Ceuta: ++ „Sie gehören zu den Schlimmsten überhaupt“ - Polizei alarmiert über verbliebene Migranten ++
Angesichts der nach Behördenangaben noch rund 2.000 in Ceuta verbliebenen Migranten zeigt sich die spanische Polizei laut einem Bericht der Zeitung La Razón „sehr besorgt“. Anonyme Sicherheitsquellen sagten dem Blatt, unter den bislang verbliebenen Personen befänden sich Kriminelle unterschiedlicher Art, darunter auch Personen aus islamistisch-dschihadistischen Kreisen. Einige würden als „sehr gefährlich“ eingestuft und gehörten zu „den Schlimmsten überhaupt“. Die Einschätzung beruhe auf Informationen der spanischen und marokkanischen Sicherheitsbehörden. Die Gefahr sei deswegen besonders hoch, weil diese Personen nicht lokalisiert werden könnten. In dem bergigen Gebiet von Ceuta könnten sie sich gut verstecken. Die Quellen fürchten mögliche Gewalttaten von Einzeltätern. Die Sicherheitskräfte führen dem Bericht zufolge derzeit Suchaktionen durch. Die Regierung von Ceuta hat sich besorgt über Aufrufe in sozialen Netzwerken zu einem möglichen neuen Massenansturm auf die Grenze geäußert. Regierungssprecher Alejandro Ramírez erklärte, man habe entsprechende Nachrichten aus marokkanischen TikTok- und WhatsApp-Gruppen an die zuständigen Sicherheitsbehörden weitergeleitet, wie die Zeitung „El Mundo“ berichtet. Nach Recherchen der Zeitung „El País“ wird in zahlreichen Facebook- und WhatsApp-Gruppen mit Hunderttausenden Mitgliedern über einen möglichen Grenzübertritt nach Ceuta am 15. August diskutiert. In den Chats kursieren Nachrichten wie „Wir sehen uns dort am 15. August“, Treffpunktangaben für die marokkanische Grenzstadt Fnideq sowie Aufrufe an Interessierte, speziellen Gruppen beizutreten. Einzelne Nutzer kündigen an, eigens aus anderen Landesteilen Marokkos anzureisen. „El País“ berichtet zudem von Gruppen, in denen über mögliche Routen, die Überwindung der Grenzanlagen und die Nutzung von Schlauchbooten diskutiert wird. Allerdings finden sich in denselben Gruppen auch zahlreiche skeptische Stimmen. Viele Nutzer warnen vor den Gefahren, verweisen auf die verstärkte Sicherung der Grenze und bezweifeln, dass ein Massendurchbruch noch möglich sei. Andere vermuten, die Gerüchte könnten auch dazu dienen, junge Marokkaner in die Grenzregion zu locken, wo Schleuser anschließend kostenpflichtige Überfahrten anbieten. Der Präsident der Autonomen Stadt Ceuta, Juan Jesús Vivas, geht davon aus, dass sich noch etwa 6.000 Migranten in dem Gebiet der Stadt aufhalten. Damit nannte der Politiker erneut höhere Zahlen als die Zentralregierung von Madrid, die von 2.000 noch verbliebenen Migranten ausgeht. Auch hinsichtlich der Gesamtzahl der Eingedrungenen widersprechen sich die Angaben: Innenminister Fernando Grande-Marlaska sprach von 72.000, Vivas hingegen von 80.000. Vivas kritisierte außerdem einen „erheblichen Mangel an Mitteln“ zur Bewältigung der Krise. Die Menschen irrten noch immer durch Ceuta, „ohne ausreichend versorgt zu werden“, erklärte Vivas in einem Interview mit dem spanischen Fernsehsender RTVE. Nach dem Massenansturm auf Ceuta will die EU die Außengrenzen noch stärker befestigen und Spanien finanziell unterstützen. Die EU-Innenminister drangen bei einer Krisen-Videokonferenz am Dienstag auf ein härteres Vorgehen gegen Schleusernetzwerke und eine konsequentere Rückführungspolitik. