China plant einen 60-Tonnen-Kampfpanzer mit eigenem Mini-Atomreaktor und einer Railgun, die Ziele in einer Reichweite von 450 Kilometern treffen soll
Chinesische Militärforscher arbeiten an einem Konzept für einen neuartigen Kampfpanzer, der mit einem kleinen Atomreaktor angetrieben wird. Das Fahrzeug soll rund 60 Tonnen wiegen und mit einer elektromagnetischen Railgun ausgerüstet sein. Diese Waffe soll Geschosse auf etwa 3,5 Kilometer pro Sekunde beschleunigen und theoretisch Ziele in bis zu 450 Kilometern Entfernung erreichen.
Das Vorhaben wird in einer Fachstudie beschrieben, die in der staatlichen chinesischen Zeitschrift „Acta Armamentarii“ veröffentlicht wurde. Beteiligt waren laut der „South China Morning Post“ Forscher der Inner Mongolia First Machinery Group und des Beijing Institute of Technology. Geplant ist, dass nach 2045 ein vollständig nuklear betriebener Panzer stehen soll.
Drei Stufen bis zum Atom-Antrieb
Laut dem Fachportal „Interesting Engineering“ soll zunächst bis 2035 ein Panzer entwickelt werden, der noch mit einem normalen Dieselantrieb fährt. Er soll einen sehr starken Motor mit 1500 PS bekommen und eine neuartige elektromagnetische Kanone tragen. Diese Waffe soll Ziele in bis zu 150 Kilometern Entfernung treffen können. Damit genug Energie für den Betrieb da ist, sind zusätzliche Stromspeicher geplant.
In der nächsten Stufe zwischen 2035 und 2045 soll der Panzer deutlich leistungsfähiger werden. Die Waffe soll dann noch stärker sein und auch die Schutzsysteme des Fahrzeugs sollen verbessert werden. Dafür wäre deutlich mehr gespeicherte Energie nötig. Geplant sind deshalb neue Batteriesysteme und andere technische Lösungen, um große Strommengen im Fahrzeug zu speichern und zu verteilen.
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Erst in einem letzten Schritt soll der Dieselantrieb ganz wegfallen. Dann soll ein kleiner Atomreaktor den Panzer mit Energie versorgen. Dieser Reaktor müsste sehr kompakt sein, gleichzeitig aber sicher genug, um die Besatzung vor Strahlung zu schützen. Außerdem soll er mehrere Jahre laufen, ohne dass neuer Brennstoff nötig ist.
Technische Hürden sind enorm
Ein Reaktor in einem Panzer muss nicht nur klein und robust sein, sondern auch starke Erschütterungen im Gelände aushalten. Hinzu kommt das Problem der Wärme: Der Reaktor erzeugt große Mengen Abwärme, die aus dem Fahrzeug abgeführt werden müssen.
Noch komplizierter ist die Versorgung der Railgun. Der Reaktor liefert zwar dauerhaft Strom, kann aber den gesamten Energieimpuls für einen Schuss nicht sofort bereitstellen. Diese Energie muss daher zwischen den Schüssen gespeichert und in Sekundenbruchteilen abgegeben werden.
Zweifel an Nutzen und Sicherheit
Ein Militärexperte äußerte gegenüber der „South China Morning Post“ erhebliche Zweifel an dem Konzept. Er sagte: „Spaltungsreaktoren sind zwar relativ ausgereift und lassen sich verkleinern, aber der Einbau in einen Panzer ist trotzdem unrealistisch.“ Er verwies auf Platzprobleme, zusätzliches Gewicht und die schwierige Wärmeabfuhr.
Selbst ein Panzer mit fast unbegrenzter Stromversorgung brauche weiter Munition, Wartung und eine Besatzung, die Pausen machen müsse. Der Experte schlug deshalb eher ein unbemanntes Fahrzeug vor, das Laser, Mikrowellenwaffen, starke Radare und elektronische Kampfführung miteinander verbindet.