Ceferin stellt sich nach Infantino-Schlammschlacht zur Wahl
In den vergangenen Wochen positionierte sich UEFA-Boss Aleksander Ceferin als einer der schärfsten Kritiker von FIFA-Präsident Gianni Infantino. Immer wieder wurde über eine mögliche Gegenkandidatur des Slowenen spekuliert. Nun steht seine Entscheidung fest.
Aleksander Ceferin will im kommenden Jahr für eine vierte und letzte Amtszeit als Präsident der Europäischen Fußball-Union kandidieren. Wie der Verband am Donnerstag bestätigte, hat der 58-Jährige den Chefs der 55 UEFA-Mitgliedsverbände bei einem Treffen in Berlin mitgeteilt, dass er sich beim Kongress am 22. April 2027 in Astana/Kasachstan erneut zur Wahl stellen werde.
In den vergangenen Monaten hätten ihn die Verbände "einstimmig gebeten, seine ursprüngliche Entscheidung, nicht erneut zu kandidieren, zu überdenken. Ceferin ist diesem Wunsch nun nachgekommen", so die UEFA.
"Ich möchte den Nationalverbänden für ihr Vertrauen danken. Wir haben in den vergangenen Jahren außergewöhnliche Herausforderungen gemeistert - und zwar als geschlossenes Team", wurde Ceferin zitiert: "Es liegt noch wichtige Arbeit vor uns, weshalb ich ihrer Bitte entsprochen habe. Mein Ziel bleibt unverändert: den europäischen Fußball zu einen, unseren Sport zu stärken und die UEFA für die nächste Generation gut aufzustellen."
Der Deutsche Fußball-Bund unterstützte Ceferins Ankündigung "ausdrücklich. Gerade in diesen Zeiten ist es außerordentlich wichtig, dass wir eine starke Führungsperson an der Spitze der UEFA haben, die mutig ist, eine integere Persönlichkeit hat und auch unsere Interessen gegenüber der FIFA und anderen wirkungsvoll verfolgt", sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf.
Opposition berät: Wer tritt gegen Infantino an?
Ceferin führt im Machtkampf mit dem Weltverband und dessen Präsident Gianni Infantino die Opposition an, eine Kandidatur für das Präsidentenamt bei der FIFA schloss er unlängst aus. Beim Treffen der europäischen Verbände in Berlin wurde über das weitere Vorgehen inmitten der Krise im Weltfußball beraten.
Europa hat bislang noch keinen Gegenkandidaten für Infantino bei der Wahl im März 2027 im marokkanischen Rabat präsentieren können. Bis zum Ende des 18. Novembers hat die Opposition Zeit, offiziell einen Bewerber zu benennen.