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach von einer „volatilen Migrationslage“. Die Außengrenzen müssten ausgebaut werden, „auch mit physischen Barrieren“. Die EU-Grenzpolizei Frontex müsse man stärken. EU-Migrationskommissar Magnus Brunner erklärte, die EU biete Spanien finanzielle Nothilfe an, um den Schutz der Außengrenze in Ceuta weiter zu befestigen. Der Ansturm sei auch durch Schleuser und Falschinformationen in den sozialen Medien ausgelöst worden. Mehrere spanische Regionen stellen sich gegen eine Verteilung unbegleiteter Minderjähriger aus Ceuta. Die Regionalregierungen von Aragón und von Castilla y León kündigten an, sich mit „allen rechtlichen, juristischen und politischen Mitteln“ gegen eine verpflichtende Aufnahme zu wehren. Die von PP und Vox regierte Region Castilla y León verweist dabei auf ihren Koalitionsvertrag, wonach sie sich jedem „Mechanismus zur Verteilung illegaler Migranten, sowohl Minderjähriger als auch Erwachsener“ widersetzen werde. Aus einem Bericht des spanischen Innenministeriums geht hervor, dass sich die Zahl der nach Ceuta gelangten Migranten im Jahr 2026 fast verdreifacht hat – und zwar schon bevor vergangene Woche zehntausende auf einmal kamen. Demnach erreichten vom 1. Januar bis zum 31. Juli 2026 insgesamt 3835 Personen Ceuta über Land und Wasser. Das entspreche einem Anstieg von 164,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, berichtet „El Mundo“. Insgesamt ging die Zahl irregulärer Einreisen nach Spanien allerdings um 15,7 Prozent zurück. 17.097 Menschen kamen demnach nach Spanien, 3174 weniger als im selben Zeitraum 2025. Die rechtspopulistische Partei Vox hat die sozialistisch geführte Regierung dafür kritisiert, 25 Millionen Euro zur Betreuung unbegleiteter Minderjähriger in Ceuta bereitzustellen. „Das Geld der Spanier den Spaniern!“, schrieb die Partei in einem Beitrag auf X, der als Reaktion auf einen entsprechenden Medienbericht verfasst wurde. Die Partei erklärte außerdem, Marokko habe die Migranten „in einem beispiellosen kriegerischen Akt“ geschickt und warf Premierminister Sánchez vor, die Grenzen nicht zu schützen. Die „falschen unbegleiteten Minderjährigen“ gehörten abgeschoben, die Kinder nach Hause zu ihren Eltern. Nach Angaben zweier Überlebender sind bis zu 17 Migranten bei dem Versuch ums Leben gekommen, mit einem Boot die Balearen zu erreichen. Die beiden Männer aus dem Maghreb seien gegen drei Uhr morgens knapp 25 Kilometer südwestlich von Mallorca aus dem Meer gerettet worden. Ihnen zufolge waren insgesamt 19 Menschen an Bord des Bootes, wie der staatliche TV-Sender RTVE, die Regionalzeitung „Diario de Mallorca“ und weitere Medien berichteten. Die Vertretung des spanischen Innenministeriums bestätigte die Berichte auf Anfrage. Die Überlebenden seien mit Anzeichen von Dehydrierung und Unterernährung ins Krankenhaus auf Mallorca gebracht worden. Demnach trieb das kleine Wasserfahrzeug 15 Tage lang manövrierunfähig auf dem Meer. Nach Angaben des Innenministeriums in Madrid erreichten dieses Jahr bereits rund 4.000 Migranten die Balearen auf dem Seeweg. EU-Migrationskommissar Magnus Brunner hat die von Spanien beschlossene Legalisierung hunderttausender Migranten als „kein gutes Signal für Europa“ kritisiert. Zugleich wies er einen Zusammenhang mit der jüngsten Migrationskrise in Ceuta zurück. „Wir sehen keinen direkten Zusammenhang zwischen Legalisierungen und den Vorfällen in Ceuta“, sagte Brunner nach einem Treffen der EU-Innenminister in Brüssel. Kritik an Spanien sei dort nicht geäußert worden. Brunner fügte hinzu, die Entscheidung zur Legalisierung sei eine souveräne Angelegenheit Spaniens. Zuvor hatte Italiens Außenminister Antonio Tajani die Legalisierung kritisiert. Der Generalsekretär des oppositionellen Partido Popular (PP), Miguel Tellado, hat den spanischen Premierminister Pedro Sánchez aufgefordert, zwei seiner Minister zu entlassen. Innenminister Fernando Grande-Marlaska und Verteidigungsministerin Margarita Robles seien „der Situation nicht gewachsen gewesen“, sagte der konservative Politiker einem Bericht der spanischen Zeitung ABC zufolge. Sie hätten nicht gehandelt, obwohl sie gewusst hätten, dass sich „eine Menschenlawine“ auf die Grenze in Ceuta zubewege. Tellado betonte, die Zentralregierung sei informiert gewesen, da Ceutas Stadtpräsident Juan Jesús Vivas bereits am Montag vor dem Ansturm gewarnt habe. Sánchez’ Kabinettschef habe ihm dabei lediglich gesagt, man solle sich keine Sorgen machen. Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska beziffert die offizielle Zahl der in Ceuta eingedrungenen Migranten auf 72.000. „Von diesen 72.000 sind 70.000 bereits zurückgekehrt“, sagte er bei einer Pressekonferenz nach der EU-Innenministerkonferenz. An der Rückführung der übrigen werde gearbeitet. Die Grenzübertritte seien außerdem „vollständig zum Erliegen gekommen“. Der Schengen-Raum sei „zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Weise gefährdet“ gewesen. Dies sei bei der Konferenz der Innenminister deutlich geworden. Bisher hatte die Zentralregierung von 50.000 bis 60.000 Personen gesprochen. Ceutas Stadtregierung hatte am Montag eine deutlich höhere Zahl genannt. Demnach waren seit Donnerstag 80.000 Migranten in die Exklave eingedrungen. Die EU-Staaten wollen nach ihrem Streit über die Migrationskrise in Ceuta künftig geschlossener auftreten und durch Frühwarnsysteme besser vorbereitet sein. Die Kommunikation in Krisenzeiten könne durch zeitnahe Koordinierung weiter gestärkt werden und sollte kohärenter sein, wie die Mitgliedsländer nach einer außerplanmäßigen Videokonferenz mitteilten. Um auf vergleichbare Situationen künftig besser vorbereitet zu sein, will die EU daher beliebte soziale Netzwerke aufmerksamer beobachten. In der Mitteilung nach der Sondersitzung hieß es, um künftig das gemeinsame Lagebild zu verbessern, könnten Frühwarnsysteme weiterentwickelt werden etwa durch die Überwachung sozialer Medien. Nach Angaben der örtlichen Behörden befinden sich noch „etwa Tausend“ unbegleitete Minderjährige in Ceuta. Das berichtet die spanische Zeitung „El Mundo“ unter Berufung auf einen Sprecher der Autonomen Stadt Ceuta. Die Nachrichtenagentur AP nannte die Zahl 860. Sie machen nun einen großen Teil der 3.000 bis 5.000 Migranten aus, die nach Schätzung der Regionalregierung der Abschiebung aus der Exklave entgangen sind. Unbegleitete Minderjährige können nach spanischem Recht nicht einfach abgeschoben werden. Die Behörden müssen sie zunächst erfassen, unterbringen und ihren individuellen Fall prüfen. Die Zentralregierung in Madrid erklärte, zusätzliche 25 Millionen Euro für die Betreuung der unbegleiteten Minderjährigen zur Verfügung zu stellen. Die Regierung von Ceuta ließ unter anderem zwei Schulen öffnen, um diese zur Unterbringung zu nutzen. Spanische Terrorfahnder haben unter den in der vergangenen Woche nach Ceuta gelangten Migranten nach Informationen der Zeitung „El Español“ „mindestens ein Dutzend“ Personen erkannt, gegen die früher wegen dschihadistischer Straftaten ermittelt worden war. Die Betroffenen seien in Spanien festgenommen, verurteilt und anschließend nach Marokko abgeschoben worden. Nun sollen sie erneut eingereist sein und könnten sich unter den schätzungsweise 5000 noch nicht zurückgeführten Migranten befinden, schreibt „El Español“. Polizei und Guardia Civil werteten Aufnahmen von Grenzkameras, Medien und sozialen Netzwerken aus. Die Ermittler rechneten dem Bericht zufolge damit, weitere Personen mit Verbindungen zur dschihadistischen Szene zu identifizieren. Der frühere stellvertretende Exekutivdirektor der EU-Grenzschutzbehörde Frontex, Gil Arias, wirft Marokko eine Beteiligung am Grenzübertritt Zehntausender Migranten nach Ceuta vor. „Das geschieht nicht einfach aufgrund einer passiven Haltung oder Unterlassung seitens Marokkos“, sagte Arias der Nachrichtenagentur AP. „Es gab eine Einladung oder es wurde dazu ermutigt.