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Chinas Cosco-Schiffe spionieren offenbar mit Hightech-Gerät Militärfunk aus

Wirtschaft

Die chinesische Containerreederei Cosco ist eine der größten weltweit. Ihre Schiffe steuern zahlreiche Länder in Europa, den USA und Asien an – und haben US-Regierungskreisen zufolge dabei Hightech-Spionageausrüstung an Bord. Damit ​werde die Militärkommunikation von Schiffen und Flugzeugen an bestimmten Küsten ausgehorcht, sagten zwei hochrangige Vertreter der Washingtoner Regierung gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Sie äußerten sich ‌unter der Bedingung, dass ihre Namen nicht genannt werden. Die chinesische Botschaft in den USA wies die Vorwürfe zurück. Vom Staatskonzern Cosco gab es zunächst keine Stellungnahme.

Den US-Insidern zufolge dienen die Anlagen an Bord der Cosco-Schiffe dazu, Informationen über »militärische Kommunikationstechnologien und Entwicklungen bei der Verschlüsselung« zu sammeln. Zudem könne die Pekinger Führung auf diese Weise Schifffahrtsrouten überwachen, die für den Handel und die militärische Navigation von ​entscheidender Bedeutung seien. Die US-Vertreter machten keine genauen Angaben zur Art der auf den Frachtern verwendeten Ausrüstung. Es handele sich jedoch um ⁠hochentwickelte Plattformen zur ⁠Erfassung von Signaldaten und nicht um herkömmliche Kommunikationshardware.

In Deutschland ist Cosco mit knapp 25 Prozent am ​Hamburger Containerterminal Tollerort des Hafenbetreibers HHLA beteiligt

Die chinesische Botschaft in Washington erklärte dagegen, die Volksrepublik würde niemals ein Unternehmen oder eine Einzelperson auffordern, im Ausland Daten oder Geheimdienstinformationen unter Verstoß gegen lokale Gesetze zu sammeln. »Wir lehnen es ab, dass China durch die Verbreitung des völlig unbegründeten Narrativs der ›Geheimnisbeschaffung‹ verunglimpft wird«, ‌sagte Botschaftssprecher Liu Chang.

Die Spionagevorwürfe fallen mitten in die Planungen eines Treffens von US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping für Ende des Monats. Dabei soll eine Reihe von Sicherheits- ‌und Handelsfragen erörtert werden. Das US-Verteidigungsministerium hatte Cosco im ​Januar 2025 auf eine Liste von Unternehmen gesetzt, die ‌mit dem chinesischen Militär in Verbindung stehen. Dies zieht allerdings keine formellen Sanktionen ‌nach sich. Cosco ​läuft nicht nur Häfen in den USA an, sondern unterhält dort auch mehrere Gemeinschaftsunternehmen für Containerterminals.

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