China bringt „Supermikroskop“ voran - Anlage könnte Forschung an Chips und Alzheimer unterstützen
Erstmals ist ein Elektronenstrahl durch den Linearbeschleuniger der Großforschungsanlage Hefei Advanced Light Facility, kurz HALF, geleitet worden. Der erfolgreiche Test gilt als wichtiger Fortschritt beim Bau des Großprojekts, berichtet die Forschungsorganisation Chinese Academy of Sciences (CAS). Die Anlage befindet sich in Hefei, der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Anhui.
Chinas „Supermikroskop“ könnte unterschiedliche Forschungsfelder voranbringen
HALF soll besonders helles und gebündeltes Röntgenlicht erzeugen. Im Vergleich zu älteren Anlagen soll es eine mehr als hundertmal höhere Helligkeit und Kohärenz erreichen. Dadurch lassen sich Vorgänge auf kleinster Ebene genauer beobachten. Für Forscher könnte HALF künftig wie ein „Supermikroskop“ funktionieren.
Die Anlage würde somit Fortschritte in mehreren Forschungsfeldern ermöglichen. Laut der „South China Morning Post“ gehören darunter die Entwicklung von Hochtemperatursupraleitern, neuartigen Batterien, modernen Mikrochips sowie neue Erkenntnisse in der Alzheimer-Forschung.
Chinas neues „Supermikroskop“ soll 100-mal besseres Licht liefern
Der nächste Schritt besteht in der Einspeisung des Elektronenstrahls in einen kreisförmigen Speicherring. Dort entstehen laut CAS die Lichtteilchen, die später für Experimente genutzt werden. Anschließend soll das gesamte System schrittweise getestet und in einen stabilen Betrieb überführt werden.
ANZEIGE
ANZEIGE
Nach der Fertigstellung soll die Anlage eine wichtige Ergänzung zu den bestehenden Forschungsanlagen in China bilden. Auch internationale Forscher sollen die Plattform für Projekte zu Quantenforschung, Umwelt und neuen Batterien nutzen können.
China baut Vorsprung in der internationalen Forschung aus
China nimmt in der internationalen Forschung eine führende Position ein. Im Ländervergleich 2025 lag die Volksrepublik nach Angaben des Nature Index auf Platz eins, vor den USA und Deutschland. Besonders stark ist China in den Bereichen Biologie, Chemie, Physik und weiteren Naturwissenschaften.
Laut der Deutschen Welle beruht dieser Aufstieg auf hohen Investitionen in Universitäten, Forschungseinrichtungen und große wissenschaftliche Projekte. Bis 2030 will die chinesische Regierung ihre Innovationskraft weiter stärken und die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie ausbauen.