Chef Ratcliffe warnt in Moskau offenbar vor einem Angriff auf die Nato
Als das letzte Mal ein CIA-Chef 2021 offiziell nach Russland reiste, warnte er Wladimir Putin vor einer Invasion der Ukraine. Drei Monate später begann der Kremlchef seinen Angriffskrieg.
Entsprechend besorgt haben Experten reagiert, als am Dienstag bekannt wurde, dass der amtierende Direktor des UUS‑Geheimdienstes John Ratcliffe, überraschend für Gespräche in die russische Hauptstadt gereist ist. Offiziell ist nur wenig über die Hintergründe bekannt. Doch US-Medien zufolge warnte er in Moskau vor einem Angriff auf Nato-Verbündete.
Das berichteten das „Wall Street Journal“ und „Politico“ unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen. Ratcliffe habe Russland vor allem mit Blick auf die östlichen Nato-Partner im Baltikum vor einer Eskalation gewarnt, schreibt „Politico“. Zudem habe er den Kreml dazu gedrängt, seine militärische und finanzielle Unterstützung für den Iran herunterzufahren.
Kein Treffen von Ratcliffe mit Putin
Nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigt, dass der CIA-Chef für Gespräche „zwischen den Geheimdiensten“ nach Moskau gekommen war. Ein Treffen mit Putin habe es jedoch nicht gegegeben.
Das Weiße Haus in Washington reagierte zunächst nicht auf Anfragen der Nachrichtenagentur AFP zu dem Thema. US-Präsident Donald Trump sagte, Ratcliffes Besuch in Moskau sei „halb routinemäßig“ erfolgt. „Wir würden den Krieg mit der Ukraine gerne beendet sehen“, fügte er hinzu.
Laut dem US-Sender CBS News sprach Ratcliffe in Moskau auch über den Iran-Krieg. Der Sender berief sich bei seinen Angaben auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Menschen.