China: Wirtschaft wächst im zweiten Quartal schwächer als erwartet
Der Rückgang des Wachstums im zweiten Quartal sei auf »äußere Faktoren« zurückzuführen, sagte der Vizekommissar des Statistikamts Mao Shengyong. Er nannte etwa die Konfliktlage im Nahen Osten und ein langsameres Wachstum der Weltwirtschaft. In China sei besonders die Petrochemie-Branche betroffen gewesen. Alle anderen Sektoren hätten sich jedoch normal entwickelt, erklärte er. Starker Export, schwache Nachfrage im Inland Im gesamten ersten Halbjahr wuchs die Industrieproduktion nach Angaben der Statistikbehörde um 5,4 Prozent. Im Juni legte sie um 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu. Vor allem die internationale Nachfrage nach Halbleitern, Computertechnik und Autos stützt die chinesischen Hersteller. Das zeigte sich auch in den am Vortag veröffentlichten Handelszahlen. Die Exporte stiegen im Juni in US-Dollar gerechnet um 27 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, die Importe legten um 36 Prozent zu. Der Exportboom dürfte allerdings die Handelskonflikte weiter verschärfen. In Deutschland und der EU wird darüber diskutiert, wie mit den rasch steigenden Einfuhren chinesischer Produkte und den Überkapazitäten in einzelnen Industriezweigen umgegangen werden soll. Immobilienmarkt zeigt die Probleme auf Im Inland bleibt die Lage dagegen schwierig. Die Einzelhandelsumsätze stiegen im gesamten ersten Halbjahr lediglich um 1,3 Prozent. Die gesamten Anlageinvestitionen gingen von Januar bis Juni um 5,7 Prozent zurück. Auch für deutsche Unternehmen in China ist diese Nachfrageschwäche ein Problem. »Die dringend nötige Ankurbelung des Konsums bleibt ganz klar eine unserer zentralen Forderungen«, kommentierte Oliver Oehms, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Handelskammer in Nordchina, die aktuellen Zahlen.