“ Daran habe er absolut keinen Zweifel. Die spanische Volkspartei PP will die Migrationskrise in Ceuta auch auf europäischer Ebene zum Thema machen und hat für die nächste Sitzung des Europaparlaments am 14. September eine Dringlichkeitsdebatte über die massenhafte Einreise beantragt. Das berichten spanische Zeitungen wie „El País“. In derselben Plenarwoche hält EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihre traditionelle Rede zur Lage der Union. Parallel dazu wandte sich die PP in einem Brief an sämtliche Europaabgeordnete und warf der Regierung von Pedro Sánchez Versagen vor. Obwohl Sánchez selbst von einer „Verletzung der territorialen Integrität Spaniens“ gesprochen habe, habe seine Regierung nicht mit der Entschlossenheit und Verhältnismäßigkeit reagiert, die eine Krise dieses Ausmaßes verlange. Italiens Außenminister Antonio Tajani kritisiert Spanien wegen der geplanten Legalisierung von 500.000 bislang irregulär im Land lebenden Ausländern. Madrid habe diese Entscheidung nicht mit den europäischen Partnern abgestimmt, sagte Tajani dem „Corriere della Sera“. Inzwischen sei sogar von einer Million Anträgen die Rede. Tajani warnte, die Betroffenen könnten sich nach einer Legalisierung frei im Schengen-Raum bewegen. „Wer hindert diese Menschen daran?“, fragte der Minister. Spaniens Premier Pedro Sánchez verabschiedete sich am Wochenende in einen mehrwöchigen Sommerurlaub auf Lanzarote. Von der Opposition hagelt es Kritik. Carmen Funez, Abgeordnete der oppositionellen Volkspartei PP, schrieb auf X: „Während Ceuta leidet, macht Sánchez Urlaub in La Mareta.“ Es gebe nichts Grausameres, als die Realität zu leugnen. „Zu behaupten, Ceuta lebe in Normalität, während wir alle sehen, was dort vor sich geht, ist eine Beleidigung für die Bewohner von Ceuta.“ Der CSU-Europapolitiker und Chef der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber (CSU), forderte Spaniens Regierung in der „Bild“ zu einer Kehrtwende in der Migrationspolitik auf. Weber sagte: „Spanien muss seinen Kurs ändern.“ Die breite Unterstützung des Protests gegen die Regierung von Premierminister Pedro Sánchez und dessen Alleingänge belegten, dass „die linke Sánchez-Regierung isoliert“ sei. Weber warf Sánchez Wahlkampf-Kalkül vor und sagte: „Ceuta zeigt uns auch, dass eine ungesteuerte Zuwanderung auch die Zahl der Todesopfer erhöht. Niemand hätte hier sterben müssen.“ Der CDU-Geheimdienstexperte Marc Henrichmann schließt einen hybriden Angriff auf die EU als Ursache für das Geschehen in Ceuta nicht aus. Es gebe mehrere mögliche Szenarien, sagte der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr) im Bundestag zur Beaufsichtigung der Geheimdienste dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstagsausgaben). Eine Möglichkeit sei ein hybrider Angriff auf die Europäische Union. „Eine Ursache könnten die Spannungen zwischen Spanien und Marokko sein, auf die Marokko jetzt wie bereits im Jahr 2021 durch den gesteuerten Ansturm reagiert hat“, sagte Henrichmann. „Es könnten ebenso gut Schleuserbanden verantwortlich sein.“ Und schließlich könnte zutreffen, was die Ukraine sage: „Dass Russland den Ansturm durch Social Media Bots initiiert hat, um die EU unter Druck zu setzen.“ Alle drei Varianten seien plausibel, sagte der CDU-Politiker. Aber die „Smoking Gun“ – also ein klares Beweismittel – fehle noch. Isabel Peralta, eine bekannte Führungsfigur der spanischen Neonazi-Szene, hat bei einer Demonstration vor der marokkanischen Botschaft in Madrid den Hitlergruß gezeigt. Das geht aus einem Video hervor, das die Gruppe, der sie angehört, selbst verbreitete und das mehrere Medien aufgriffen. Am selben Tag hat ein Berufungsgericht eine Verurteilung Peraltas aus dem April 2025 bestätigt. Damals war sie zu einer Geldstrafe und einem Jahr Haft verurteilt worden, weil sie bei einer Demonstration vor der marokkanischen Botschaft 2021 unter anderem „Tod dem Eindringling“ skandiert hatte. Die Richter sahen damit den Tatbestand der Anstiftung zu Diskriminierung