DAX +1,75 % 26.039,68 Pkt 18:00:00 MDAX +0,99 % 30.798,65 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,64 % 6.207,07 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,07 % 52.342,56 Pkt 21:33:51 S&P 500 -0,03 % 7.720,39 Pkt 21:32:46 Nasdaq -1,11 % 26.184,73 Pkt 22:15:59 Nikkei +1,10 % 64.659,47 Pkt 07:45:03 Gold -0,65 % 4.025,20 USD 00:13:34 Silber -2,89 % 51,91 USD 00:13:36 Brent -3,34 % 111,47 USD 00:08:14 WTI -0,01 % 102,77 USD 00:13:05 Bitcoin -3,40 % 78.506,63 USD 00:23:37 EUR/USD +0,53 % 1,11890 USD 00:22:44 EUR/GBP -0,04 % 0,83580 GBP 00:23:42 EUR/CHF -0,15 % 0,92090 CHF 00:23:41 EUR/JPY +0,37 % 176,441 JPY 00:23:42

Chef Issa Remmo bei Wahlpartys der Linken in Berlin

Nation

Issa Remmo, Chef des berüchtigten arabisch-stämmigen Remmo-Clans, verbrachte seinen Abend auf Wahlpartys der Linken. Erst beim Bezirksverband Neukölln, wie eine Sprecherin bestätigte, und dann laut einem Medienbericht bei der Party der Landespartei im Festsaal Kreuzberg. Von der „Morgenpost“ ließ Remmo sich mit den Worten zitieren, von der Linken fühle er sich in Deutschland erstmals unterstützt.

In Neukölln soll Remmo nach Darstellung des Vereins „democ“ in Begleitung eines bekannten Anti-Israel-Aktivisten gewesen sein: Ibrahim Ibrahim gilt als führender Unterstützer der links-säkularen Terrororganisation „Volksfront zur Befreiung Palästinas“ (PFLP) in Deutschland. In Berlin trat er als Vertreter des „Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitees“ auf.

Dabei handelt es sich um eine vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestuften Gruppe, unter deren Dach Anhänger von der Islamisten-Miliz Hamas und der PFLP in Deutschland agieren.

2025 trat Ibrahim bei Veranstaltungen und Versammlungen von Amnesty International und der Linken Neukölln als Redner des Nationalkomitees auf, neben dem Neuköllner Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak. Nach dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 bezeichnet Ibrahim den Hamas-Führer Yahya Sinwar als „standhaften Führer“ und „Märtyrerhelden“.

Issa Remmo gab sich bei seinem Besuch bei der Linken selbstbewusst. Laut den Berichten zeigte er in Neukölln auch das Victory-Zeichen und einen erhobenen Daumen, in Kreuzberg sei er gleich im Backstage-Bereich verschwunden.

Die „Bild“ wählte die Zeile: „Mit Enteignung kennt er sich ja aus.“ Eine Anspielung auf die Pläne der Partei, große Wohnungsunternehmen enteignen zu wollen, aber auch auf die schweren Straftaten von Familienmitgliedern. Darunter sind der Diebstahl der 100-Kilogramm-Goldmünze aus dem Bode-Museum und des Sachsen-Geschmeides aus dem Grünen Gewölbe in Dresden.

Auch die Remmos wurden schon enteignet – aber von der Justiz. 2018 wurden 77 Objekte und Immobilien der Großfamilie im Wert von damals neun Millionen Euro in einer spektakulären Aktion vorläufig sichergestellt. Die Gerichtsverfahren für die endgültige Einziehung sind noch nicht komplett abgeschlossen. Nach den bisherigen Erkenntnissen sollen Clan-Mitglieder oder Strohleute für die Großfamilie die Immobilien mit Schwarz- und Beutegeld aus Straftaten finanziert haben.

Der Auftritt von Issa Remmo bei der Linken hat eine weitere politische Dimension. Die Partei will laut Wahlprogramm massiv bei der Polizei abbauen und das Geld in Sozialprojekte stecken. Die Arbeit der Polizei solle, wo immer möglich, durch soziale Arbeit ersetzt werden, heißt es im Wahlprogramm. In der Vergangenheit hatte die Linke das Vorgehen der Behörden gegen die Clankriminalität immer wieder als rassistisch und stigmatisierend kritisiert.

Eine Sprecherin der Partei bestätigte der „Bild“, dass Remmo bei der Party gewesen war: „Ja, Issa Remmo war da, am Anfang haben wir keine Hintergrundkontrolle gemacht.“ Später sagte Jorinde Schulz, Co-Chefin der Bezirks-Linken, der dpa: „Es gibt weder politische noch persönliche Beziehungen zu dieser Person.“ Der Besuch der Wahlparty habe daran „selbstverständlich nichts geändert“.

Der Linken will Remmo „nicht bekannt“ gewesen sein

Weiter sagte Schulz: „Es handelte sich um eine öffentliche Veranstaltung, zu der auch ungeladene Personen Zutritt hatten.“ Der Linken sei „die Person und ihre Anwesenheit im Speziellen nicht bekannt“ gewesen, sie habe nicht auf der Anmeldeliste gestanden.

„Dass Issa Remmo auf der Wahlparty der Berliner Linken auftaucht, ist ein verstörendes Signal“, schrieb Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bei der Plattform X. „Gerade eine Partei, die Verantwortung für unsere Stadt übernehmen will, muss unmissverständlich deutlich machen, dass es keinerlei Nähe zu Strukturen geben darf, die zur organisierten Kriminalität gehören.“

Berlin habe in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um gegen organisierte Kriminalität und Clankriminalität vorzugehen. „Für mich gilt: Wer Berlin regieren will, muss ohne Wenn und Aber auf der Seite unseres Rechtsstaates und derjenigen stehen, die ihn jeden Tag verteidigen“, schrieb Wegner.

Auch Grünen-Landes-Co-Chefin Nina Stahr zeigte sich irritiert von dem Vorfall. „Das wird die Linke klären müssen, was da passiert ist, warum das passiert ist“, sagte sie. Sie erwarte, dass der Linken-Landesverband mit den Akteuren in Neukölln spreche – sowohl mit Blick auf diesen Vorfall, als auch mit Blick auf die Antisemitismus-Debatte der vergangenen Wochen. „Da ist ganz klar, dass es hier eine Klarheit geben muss, bevor eine Regierungsbildung kommt“, sagte Stahr.

Angesichts anhaltender Antisemitismus-Vorwürfe gegen die Linken sagte Remmo der „Morgenpost“: „Die Berliner Linke ist Juden gegenüber nicht feindlich eingestellt.“ Und: „Ich freue mich über die Linken, die nicht mit ihren Frauen zu Prada und Gucci in Paris gehen.“

Ermittler überrascht vom Remmo-Auftritt

Issa Remmos Besuch bei den Linken hat am Sonntag auch Ermittler überrascht. Wie der Tagesspiegel aus Sicherheitskreisen erfuhr, sei der Auftritt des bekanntesten Vertreters der Neuköllner Großfamilie bei der Linken „spontan“ erfolgt, jedenfalls sei der vielfach aktenkundige Mann aktuell kein Gegenstand polizeilicher Beobachtung: Remmo sei selbstverständlich frei in dem, was er tue, wenngleich viele Verwandte diverse Straftaten begangen hätten. Die Berliner Polizei äußerte sich nicht.

Die Taten vieler Angehöriger der Remmos werden als „Clankriminalität“ eingestuft, die das Bundeskriminalamt als regelmäßiges Begehen von Straftaten durch Verwandte in „ethnisch abgeschotteten Subkulturen“ bezeichnete.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren