Cerebras: Nvidia-Herausforderer spürt „unersättliche Nachfrage“ - Aktie dümpelt
Sunnyvale, München. Jean-Philippe Fricker ist mitten im Satz, als sich die Tür des Konferenzraums öffnet: Ein Kollege braucht den Raum, dringend. Fricker muss mehrfach ansetzen, bis der junge Mann endlich aufgibt. In der Zentrale von Cerebras im südlichen Silicon Valley ist Platz derzeit knapp. Büro-Nischen sind teils überbelegt, der Umzug bereits geplant. Die Firma wächst schneller, als sie mitunter liefern kann. Viele Interessenten, die auf das Unternehmen zukämen, seien „ein wenig frustriert“, sagt Fricker im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Wir können ihnen nicht das geben, was sie benötigen“, sagt er. „Alle brauchen mehr.“ Zu Cerebras’ bisherigen Partnern zählen etwa der KI-Pionier OpenAI und Amazons Cloud-Tochter AWS. Fricker ist einer von fünf Chipveteranen, die das Unternehmen 2016 gegründet haben. In der Branche genießt Cerebras wegen seines ungewöhnlichen Ansatzes bereits einen legendären Ruf: Die Firma baut den derzeit größten Chip der Welt. Bei den großen Tech-Konzernen sprechen Manager mit Anerkennung über den ambitionierten Ansatz. Seit einem Rekordbörsengang im Mai gilt Cerebras als einer der wenigen ernsthaften Herausforderer des Marktführers Nvidia.