DAX +1,49 % 25.993,38 Pkt 12:58:21 MDAX +0,83 % 32.485,17 Pkt 12:58:21 Euro Stoxx 50 +1,02 % 6.423,12 Pkt 12:58:15 Dow Jones +1,73 % 52.485,03 Pkt 23:22:18 S&P 500 +2,37 % 7.489,72 Pkt 23:22:12 Nasdaq +3,81 % 25.373,85 Pkt 23:15:59 Nikkei -0,94 % 63.754,90 Pkt 08:45:03 Gold -0,02 % 4.106,10 USD 13:03:11 Silber +0,57 % 58,12 USD 13:03:10 Brent -4,96 % 83,57 USD 13:02:55 WTI -6,09 % 79,51 USD 13:02:54 Bitcoin -1,50 % 62.526,76 USD 13:13:13 EUR/USD +0,05 % 1,15300 USD 13:12:57 EUR/GBP 0,00 % 0,85600 GBP 13:13:21 EUR/CHF +0,40 % 0,93240 CHF 13:13:21 EUR/JPY -2,07 % 180,752 JPY 13:13:22

Ceuta: Marokko macht Falschinformationen für Krise in Ceuta verantwortlich

Welt

Die marokkanische Regierung hat sich erstmals offiziell zur Ankunft Zehntausender Migranten in den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla geäußert und den Zwischenfall unter anderem mit Falschinformationen im Internet erklärt. Der Andrang der Migranten sei nicht organisiert gewesen, sondern spontan zustande gekommen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Er machte die Verbreitung falscher Informationen über Social Media, Aktivitäten von Schleusern und Falschinterpretationen eines spanischen Gerichtsurteils verantwortlich, das die Rückführung bestimmter Migranten begrenzt. Die Menschen hätten das Urteil eines spanischen Gerichts, das die sofortige Rückführung von auf See abgefangenen ​Migranten verbiete, falsch interpretiert, sagte der marokkanische Ministeriumssprecher. Die Erklärung deckt sich mit den Äußerungen des spanischen Außenministeriums zu dem Thema. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte ebenfalls die von einer »Schleusermafia« verbreiteten Gerüchte über angeblich geöffnete Grenzen als einen möglichen Grund für die Flucht Zehntausender Menschen aus Marokko genannt. Nach dem Vorfall waren Vermutungen kursiert, darunter in der New York Times, wonach die marokkanische Regierung den Andrang auf Ceuta bewusst ausgelöst oder geduldet haben könnte, um Spanien unter Druck zu setzen. Mehrere Migranten schilderten spanischen Medien zufolge unabhängig voneinander, dass sie nicht gestoppt, sondern zum Grenzübertritt ermuntert worden seien. Andere berichteten, sie seien durch Videos und Nachrichten auf Plattformen wie TikTok auf die angeblich offene Grenze aufmerksam geworden. Marokko bestätigt elf Tote, Spanien spricht von mindestens 72 Der Sprecher des marokkanischen Innenministeriums fügte am Sonntag hinzu, die Regierung in Rabat arbeite mit den spanischen Behörden zusammen und bleibe bei der Bekämpfung irregulärer Migration ein zuverlässiger Partner. Bei den Zahlen wichen die Angaben allerdings ab. Marokkos Behörden sprachen von rund 40.000 Menschen, die versucht hätten, Ceuta von Marokko aus übers Meer zu erreichen. 1.135 hätten sich auf gleichem Weg nach Melilla aufgemacht. Spanien hatte von mehr als 50.000 Migranten gesprochen. Die Regionalregierung von Ceuta sprach sogar von rund 60.000. Die Zahl der Menschen, die bei den Vorfällen starben, bezifferte Marokko auf elf. Die meisten von ihnen seien ertrunken. Spanien hatte die Zahl der Toten am Sonntag mit mindestens ​72 beziffert. Einige Migranten ‌ertranken den spanischen Behörden zufolge, und andere wurden erdrückt, ​als sie versuchten, eine Wellenbrecheranlage und den Grenzzaun zu überklettern. Marokko teilte mit, die Angaben über Tote auf der anderen Seite der Grenze noch zu prüfen. Die marokkanische Menschenrechtsorganisation AMDH spricht von »fast 130 Opfern« und zahlreichen Vermissten im Zuge der Geschehnisse in der spanischen Exklave. Die Aktivisten forderten eine unabhängige Untersuchung. Die EU-Innenminister werden sich am Dienstag in einer Dringlichkeitssitzung mit den »Entwicklungen in Ceuta« befassen, wie die irische EU-Ratspräsidentschaft ankündigte. Flucht aus wirtschaftlicher Not Viele der Flüchtenden waren aus wirtschaftlicher Not in die Exklaven Ceuta und Melilla aufgebrochen in der Hoffnung, dort ein Asylverfahren für das spanische Festland und damit die EU zu bekommen. Nahezu alle Menschen, die am Donnerstag ​nach Ceuta gelangten, sind nach spanischen Angaben wieder in Marokko. In der spanischen Nordafrika-Exklave leben normalerweise rund 84.000 Menschen. Die Stadt war mit der hohen Zahl an Migranten überfordert und hatte die spanische Regierung aufgefordert, den Notstand auszurufen. Ein spanisches Gericht hatte am 8. Juli entschieden, dass pauschale Pushbacks – also Migrantinnen und Migranten auf ihrer Reise abzufangen und direkt wieder in andere Länder abzuschieben – nicht zulässig sind, wenn die Menschen vor Ceuta und Melilla auf See aufgegriffen werden.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren