DAX +0,44 % 25.818,21 Pkt 18:00:00 MDAX +0,15 % 30.472,32 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -1,22 % 6.131,31 Pkt 18:00:00 Dow Jones -1,34 % 51.770,31 Pkt 21:47:53 S&P 500 -2,12 % 7.580,07 Pkt 21:47:43 Nasdaq -4,19 % 25.437,00 Pkt 22:15:59 Nikkei -2,12 % 63.290,11 Pkt 07:45:03 Gold -3,29 % 3.898,90 USD 21:59:59 Silber -5,59 % 49,28 USD 21:59:59 Brent -1,26 % 113,43 USD 21:59:57 WTI +2,08 % 104,12 USD 21:59:59 Bitcoin +0,24 % 77.380,14 USD 22:41:31 EUR/USD +0,09 % 1,11660 USD 22:29:29 EUR/GBP -0,44 % 0,83320 GBP 22:27:29 EUR/CHF -0,32 % 0,92060 CHF 22:00:30 EUR/JPY -0,23 % 175,650 JPY 22:00:24

CDU rudert zurück

Unterhaltung

Startseite

Frankfurt

Kontroverses Konzert in Frankfurt: CDU rudert nach Rücksprache mit Veranstalter zurück

Von: Baha Kirlidokme

Uns auf Google folgen

Die CDU-Fraktion fordert nicht mehr die Absage des Konzerts des Sängers „Thompson“, der vielen als rechtsextrem gilt. Derweil melden sich Stimmen aus der kroatischen Community zu Wort.

Frankfurt – Nach der Kritik am geplanten Auftritt des kroatischen Sängers Marko Perković alias „Thompson“ am 13. November in der Jahrhunderthalle gibt es weitere Diskussionen. Nachdem die CDU im Römer vergangenen Freitag noch die Absage des Konzertes gefordert hatte, ruderte sie am Montag zurück. Die Fraktion habe Rücksprache mit dem Veranstalter gehalten. Dieser teilte laut einer Mitteilung der CDU-Fraktion der Stadtverordneten Anita Akmadza mit, dass die „in der öffentlichen Debatte beanstandeten Lieder aus der Kriegszeit der 1990er-Jahre nicht Bestandteil des Konzertprogramms sein werden“. Es solle keinen Raum für Missverständnisse der Einordnung geben.

„Auf Grundlage der derzeit vorliegenden Informationen sehe ich deshalb keinen tragfähigen Grund für eine Absage des Konzerts. Sollten etwaige konkrete Rechtsverstöße vorkommen, müssen der Veranstalter und die zuständigen Behörden selbstverständlich – wie bei allen anderen Veranstaltungen auch – konsequent handeln“, so Akmadza. Man stehe aber weiterhin entschieden gegen Faschismus, Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Extremismus.

Streit um Thompson-Auftritt in der Frankfurter Jahrhunderthalle

Zuerst hatte die Linkspartei im Römer die Absage gefordert. „Mit Faschismus macht man keine Geschäfte. Thompson steht seit Jahren wegen nationalistischer und faschistischer Symbolik bei seinen Auftritten in der Kritik“, teilten am Donnerstag der Stadtverordnete Benjamin Aličić und Fraktionsvorsitzende Daniela Mehler-Würzbach mit. „Sein Lied ‚Bojna Čavoglave‘ beginnt beispielsweise mit den Worten ‚Za dom spremni‘, dem Gruß der faschistischen Ustaša-Regierung“, so Aličić. Die Ustaša war im Zweiten Weltkrieg für die systematische Verfolgung und Ermordung von Serb:innen, Jüdinnen und Juden, Roma, Sinti sowie politischen Gegner:innen verantwortlich und kollaborierte mit dem NS-Regime. Auch in den Jugoslawienkriegen bezogen sich kroatische Nationalist:innen ausdrücklich auf die Ustaša.

Der Kroatische Weltkongress in Deutschland fordert derweil eine ganzheitliche Einordnung der Debatte. In einer Stellungnahme, die „weder eine pauschale Rechtfertigung des Künstlers noch eine Aufforderung zu unkritischer Berichterstattung“ sei, wird die Kontextualisierung von Thompsons Liedern betont. Für viele Kroat:innen seien sie mit Erinnerungen an Krieg, Flucht, gefallene Angehörige, zerstörte Heimatorte und die Entstehung des heutigen demokratischen Kroatiens verbunden. „Diese Bedeutung erklärt nicht jede Aussage und entzieht einen Künstler nicht der Kritik. Sie gehört aber zwingend zu einer vollständigen Einordnung“, heißt es in der Stellungnahme. Wer Thompsons Werk nahezu ausschließlich durch Ereignisse des Zweiten Weltkrieges betrachte, lasse den unmittelbaren Entstehungszusammenhang seiner musikalischen Laufbahn und die Erfahrungen eines Großteils seines Publikums außer Acht.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren