Christa Pike nach Giftspritze aus Klinik entlassen
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Nach gescheiterter Hinrichtung: Christa Pike verlässt Krankenhaus und kehrt ins Gefängnis zurück – und jetzt?
Von: Teresa Toth
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Christa Pike hat als erste Person überhaupt eine Hinrichtung durch Giftspritze überlebt. Nun ist sie aus dem Krankenhaus entlassen – doch ihr Schicksal bleibt ungeklärt.
Tennessee – Rund anderthalb Wochen nach ihrer gescheiterten Hinrichtung in Tennessee hat Christa Pike das Krankenhaus verlassen. Wie ihre Anwälte Stephen Ferrell, Luke Ihnen, Randy Spivey und Kelly Gleason am Samstag (10. Oktober) in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten, sei die 50-Jährige zurück in das Deborah K. Johnson Rehabilitation Center gebracht worden, wo sie seit mehr als 30 Jahren einsitzt, berichtete der Nachrichtensender NPR. „Sie ist den Ersthelfern und ihrem medizinischen Team für die Betreuung unter diesen außergewöhnlichen Umständen dankbar. Sie wird im Gefängnis weiterhin medizinisch versorgt, und wir werden ihren Genesungsverlauf weiterhin verfolgen“, zitierte CBS News die Anwälte.
Zwischen dem gescheiterten Hinrichtungsversuch am 30. September und der Entlassung aus der Klinik lagen laut einem Bericht des britischen The Guardian zehn Tage. Pike wäre die erste Frau seit mehr als 200 Jahren gewesen, die in Tennessee hingerichtet wird; laut Death Penalty Information Center ist sie zudem die erste Person überhaupt, die eine Hinrichtung durch Giftspritze überlebt hat.
Pike war nach der gescheiterten Hinrichtung zunächst für hirntot erklärt worden
Was in der Haftanstalt Riverbend Maximum Security Institution geschah, beschrieben Pikes Anwälte in einem späteren Gerichtsdokument als äußerst schmerzhaft: Nach zwei verabreichten Dosen des Betäubungsmittels Pentobarbital habe Pike geweint, gewimmert und laut geatmet; an einer Stelle habe sie gesagt, ihr Arm fühle sich an, „als würde er gleich aufplatzen“, wie der Sender ABC News aus dem Antrag zitierte. Als sie in der Nashville-Klinik ankam, seien ihre Arme „geschwollen, verbrannt und mit Blasen übersät“ gewesen.
Pike war zunächst für hirntot erklärt worden und stand kurz davor, von den lebenserhaltenden Maschinen genommen zu werden – bis sie laut einem Live-Bericht der New York Times am Dienstag (6. Oktober) überraschend erwachte und zu sprechen begann. Ihre Erholung sei „medizinisch beispiellos“, zitierte CNN ihre Anwälte.
Debatte über Todesstrafe in den USA neu entfacht
Der Fall hat die Debatte über die Todesstrafe in den USA neu entfacht. Gouverneur Bill Lee verschob die einzige für dieses Jahr noch geplante Hinrichtung des verurteilten Mörders Gary Wayne Sutton und ordnete eine unabhängige Untersuchung an. Die Leitung dieser Überprüfung übernahm der frühere US-Bundesanwalt Ed Stanton, der bereits eine frühere Untersuchung der Hinrichtungspraxis des Bundesstaats geleitet hatte, meldete die Lokalzeitung The Tennessean. Der Chef der Strafvollzugsbehörde, Frank Strada, der zuvor bereits drei gescheiterte Hinrichtungen in Arizona verantwortet hatte, reichte in der Folge seinen Rücktritt ein, wie das Death Penalty Information Center dokumentierte.
Pikes Anwälte fordern seither wiederholt, Gouverneur Lee solle ihr Todesurteil in eine lebenslange Haftstrafe ohne Bewährung umwandeln, damit der Staat keinen zweiten Versuch unternehmen kann, sie zu töten – darauf habe Lee bislang nicht reagiert. Rechtsexperten sprechen von unerforschtem rechtlichem Terrain: Unklar sei, ob und mit welcher Methode der Staat erneut versuchen dürfe, die Hinrichtung zu vollstrecken. (Quellen: NPR, CBS News, The Guardian, Death Penalty Information Center, ABC News, New York Times, The Tennessean) (tt)