ChatGPT: Unsichtbare Wasserzeichen für Texte in der EU
+++Der Geheimdienst-Skandal: Ex-BND-Chef August Hanning wegen Verdachts auf Landesverrat verhaftet
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Eine Bewerbung, eine Beschwerde oder ein längerer Beitrag: Was ChatGPT schreibt, soll künftig eine unsichtbare Spur tragen. OpenAI führt die Wasserzeichen in den kommenden Wochen schrittweise in der EU ein. Die Technik namens „textGrain“ soll bei ChatGPT und beim Programmierassistenten Codex zum Einsatz kommen.
Die Spur steckt direkt in den Wörtern: ChatGPT wählt sie so, dass ein verstecktes Muster entsteht. Ein Prüfprogramm kann danach suchen. Beim Lesen fällt davon nichts auf. Das europäische KI-Gesetz schreibt Anbietern wie OpenAI vor, KI -Texte so zu markieren, dass Computer sie erkennen können.
Doch Nutzer können die Wasserzeichen vorerst nicht selbst prüfen. Das Prüfprogramm bekommen zunächst nur zugelassene Forscher und Fachorganisationen. Interessierte Fachleute können sich seit dem 5. Oktober für den Zugang bewerben.
Auch Entwickler haben je nach Modell bereits Zugriff – etwa wenn sie ChatGPT über eine Programmierschnittstelle (API) in eigene Programme einbauen.
Erkennung mit Tücken
OpenAI begründet den begrenzten Zugang mit möglichen Fehlern. Das Prüfprogramm kann Wasserzeichen übersehen oder eine Markierung erkennen, obwohl gar keine vorhanden ist.
Schon das Austauschen von Wörtern kann die Suche erschweren: In einem Test mit englischen Texten erkannte das Programm zunächst rund 92 Prozent der markierten Texte. Nachdem zehn Prozent der Wörter durch Synonyme ersetzt wurden, waren es nur noch 66 Prozent. Auch kurze Texte sind schwieriger zu prüfen.
Ein Treffer heißt also noch lange nicht, dass der ganze Text von einer KI stammt. Die Markierung kann auch nach einer Überarbeitung durch Menschen erhalten bleiben. Wie viel sie beigetragen haben, ob die Aussagen stimmen und wer ChatGPT genutzt hat, verrät das Wasserzeichen nicht.