Chatbot als Komplize: Unmaskierter Bankräuber plant Überfall mit ChatGPT
In diesem Fall haben es die Ermittler ungewöhnlich leicht: Ein Verbrecher aus den USA lässt sich von künstlicher Intelligenz beraten. Dann überfällt er eine Bank - ohne sein Gesicht zu verhüllen. Die Justiz verurteilt ihn nun zu mehreren Jahren Haft. Ein glückloser Bankräuber aus Omaha im US-Bundesstaat Nebraska, der ChatGPT zur Planung seiner Tat nutzte, ist zu einer Haftstrafe von gut zehn Jahren verurteilt worden. Der 23-Jährige hatte sich nach Behördenangaben beim Chatbot unter anderem darüber informiert, wie schnell die Polizei eintreffen dürfte, wie seine Pistole zu reparieren ist und welche Beschaffungsmöglichkeiten von Munition es für Vorbestrafte gibt. Beim Überfall selbst hätten die Kameras der Bank dann sein unmaskiertes Gesicht gefilmt, während er Bankangestellte mit der Waffe bedroht und sie auffordert, die Kassenschubladen zu leeren. Die Mitarbeiter seien seiner Forderung nach gekommen und der Mann habe etwa 9175 US-Dollar (rund 7855 Euro) erbeutet. Der Raubüberfall ereignete sich bereits am 10. Februar, wie die zuständige US-Staatsanwaltschaft nun mitteilte. Danach sei auch sein Fahrzeug samt Kennzeichen von Sicherheitskameras in der Nachbarschaft erfasst worden. Anschließend war er den Angaben zufolge auf Videoaufzeichnungen mehrerer Läden in einem Einkaufszentrum beim Einkaufen mit Bargeld zu sehen. Als er Polizisten nahe seinem Zuhause sah, rannte er laut Mitteilung der Staatsanwälte davon und ließ ein Bündel Geld fallen. Bei der Festnahme bestritt er, an dem Banküberfall beteiligt gewesen zu sein - erlaubte den Ermittlern aber Zugriff auf sein Telefon, wo sie auch die Unterhaltungen mit ChatGPT fanden. Von der Haftstrafe wurden 37 Monate für den Überfall verhängt - und weitere 84 Monate dafür, dass er dabei mit einer Waffe drohte.