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China schlägt Exportkontrollen für Technologien zur Solarherstellung vor

Technologie

Über die vergangenen Jahre haben chinesische Solarmodule den europäischen und deutschen Markt schwer beschädigt. Wegen der niedrigen Produktionskosten in Asien konnten die Anbieter ihre Produkte viel billiger anbieten. In Deutschland hat das zu einem drastischen Rückzug der Hersteller geführt. Und jetzt, wo langsam das Bekenntnis „Buy European“ durchsickert, ballt China die Faust um wichtige Technologien.

Das Wichtigste in Kürze:

Deutschland bezieht einen erheblichen Teil seiner Photovoltaik-Module aus China.

China könnte jetzt einen Teil seiner Exporte einschränken. Der Regierung liegt ein entsprechender Vorschlag vor.

Ähnliche Schritte hatte Peking schon bei seltenen Erden ergriffen.

Die EU sucht nach einer Lösung für die chinesischen Eingriffe.

China will Solar-Know-how nicht mehr teilen

Wie „Reuters“ berichtet, will China wegen Sicherheitsbedenken zwölf bestimmte Technologien, die für die Herstellung von Solarmodulen wichtig sind, unter Exportkontrollen stellen. So teilte es jedenfalls das chinesische Handelsministerium am Freitag mit. Die Begründung: Weil Solartechnologien zunehmend in sensiblen Bereichen wie Luft- und Raumfahrt sowie in der nationalen Verteidigung eingesetzt würden sei eine strengere Überwachung notwendig.

Schon im April hatten chinesische Behörden erste Gespräche mit Herstellern geführt, was mögliche Beschränkungen für die Ausfuhr von fortschrittlichen Solartechnologien anging. Außerdem hat China die Exporte von Technologien zur Solarherstellung nach Indien eingeschränkt. Analysten gehen davon aus, dass das „Reich der Mitte“ so seine Vormachtstellung im Solarsektor bewahren will.

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Solar-Wafer-Produktion betroffen

Wie das Ganze funktionieren würde: Exporteure müssen unter den neuen Regeln bestimmte Technologietransfers ins Ausland melden, bis der Katalog für Exportkontrollen offiziell aktualisiert wird. Die öffentliche Konsultationsphase zu dem Vorschlag endet am 15. November.

Betroffen wären zum Beispiel folgende Technologien:

Verfahren zur Herstellung dünner Wafer

Perowskit- und Tandem-Solarzellen

Technologien für die großtechnische Herstellung von Polysilizium per Wirbelschichtverfahren

Chinas Produktflut übernimmt Europas Markt

Für Europas Branche war die chinesische Solarindustrie in der Vergangenheit geradeheraus schädlich. Heimische Hersteller, die nicht mit den niedrigen Preisen aus Fernost mithalten konnten, mussten ihre Produktion drosseln oder terminieren. Diejenigen Solarunternehmen, die noch arbeiten, lassen entweder in Asien herstellen und montieren dann in Deutschland, oder sie produzieren im Vergleich zur Konkurrenz zu Aufpreisen.

Dort, wo heimische Hersteller aufgegeben haben, übernahmen chinesische. Schon 2023 kontrollierte China 98 Prozent der weltweiten Wafer-Produktion. Zwar stellt das Land „nur“ 85 Prozent der Solarmodule her, aber ohne die Wafer gibt es keine Solarmodule – das reichte also aus, um Peking einen Großteil der Kontrolle über die Branche zu verleihen.

Das „European Union Institute for Security Studies“ warnte bereits davor, dass China sich systematisch in den globalen Lieferketten für erneuerbare Energien und bei den europäischen Betreibern von Energiesystemen „verankert“. In einer Analyse mahnt das EUISS an, dass dies ein „inakzeptables Risiko“ darstelle.

„Von in China hergestellten Solarwechselrichtern geht eine zunehmende Cyberbedrohung aus; dies unterstreicht die Notwendigkeit einer ‚Made in Europe‘-Anforderung für kritische Infrastrukturen.“ – EUISS

Kritikern zufolge hat China schon jetzt genug Kontrolle, um im Zweifel Teile der Solarmodule im Westen zu beeinflussen und womöglich abzustellen.

„Buy European“ vor neuen Hürden

Für Verbraucher kann dieser neue chinesische Schritt bedeuten, dass es in Zukunft schwerer wird, Solarmodule aus heimischer Produktion zu kaufen. Indem China den Export seiner Produktionstechnologien beschränkt, erschwert es europäischen Herstellern (und denen in anderen Drittstaaten), in der Produktion mitzuhalten.

Außerdem will China zum 1. Januar 2027 eine Rückerstattung der Ausfuhrsteuer für Batterieprodukte abschaffen. Weil zuvor schon Rabatte auf Solarmodule entfallen waren, gehen Ökonomen davon aus, dass die Exporte im Solarbereich sich mittelfristig verlangsamen. Chinesische Photovoltaikprodukte auf dem internationalen Markt werden seitdem teurer.

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