DAX +0,44 % 26.415,70 Pkt 11:39:47 MDAX +0,63 % 32.467,34 Pkt 11:39:57 Euro Stoxx 50 +0,18 % 6.551,54 Pkt 11:39:45 Dow Jones -0,07 % 53.732,41 Pkt 22:41:05 S&P 500 +0,48 % 7.785,76 Pkt 22:39:27 Nasdaq +0,53 % 26.729,16 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,74 % 69.220,25 Pkt 08:45:03 Gold +0,33 % 4.452,00 USD 11:44:51 Silber +0,86 % 65,67 USD 11:44:34 Brent +0,95 % 89,36 USD 11:44:51 WTI +0,47 % 82,79 USD 11:44:55 Bitcoin +0,68 % 63.245,01 USD 11:54:51 EUR/USD +0,58 % 1,16020 USD 11:54:54 EUR/GBP +0,05 % 0,85530 GBP 11:54:57 EUR/CHF 0,00 % 0,93900 CHF 11:54:57 EUR/JPY +0,39 % 184,611 JPY 11:54:54

Check-in per Karte in Bus und Bahn: "Tap and Go" bald auch in Deutschland möglich?

Wirtschaft

"Tap and Go"-Verfahren Check-in per Karte in Bus und Bahn: Bald auch in Deutschland möglich? Stand: 17.08.2026 04:41 Uhr MDR-AKTUELL-Hörerin Iris Heim aus Leipzig war kürzlich in Mailand und Rom. Um dort ein ÖPNV-Ticket zu kaufen, musste sie nicht zu einem Fahrkartenautomaten im Fahrzeug oder an der Haltestelle. Stattdessen hat sie beim Ein- und Aussteigen ihre Bankkarte an einen Scanner gehalten, wodurch automatisch die günstige Ticketvariante gekauft wurde. Sie fragt sich nun, ob das irgendwann auch in Deutschland möglich sein wird. von Jan Kröger, MDR AKTUELL In Leipzig ist "Tap and Go" schwierig umzusetzen, weil dafür der gesamte Mitteldeutsche Verkehrsverbund mitziehen müsste. In Bonn und Düsseldorf wird das Ticketverfahren bereits erprobt. In Leipzig ist das einfache Einchecken und automatische Abrechnen der Fahrt per App möglich. Wenn sich in Leipzig einer Gedanken über Iris Heims Frage macht, dann ist es Steffen Palm, Leiter für Marketingstrategie bei den Verkehrsbetrieben. Seine Antwort: Das Einchecken per Karte wäre grundsätzlich möglich. Doch Steffen Palm fallen gleich mehrere Hürden ein. Warum "Tap and Go" in Leipzig schwer umzusetzen ist Im Gegensatz zu Mailand, Rom oder London steht Leipzigs Nahverkehr nicht für sich, sondern gehört zum Mitteldeutschen Verkehrsverbund MDV. "Wir haben eine hohe Pendlersituation, auch in Leipzig. Das bedeutet, wir müssen einen nahtlosen Übergang schaffen. Denn niemand kann im Norden von Leipzig mit dem Bus unterwegs sein und ein anderes System vorfinden als in der Stadt Leipzig. Also bringt es nichts, wenn ich mich hier einchecke und dort dann nicht auschecken kann." Alle Landkreise, die am MDV beteiligt sind, müssten also mitziehen. 80 Prozent der Fahrgäste sind mit einem Abo-Produkt unterwegs. Die restlichen 20 Prozent sind Gelegenheitskunden, die entweder via App kaufen oder am Automaten. Daniel Ackers, Verband Deutscher Verkehrsunternehmen Außerdem müssten in allen Bussen und Bahnen oder an allen Haltestellen die passenden Scanner aufgestellt werden. Bürgermeister und Landräte, die über das Geld dafür entscheiden, würden fragen, ob sich das lohnt. Und sie könnten darauf verweisen, was Daniel Ackers vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen sagt: Einzeltickets sind im Nahverkehr hierzulande die Ausnahme. "80 Prozent der Fahrgäste sind mit einem Abo-Produkt unterwegs, in erster Linie natürlich mit dem Deutschland-Ticket. Die restlichen 20 Prozent sind Gelegenheitskunden, die entweder via App kaufen oder am Automaten." Erste deutsche Städte testen das Ticketverfahren Doch hier eröffnet sich auch eine Chance: Derzeit erneuern viele Verkehrsbetriebe ihre Automaten. Statt großer Kästen mit Bargeld und Papier werde es immer mehr kleine Geräte zum Bezahlen per Karte oder Smartphone geben, so Daniel Ackers. Diese Automaten könnten das Einchecken per Karte ermöglichen – jedenfalls nach einer Übergangsphase. "Man sucht sich den Tarif an diesen kleinen Automaten aus, tappt dann seine Bezahlkarte dagegen und erhält das Ticket in den Hintergrund gelegt. Wenn dann mal überall in einem gesamten Verkehrsverbund diese kleineren Automaten verbaut sind, dann kann der Verkehrsverbund die Entscheidung treffen, auf ein reines In/Out-System zu wechseln." In Bonn und Düsseldorf werde das bereits erprobt. Auch Berlin, München oder Frankfurt interessieren sich laut Daniel Ackers dafür. Mitteldeutsche Städte nennt er nicht. Workaround in Leipzig: Ticketkauf per App In Leipzig gibt es immerhin eine andere Möglichkeit, derart unkompliziert Bus und Bahn zu fahren: Nicht per Karte, sondern per App, erklärt Steffen Palm von den LVB. "In der 'Leipzig-Move'-App kann man sich einfach einchecken, fährt los, steigt aus und dann wird man automatisch ausgecheckt. Das Beste dabei: Ich habe einen Tagesbestpreis, mit dem das abgerechnet wird." Ein solches Tageslimit gibt es allerdings auch dort, wo dasselbe per Karte funktioniert. In der 'Leipzig-Move'-App kann man sich einfach einchecken, fährt los, steigt aus und dann wird man automatisch ausgecheckt. Steffen Palm, Leipziger Verkehrsbetriebe In Leipzig wird es somit noch dauern, ehe man hier das ÖPNV-Ticket wie in Mailand oder Rom bezahlen kann. In anderen deutschen Städten könnte es dagegen schon in zwei, drei Jahren so weit sein.

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