DAX +0,15 % 25.410,84 Pkt 18:00:00 MDAX +0,67 % 30.287,68 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.116,23 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,96 % 52.361,58 Pkt 21:43:41 S&P 500 +0,17 % 7.676,77 Pkt 21:43:43 Nasdaq +0,62 % 26.169,38 Pkt 22:15:59 Nikkei -0,80 % 62.189,65 Pkt 07:45:03 Gold -0,22 % 4.029,70 USD 23:22:10 Silber -0,62 % 54,01 USD 23:21:12 Brent -0,38 % 110,32 USD 23:21:30 WTI -0,35 % 101,40 USD 23:21:51 Bitcoin -0,26 % 79.814,51 USD 23:32:35 EUR/USD -0,39 % 1,11770 USD 23:31:43 EUR/GBP +0,05 % 0,83750 GBP 23:32:34 EUR/CHF +0,50 % 0,92460 CHF 23:32:35 EUR/JPY +0,24 % 176,020 JPY 23:32:36

Chips im Sturzflug, Öl bei 114 US-Dollar: Wie sicher ist Ihr Depot jetzt noch?

Wirtschaft

Hierzulande erwischte es vor allem Chip- und Technologiewerte. Aixtron brach um 9,8 Prozent ein. Infineon verlor sechs Prozent. Schlusslicht im DAX war Siemens Energy mit einem Minus von 8,6 Prozent. Heute richten sich die Blicke auf die Einkaufsmanagerindizes. Am Abend prüft die Ratingagentur Moody’s die Kreditwürdigkeit Frankreichs.

Wall Street: Schwarzer Tag für die Chipbranche

In New York sackte der Nasdaq Composite um 2,6 Prozent auf 26.009 Punkte ab. Das war der stärkste Tagesverlust seit Anfang Juni. Der S&P 500 fiel um 1,2 Prozent, während der Dow Jones knapp im Plus schloss. Der Philadelphia-Halbleiterindex brach um 6,7 Prozent ein und liegt nun mehr als 26 Prozent unter seinem Rekord vom Juni.

Intel, AMD, Sandisk und Marvell verloren jeweils mehr als acht Prozent. "Die Anleger beginnen zu erkennen, dass die Geschichte der künstlichen Intelligenz einige Lücken aufweist", sagte Paul Nolte von Murphy & Sylvest.

Abseits der Technologie lief es dagegen rund. Spotify sprang nach einer starken Gewinnprognose um 11,1 Prozent. Lockheed Martin hob seine Ziele an und gewann sieben Prozent. Laut LSEG haben 83 Prozent der bisher 111 Unternehmen im S&P 500 die Erwartungen übertroffen.

Meta: Die Investitionen fressen das Geld auf

Größter Verlierer unter den Schwergewichten war Meta. Die Aktie fiel um sieben Prozent auf 648,85 US-Dollar. Damit lösten sich an einem Tag gut 120 Milliarden US-Dollar Börsenwert in Luft auf. Beim freien Mittelzufluss rutschte der Facebook-Konzern im dritten Quartal erstmals seit mehr als zehn Jahren ins Minus. Die Milliarden für künstliche Intelligenz verschlingen mehr Geld, als das Geschäft einbringt.

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Zudem plant Meta stimmrechtslose Aktien, um frisches Kapital einzusammeln. Nach dem Rücksetzer zahlen Anlegerinnen und Anleger laut StockAnalysis rund 20 US-Dollar für jeden US-Dollar Gewinn der kommenden zwölf Monate. Die Analysten bleiben gelassen. Ihr mittleres Kursziel liegt rund 25 Prozent über dem Kurs.

Asien: Vierte Verlustwoche in Folge

In Asien setzte sich der Ausverkauf fort. Der japanische Nikkei fiel um 1,3 Prozent und steuert auf ein Wochenminus von fünf Prozent zu. Der chinesische CSI 300 rutschte auf den tiefsten Stand seit Juli 2025.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel um mehr als 19 Basispunkte, so stark wie seit März 2023 nicht mehr. Mit rund 4,96 Prozent liegt sie wieder unter der Marke von fünf Prozent. Padhraic Garvey von ING rechnet allerdings damit, dass sie wieder darüber steigt. Inflation, Haushaltsdefizit und Investitionsboom blieben bestehen.

Französische Anleihen stehen dagegen weiter unter Druck. Ihre Rendite kletterte auf 5,06 Prozent, den höchsten Stand seit 2002.

Notenbanken und Devisen: Zinserhöhung wackelt

Die Angst vor einem Ende des Investitionsbooms dämpft die Zinserwartungen. Eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed im Dezember ist nicht mehr vollständig eingepreist. Die Wahrscheinlichkeit sank auf 85 Prozent. Gefragt sind sichere Währungen. Der US-Dollar fiel auf 156,44 Yen und auf 0,8196 Franken, den tiefsten Stand seit einem Monat. "Der Yen wurde als Absicherung gekauft, nicht als Anlage", sagt Shoki Omori von der Deutschen Bank.

Öl: Brent auf Fünfmonatshoch

Am Ölmarkt wächst die Anspannung. Brent verteuerte sich am Donnerstag um vier Prozent auf ein Fünfmonatshoch und kratzte am Freitag an der Marke von 114 US-Dollar je Barrel.

Die Huthi-Rebellen griffen erneut Ziele in Saudi-Arabien an. Saudi Aramco ließ laut Reuters seine Zentrale in Dhahran räumen. Hohe Energiepreise würden zum immer größeren Risiko für Konjunktur und Gewinne, warnt Thomas Altmann von QC Partners.

Gold: Schlechteste Woche seit Juni

Gold kann von der Unruhe nicht profitieren. Die Feinunze fiel auf 4.016 US-Dollar, den tiefsten Stand seit dem 20. Juli. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf 3,5 Prozent.

Spekulanten verteidigen die Marke von 4.000 US-Dollar, sagt Monte Safieddine von Capital.com. Fiele sie, setze der Markt auf anhaltende Inflation und höhere Renditen.

Fazit

Die Börsen stecken in einem gefährlichen Sorgenmix. Zweifel am Investitionsboom in künstliche Intelligenz treffen auf teures Öl und wackelnde Staatsfinanzen in Europa. Solange die Chipwerte nicht drehen, fehlt den Indizes der Motor. Die Zinsentscheide der kommenden Woche dürften die Richtung vorgeben. Wer breit gestreut ist, spürt den Sturm weniger.

Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

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