Chemie: IG-BCE-Chef verärgert Evonik mit Aussage über Finanzprobleme
Düsseldorf. Eine Äußerung von IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis über die Finanzlage von Evonik sorgt in dem Essener Chemiekonzern für Unruhe. In einem Interview mit der „Rheinischen Post“ sagte Vassiliadis, Evonik sei „mit problematischen Finanzierungsthemen ausgestattet“. Der Essener Konzern habe diese Aussage „mit großer Verwunderung und Verärgerung“ zur Kenntnis genommen, hieß es in Unternehmenskreisen.
Den Kreisen zufolge haben Analysten am Freitagmorgen Evonik kontaktiert und nach der Vassiliadis-Aussage zu möglichen Finanzierungsproblemen nachgefragt. Evonik habe diese hart dementiert, hieß es weiter, und auf die jüngst verbesserten Einstufungen bei den Kreditratings verwiesen.
Die Aussage von Vassiliadis könnte auch rechtlich problematisch sein. Es müsse analysiert werden, ob eine derart kapitalmarktrelevante Aussage juristisch zulässig sei, ohne dass die Person Insiderkenntnisse über das Unternehmen habe, heißt es in den Kreisen. Vassiliadis ist als Gewerkschaftschef nahe an Evonik, sitzt dort aber nicht im Aufsichtsrat.
Vassiliadis hatte seine Aussage im Kontext der möglichen Übernahme von Evonik durch BASF gemacht. BASF hat ein erstes Angebot für die Essener in Höhe von zehn Milliarden Euro vorgelegt, das der Evonik-Vorstand zurückgewiesen hatte. Aktuell finden keine Gespräche zwischen beiden Unternehmen statt.