Chef kritisiert Kanzler Merz bei Vorstandssitzung
"Sie leiten hier keine Firma, sondern eine Partei": Mit diesen Worten kritisierte der Bremer Landesvorsitzende Heiko Strohmann den Kanzler bei einer Sitzung des Bundesvorstands. Zuerst berichtete die Bild-Zeitung darüber. Bei der Sitzung des CDU-Vorstandes am Montagmorgen ging es um den Umbau der Regierung und die Personal-Entscheidungen bei der CDU und ihrer Fraktion im Bundestag. Die personellen Veränderungen sind wegen des Rücktritts Jens Spahns vom CDU-Fraktionsvorsitz notwendig geworden. Bremer CDU begrüßt Rücktritt von Jens Spahn Der Chef der Bundestagsfraktion reagierte auf die Debatte um eine Leihmutterschaft in den USA. Für den Bremer Landesverband war der Rücktritt unausweichlich. Strohmann bestätigt gegenüber Radio Bremen den Vorgang bei der Vorstandssitzung. Seinem Zitat vorausgegangen war ein Streit mit Armin Schuster, dem sächsischen Innenminister. Schuster habe sich darüber geärgert, dass in Merz' Kabinett niemand aus dem Osten sitzt. Daraufhin sei Schuster vom Parteichef abgewatscht worden, auf Regionalproporz könne er jetzt nicht achten. Strohmann wünscht sich mehr Diplomatie von Merz Das habe Strohmann mit dem Zitat "Sie leiten hier keine Firma, sondern eine Partei" angemahnt, sagt er gegenüber Radio Bremen. Es gehe Strohmann nicht um die Entscheidungen beim Personal, sondern um die Art, wie er kommuniziert. Strohmann halte viel von Merz. Doch manchmal könnte er diplomatischer sein. Nicht nur Strohmann ist in der Sache unzufrieden mit CDU-Chef Merz. Auch Theresa Gröninger, Vorsitzende des Kreisverbands Bremen-Stadt, richtete sich mit klaren Worten an den Kanzler – und zwar öffentlich auf der Kurznachrichtenplattform "X". "When you are in a hole, stop digging", schrieb sie. Übersetzt: Wenn Sie in einem Loch stecken, hören Sie auf zu graben.