegelt die Zerreißprobe der gesamten Bundespartei im Wahljahr 2026 wider. Erst Anfang Juli forderte der Wirtschaftsflügel der CDU (MIT) im benachbarten Brandenburg die offizielle Aufhebung des Unvereinbarkeitsbeschlusses zur AfD. Dieser Antrag vom Landesvorstand konnte nur unter massivem Druck entschärft werden, sodass sich die MIT letztlich formal doch zur Abgrenzung bekannte. Für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der eisern an der „Brandmauer“ festhält, steht einiges auf dem Spiel. Während führende Bundespolitiker laut dem Deutschlandfunk unmissverständlich vor jeglicher Aufweichung warnen, nehmen die Fliehkräfte an der ostdeutschen Basis offenbar zu. Viele Konservative zeigen sich, wie Ex-Ministerpräsident Gies betont, enttäuscht vom Ausbleiben echter Reformen unter Merz. (Quellen: FOCUS online, ZDFheute, Deutschlandfunk, vorherige Berichterstattung) (frs)