Christine Sommer & Martin Brambach: „Wir haben uns schon 20 Mal getrennt“
Vor 25 Jahren begann die Liebe von Martin Brambach (58), „Tatort“-Kommissar und einem der meistbeschäftigten Schauspieler Deutschlands, und seiner wunderbaren Kollegin Christine Sommer (56) im Verborgenen. Er frisch getrennt, sie noch verheiratet! Jetzt feiert das Ehepaar seine Beziehung mit einem Buch über die Liebe. BUNTE traf beide im „Engels in der Burg“ in Recklinghausen, einem ihrer Lieblingsrestaurants.
„Tatort“-Star Martin Brambach: „Ich bin ein heilloser Romantiker“
Zu Beginn Ihres Buches heißt es „Liebe ist das einzige Mittel, um glücklich zu werden“. Was soll das bedeuten?
Christine Sommer: Für mich persönlich gilt, dass ich nur lieben kann und Liebe schenken kann, wenn ich Liebe in mir trage und auch für mich selbst Liebe empfinde. Ich möchte mich selbst wertschätzen und mich achten, um die Kraft aufzubringen, für mein Gegenüber da zu sein. Dadurch, dass ich mich selbst mag, bin ich eine bessere Mutter, eine bessere Schwester, eine bessere Freundin und eine bessere Partnerin.
Das klingt nach einem Prozess.
C.S.: Sich selbst zu lieben, fällt gerade Frauen oft sehr schwer. Ich habe Coachings gemacht, mich mit Achtsamkeit, Buddhismus und transzendentaler Meditation befasst. Den Glauben, den ich als kleines Kind empfunden habe, der hat mich mein ganzes Leben geprägt. Diesen Glauben habe ich irgendwann in eine andere Dimension gehievt. Ich glaube daran, dass es superwichtig ist, gut zu sich selbst zu sein, um Kraft zu schöpfen, für die Familie – und ja, auch die Liebe.
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Martin, sind Sie ein Romantiker?
Martin Brambach: Ich bin ein heilloser Romantiker. Ich bin ein passionierter Schreiber von liebevollen Briefen. Um Christines Herz vor 25 Jahren zu gewinnen, habe ich ihr unendlich viel geschrieben – damals noch per SMS, weil sie fest liiert war. Um zu lieben und in dieser Liebe aufzugehen, braucht man auch einen tiefen Glauben an die Liebe. In einer Zeit wie der momentanen mit weltweiten Krisen, in einer Zeit von Spaltung in unserem Land brauchen wir, um unsere Schmerzen und unseren Kummer zu lindern, einen Menschen, an dem wir uns festhalten können, den wir umarmen können. Durch Liebe entsteht auch Hoffnung. Eine Partnerin wie Christine zu haben, mit der ich mich über meine Sorgen austauschen kann, ist ein Geschenk.
Christine Sommer ist „ein echter Fan von den Carpendales und der Tatsache, wie sie ihre Trennung hinbekommen haben“
Sie hatten einen Start mit Komplikationen?
C.S.: Ich war ja verheiratet, hatte zwei Töchter. Es war zuerst eine Liebe im Verborgenen. Ja, das mag seinen Reiz haben, ist aber auch wahnsinnig anstrengend.
M.B.: Ich bin einfach von Berlin nach Recklinghausen gezogen. Für mich war völlig klar: Das ist die Frau, mit der ich zusammen sein möchte. Genau hier, wo wir gerade essen, habe ich mir dann eine Wohnung genommen. Hier sind wir auch zu Beginn unserer Liebe zusammen essen gewesen.
C.S.: Irgendwann bin ich sehr schweren Herzens ausgezogen. Ich habe extrem Federn gelassen in dieser Zeit. Martin hat mir diesen Mut gegeben. Ich bin heute so unendlich dankbar, dass wir als Familie wieder alle ein gutes Verhältnis haben. Weihnachten und die Geburtstage der Kinder verbringen wir immer zusammen. Ich bin ein echter Fan von den Carpendales und der Tatsache, wie sie ihre Trennung hinbekommen haben, völlig ohne Rosenkrieg und Verletzungen!
Christine Sommer: „Wir haben keine langweilige Liebe“
Haben Sie ein Ehe-Rezept? Ein Geheimnis, wie Liebe funktioniert?
M.B.: Wir tragen die Dinge, die uns belasten und stören, aus. Christine trägt ihr Herz auf der Zunge, was ich an ihr sehr liebenswert finde, aber manchmal auch anstrengend. Sie benennt exakt, was sie denkt, was ihr gerade auf dem Herzen liegt. Dadurch streiten wir uns manchmal wie die Kesselflicker selbst um Kleinigkeiten wie eine von mir stehen gelassene, dreckige Pfanne. Für uns ist das eine wichtige Form von Beziehungshygiene. Aber dadurch haben wir uns mindestens schon 20 Mal getrennt – und sind natürlich wieder zusammengekommen.
C.S.: Unsere Liebe ist kein Ponyhof! Wir haben keine langweilige Liebe. Martin ist sehr harmoniebedürftig, ich bin hartnäckig und herausfordernd. Wir streiten ordentlich, aber das ist ja nichts Negatives. Das, was uns maximal verbindet, ist unser Humor! Wir haben in 25 Jahren keinen einzigen schweigsamen Abend miteinander verbracht. Ein Paar, das hier im Restaurant mit seinen Handys vor der Nase ohne Kommunikation sitzt, ist für uns undenkbar. Ich empfinde es als Privileg, dass wir als Paar auch gemeinsame Arbeitsprojekte haben.
M.B.: Ich finde auch nach 25 Jahren Erotik total wichtig! Wenn die Sexualität komplett einschläft, hat man keine Beziehung mehr miteinander, sondern hat den Status einer Freundschaft erreicht. Sexuelle Energie darf nicht einschlafen.
Martin, was lieben Sie an Ihrer Frau?
M.B.: Christine ist eine wahnsinnig aufregende Frau. Sie hat den besten, manchmal auch bösen Humor, und einen enormen Geschäftssinn. Ich liebe es, dass sie eine Haltung hat – zur Politik, zum Leben, zu Menschen. Und sie ist eine fantastische Mutter, die nie den einfachen Weg geht. Und ich habe das wahnsinnige Glück, mit einer der schönsten Frauen zusammen sein zu dürfen. Sie fordert mich und ich muss sie immer wieder erobern.
Und Sie Christine?
C.S.: Martin ist der großzügigste und liebenswerteste Mensch, den ich kenne!
„Liebe! In Briefen und Literatur – eine sehr persönliche Auswahl“ ist eine literarische Anthologie herausgegeben vom Schauspielerehepaar Martin Brambach und Christine Sommer, das am 15 Oktober im Bonifatius Verlag erschienen ist.