Chinesische Router mit Sicherheitslücken: Forscher entdecken Spionageprogramme
Sicherheitsforscher von „VulnCheck“ haben in vertriebenen Routern des chinesischen Herstellers ZBT im System verankerte Spionageprogramme entdeckt. Diese sollen unter verschiedenen Markennamen im Online-Handel angeboten worden sein.
Die manipulierten Geräte ermöglichen es Angreifern, über das Internet die vollständige Kontrolle zu übernehmen und sensible Daten abzugreifen. Das Portal „Tomshardware“ informiert, dass sich 390 der 392 Geräte, die bis zum 21. August 2026 verbunden waren, in China befanden.
Die ZBT-Hardware soll allerdings weltweit unter verschiedenen Marken verkauft worden sein. Darunter unter anderem Lippert Components, Wave WiFi oder Digineo. Es gibt auch Verbindungen nach Deutschland, so „Tomshardware“.
Experten warnen vor globaler Sicherheitslücke
Wie „VulnCheck“ weiter mitteilt, wurden in der Firmware älterer Modelle zwei bislang unbekannte Schadprogramme namens „Speakingstone“ und „Darklantern“ identifiziert. Eine Funktion öffnet einen unverschlüsselten Kanal nach außen, über den unbefugte Personen Befehle mit weitreichenden Rechten ausführen können.
Weiterhin wird eine Verbindung zu Servern in China aufgebaut. Damit werden übliche Schutzmauern im Heimnetzwerk ausgehebelt. Beide kommunizieren über UDP und werden von „inetdetect“ der Firmware gestartet, so „Heise“.
Verbraucher sollten betroffene Geräte austauschen
Verbraucher sollten betroffene Router außer Betrieb nehmen. Eine Liste, welche Modelle und Firmware-Versionen unter anderem betroffen sein sollen, teilt „VulnCheck“ in dem Blogbeitrag.
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Das ist möglich, wenn der Router nicht ausreichend geschützt ist
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beschreibt den Router als „Herzstück der digitalen Vernetzung zu Hause“. Er gilt als Schnittstelle zwischen dem Internet und dem Heimnetzwerk. Daher ist es wichtig, den Router gegen „unberechtigte Zugriffe und Angriffsversuche“ zu schützen.
Folgende Szenarien sind laut BSI denkbar, wenn der Router nicht ausreichend geschützt ist:
Datendiebstahl
Missbrauch der Telefonleitung
Spionage der Webaktivitäten
Missbrauch des Internetzugangs
Installation von Schadsoftware
Angriff anderer vernetzter Geräte im Netzwerk
Austausch von Firmware
Umfrage zeigt: Verbraucher vertrauen keinen Geräten aus China oder Russland
Dass die Sicherheit beim Router wichtig ist, ist deutschen Verbrauchern bewusst. Eine aktuelle YouGov-Umfrage, auf die sich „Caschys Blog“ bezieht, zeigt, dass knapp 60 Prozent der Deutschen Geräten aus China misstrauen. Bei Geräten aus Russland sind es 68 Prozent. Lediglich elf Prozent sind skeptisch bei Marken aus Europa.