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Chamenei-Trauerfeier: Iran erwartet Millionen Trauernde

Welt

Startseite Politik Millionen Trauernde erwartet: Iran verabschiedet sich von Chamenei – Teheran droht seinen Feinden Von: Felix Busjaeger Uns auf Google folgen Der Iran trauert: Über mehrere Tage wird dem getöteten Obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei gedacht. Die Trauerfeiern ziehen sich über mehrere Tage. Teheran – Die Revolutionsgarden im Iran haben kurz vor Beginn der Trauerfeierlichkeiten für den getöteten Obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei eine scharfe Warnung an die Feinde des Landes gerichtet. „Jede Fehlkalkulation wird mit einer entschlossenen und noch härteren Antwort als je zuvor beantwortet werden. Einer Antwort, die für immer in ihrer Geschichte der Schande verzeichnet bleiben wird“, hieß es in einer Erklärung der Revolutionsgarden, die iranische Medien verbreiteten. Die Botschaft fällt in eine Phase, in der eine brüchige Waffenruhe gilt und Washington und Teheran über ein dauerhaftes Abkommen zur Beendigung des Iran-Krieges verhandeln. Ab diesem Samstag beginnen in Teheran die offiziellen Trauerfeierlichkeiten für Chamenei, der am 28. Februar durch einen Luftangriff auf seinen Amtssitz gezielt getötet worden war – am ersten Tag des von den USA und Israel begonnenen Iran-Krieges. Der Oberste Führer im Iran hatte fast 37 Jahre lang an der Spitze des klerikalen Systems gestanden. Der Tod Chameneis bildete den Auftakt für wochenlange Kämpfe im Iran-Krieg. Durch die Blockaden in der Straße von Hormus waren die Auswirkungen des Konflikts weltweit spürbar. Inzwischen konnten sich Vertreter aus den USA und dem Iran auf eine Waffenruhe verständigen. Diese gilt als brüchig, weitere Verhandlungen sollen nach der Trauerfeier für Chamenei stattfinden. Trauerfeier im Iran für Chamenei: Behörden rechnen mit Millionen Trauernden Die Trauerfeierlichkeiten für Chamenei, die ursprünglich für Anfang März geplant waren, wurden wegen des Iran-Krieges zunächst verschoben. Nun erstrecken sie sich über sechs Tage und finden in fünf Städten statt: von Teheran über die iranischen Städte Ghom und Maschhad bis zu den irakischen Pilgerstätten Nadschaf und Kerbela. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf, der zugleich als Chefunterhändler bei den Gesprächen mit den USA fungiert, sprach von „einem der prägendsten Momente der Geschichte“ des Landes. Er rief das iranische Volk auf, durch seine Anwesenheit „ein ruhmreiches Kapitel in der Geschichte des islamischen Iran zu schreiben“. Auf diese Weise soll der Tod Chameneis gerächt werden. Der Leichnam Chameneis wurde bereits in der Großmoschee Mosalla in Teheran aufgebahrt, dem wichtigsten Ort für nationale Zeremonien und Massenveranstaltungen der Islamischen Republik. Fotos der staatlichen Nachrichtenagentur Fars zeigten auch den Chef der Revolutionsgarden, Ahmad Wahidi, wie er dem getöteten Führer die letzte Ehre erwies. Die Behörden rechnen allein in Teheran mit 15 bis 20 Millionen Teilnehmern an der dreitägigen Trauerfeier für Chamenei. Mehr als 65.000 Sicherheitskräfte sind in den Metropolen im Einsatz, weitere 200.000 Kräfte sichern die betroffenen Provinzen. Die Hauptstadt wird für die Dauer der Zeremonien „vollständig geschlossen sein und arbeitsfrei“, wie die Behörden anordneten. Trauerfeier für Chamenei: Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen im Iran Wegen der Trauerfeiern für Chamenei gelten im Iran verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. Der Luftraum über Teheran wird ab Freitag teilweise und am Montag vollständig gesperrt. Hochrangige Staatsgäste aus rund 30 Ländern reisten an, darunter der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew, Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif sowie Regierungsvertreter aus China, Belarus, dem Irak und Turkmenistan, wie unter anderem die iranische Nachrichtenagentur IRNA schreibt. Chameneis Leichnam soll nach den Teheraner Zeremonien in die Pilgerstadt Ghom und anschließend in den Irak gebracht werden. Mit der Aufnahme der irakischen Städte Nadschaf und Kerbela ins Programm wollen die Organisatoren die Verbindungen zwischen der Islamischen Republik und der internationalen schiitischen Gemeinschaft unterstreichen. Beigesetzt wird Ali Chamenei schließlich am 9. Juli in der heiligen Stadt Maschhad im Nordosten des Iran. Laut AFP rückt der Trauerzug in Ghom südlich von Teheran die religiösen Grundlagen von Chameneis Autorität in den Mittelpunkt: Mit mehreren theologischen Hochschulen ist die Stadt neben dem irakischen Nadschaf ein wichtiges Zentrum schiitischer Gelehrsamkeit. Kerbela zählt zu den heiligsten Stätten des schiitischen Islam. Beim dortigen Trauerzug dürften Themen wie „Opferbereitschaft, Ausdauer und Widerstand“ im Zentrum stehen. Die Trauerfeier in Nadschaf soll Chameneis Stellung innerhalb der schiitischen Welt über die Grenzen des Iran hinaus unterstreichen. Mit der Aufnahme von Nadschaf ins Programm der Trauerfeiern wollen die Organisatoren in Teheran die Verbindungen zwischen der Islamischen Republik und der gesamten internationalen schiitischen Gemeinschaft hervorheben. Nach Tod von Chamenei: Sohn Madschtaba ist neuer Oberster Führer Inmitten des anhaltenden Iran-Krieges und der laufenden Friedensverhandlungen hat sich in der Islamischen Republik derweil eine neue Führungsriege etabliert. An ihrer Spitze steht formal Modschtaba Chamenei, der Sohn des getöteten Obersten Führers, der zu seinem Nachfolger ernannt wurde. Wie sein Vater gilt er als erzkonservativ und den Revolutionsgarden nahestehend. Seit seiner Ernennung hält er sich bedeckt, hat allerdings zahlreiche schriftliche Erklärungen abgegeben. Das prominenteste Gesicht der neuen Führung im Iran ist Ghalibaf, der die iranischen Verhandlungsteams in Pakistan und der Schweiz anführte. Der israelische Iran-Experte Beni Sabti warnte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP vor einer Fehleinschätzung seiner Person: „Niemand sollte sich von seinem Auftreten täuschen lassen – er weiß, wie man mit dem Westen redet.“ Es sei aber „derselbe Mann“, der im Jahr 1999 als Kommandeur der Revolutionsgarden „Studenten bei den damaligen Protesten eigenhändig vom Dach geworfen hat“. (Quellen: dpa, AFP, Al Jazeera, IRNA) (fbu)

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