und Hass erfüllt. Peralta machte auch in Deutschland Schlagzeilen. Sie wurde im März 2022 am Flughafen Frankfurt festgehalten und umgehend ausgewiesen, da sie eine NS-Flagge und ein Exemplar von Hitlers „Mein Kampf“ im Gepäck hatte. Sie hatte versucht, zu einer Veranstaltung der Neonazi-Partei Der III. Weg zu reisen. Im Januar 2023 verhängten die deutschen Behörden ein lebenslanges Einreiseverbot. Die spanische Regierung hat Vorwürfe zurückgewiesen, sie habe Warnungen des Geheimdienstes CNI vor einer Massenankunft ignoriert. Regierungssprecherin Elma Saiz erklärte: „Mit einem derart beispiellosen Ereignis hatte niemand gerechnet.“ Man habe keine Geheimdienstberichte erhalten, die vor einer Migrationskrise dieses Ausmaßes gewarnt hätten, hieß es. Der Präsident der Autonomen Stadt Ceuta, Juan Jesús Vivas, hat scharfe Kritik am Verhalten Marokkos geübt. „Marokko hat uns gezeigt, dass es nicht verlässlich ist. Deshalb bleibt keine andere Wahl, als die notwendigen Mittel einzusetzen, damit es so etwas nicht noch einmal tut“, erklärte der Politiker des konservativen Partido Popular im Interview mit der spanischen Zeitung „El País“. Hinsichtlich der Lage in der Stadt sagte Vivas: „Das war eine belagerte Stadt.“ Bewohner hätten sich in ihren Häusern verschanzt. In der Wahrnehmung der Bevölkerung sei dies „keine Migrationskrise, sondern im Kern ein Angriff, eine Verletzung der territorialen Integrität Spaniens“. Nach Schätzungen der Regionalregierung von Ceuta halten sich weiterhin zwischen 3000 und 5000 illegal eingereiste Migranten in der spanischen Exklave auf. Das berichtet „El Mundo“. Viele hätten eine angebotene Rückkehr in Bussen abgelehnt. Insgesamt könnten nach Berechnungen der Regierung seit Donnerstag rund 80.000 Menschen nach Ceuta gelangt sein. Das spanische Innenministerium geht dagegen von noch etwa 2500 Migranten ohne geregelten Aufenthaltsstatus aus. „Wir sind noch nicht zur Normalität zurückgekehrt“, sagt der Vertreter des spanischen Innenministeriums in Ceuta, Miguel Ángel Pérez Triano, gegenüber TVE. Das spanische Militär hat nach Angaben der Zeitung „El Mundo“ Hunderte Migranten aus mehreren Stadtteilen Ceutas zum Grenzübergang Tarajal gebracht. Allein in Benzú hätten Soldaten mehr als 50 Menschen aufgegriffen und mit Militärfahrzeugen zum Übergang transportiert, von wo aus sie zu Fuß nach Marokko zurückkehren sollten. Weitere mehr als 200 Migranten, viele von ihnen aus Staaten südlich der Sahara, würden von Militär und Nationalpolizei am Strand von Trampolín festgehalten. Damit solle verhindert werden, dass sie in andere Stadtviertel oder zum überfüllten Aufnahmezentrum CETI gelangten. Die für 512 Menschen ausgelegte Einrichtung beherberge inzwischen mehr als 1000 Bewohner. Nach dem Massenandrang von vorrangig jungen Männern auf die spanische Exklave Ceuta dringt die Bundesregierung auf Konsequenzen. „Es geht natürlich darum, darüber zu sprechen, dass sich solche Dinge nicht wiederholen“, sagte Vizeregierungssprecher Sebastian Hille in Berlin mit Blick auf Beratungen der EU-Innenminister am Dienstag. Der Vorfall habe gezeigt, „wie volatil die Lage beim Thema Migration ist“. In sozialen Netzwerken verbreiten sich Videoaufnahmen, die Gruppen von Migranten in Ceuta zeigen sollen, die „Allahu akbar“ rufen. Die britische „Daily Mail“ berichtet, eine größere Gruppe sei durch die Straßen der spanischen Exklave gezogen und dabei mit der Polizei aneinandergeraten. Die Menschenmenge habe einen verletzten Marokkaner getragen, der Mann soll von der Polizei verletzt worden sein. „Die normale Kapazität, die uns das Ministerium zuweist, liegt bei 29. Wir sprechen also von einer Überbelegung von fast 3000 Prozent. Genau genommen: 2872 Prozent“, sagte Gaitán dem Radiosender Cadena SER. Das Interview verbreitete die Nachrichtenagentur Europa Press.