Ceuta: Minderjähriger Marokkaner reist unter Bus versteckt aufs spanische Festland
Ein minderjähriger Marokkaner ist versteckt unter dem Mannschaftsbus des spanischen Zweitliga-Fußballklubs Real Valladolid von der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta aufs spanische Festland gelangt. Wie es am Montag aus Vereinskreisen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP hieß, entdeckten Spieler den Jungen an der Hinterachse des Busses, nachdem sie während der Rückfahrt ungewöhnliche Geräusche gehört hatten.
Die Mannschaft aus der nordspanischen Großstadt Valladolid hatte nach einem 1:1 im Zweitligaspiel gegen das Team aus Ceuta in der Nacht zum Montag den Heimweg angetreten. Der Junge blieb den Angaben zufolge während der gesamten Fährüberfahrt über die Straße von Gibraltar und anschließend noch mehr als hundert Kilometer auf dem spanischen Festland unter dem Bus verborgen.
In den vergangenen Jahren hatten immer wieder Migranten versucht, sich unter oder in Fahrzeugen zu verstecken, die von Ceuta aus auf das spanische Festland unterwegs waren.
Ende Juli waren mehr als 70.000 Menschen aus Marokko zu Fuß oder schwimmend nach Ceuta gelangt. Die meisten kehrten kurz darauf zurück oder wurden zurückgebracht. Tausende Migranten halten sich aber weiterhin in der nur 18 Quadratkilometer großen Exklave auf und verbrachten die vergangenen anderthalb Monate unter schwierigen Bedingungen. Zuletzt hatte es bei einer Verlegung mehrerer Migranten in ein neues Aufnahmezentrum Tumulte gegeben.
Erst am Freitag hatte die Polizei rund 1700 Menschen, die an Stränden ausgeharrt hatten, in ein neu errichtetes Zeltlager gebracht. Auch danach blieben Tausende Migranten ohne feste Unterkunft / ohne festen Unterbringungsplatz, während Einwohner gegen die angespannte Lage protestieren.