China testet Interkontinentalrakete - USA reagieren mit „großer Besorgnis“
Mit „großer Besorgnis“ haben die USA auf einen chinesischen Raketentest im Pazifikraum reagiert. „In einer Zeit, in der die Vereinigten Staaten mehr denn je daran arbeiten, die Verbreitung von Atomwaffen zu verhindern, tut China genau das Gegenteil“, erklärte am Montag Außenamtssprecher Tommy Pigott in Washington. „Pekings rascher und intransparenter Atomwaffen-Ausbau ist von großer Besorgnis für die Region und die Welt.“ Die chinesische Armee hatte am Montag einen Raketentest im Pazifikraum ausgeführt. Von einem Atom-U-Boot aus hatte sie eine „strategische Rakete“ mit einem Übungssprengkopf in den Pazifik abgefeuert. Nähere Angaben machte das Militär nicht und sprach von einer Routineübung. Sprengköpfe fliegen bis zu 10.000 Kilometer weit Das Abfeuern einer Interkontinentalrakete gilt als Machtdemonstration. Bei dem seltenen Test dürfte China laut Militärbeobachtern eine Rakete vom Typ JL-2 oder das neuere JL-3-Modell („Julang“ – zu Deutsch etwa: Enorme Welle) verwendet haben. Die Raketen sind für den Start von Atom-U-Booten entwickelt worden, können atomare Sprengköpfe tragen und fliegen je nach Typ bis zu 10.000 Kilometer weit. Der Raketentest sorgte für heftige Proteste von Ländern in der Region. Australiens Außenministerin Penny Wong bezeichnete den Test als „destabilisierend“. Der Abschuss erfolge vor dem Hintergrund einer raschen militärischen Aufrüstung Chinas, bei der es an Transparenz fehle. Auch Japan und Neuseeland kritisierten den Test. Die japanische Regierung forderte China auf, das Vorgehen zu überdenken, und verwies auf die zunehmenden militärischen Aktivitäten der Volksrepublik. Der neuseeländische Außenminister Winston Peters erklärte, sein Land wolle nicht, dass China den Südpazifik als Testgebiet für Raketen nutze.