ChronoWatch X2040: Smartwatch aus dem 3D-Drucker mit Raspberry-Pi-Platine
Der Entwickler Vishal Soni hat sich mit der ChronoWatch X2040 den Kindheitstraum von einer selbst gebauten Smartwatch erfüllt. Statt auf Benachrichtigungen, Apps und Gesundheitsfunktionen konzentriert sich die Uhr allerdings auf ihre eigentliche Kernaufgabe: die Anzeige der Uhrzeit. Fertiges Displaymodul statt eigener Platine Ganz von Grund auf hat Soni die ChronoWatch X2040 nicht entwickelt. Ursprünglich plante er nach eigenen Angaben zwar eine eigene Platine, entschied sich wegen des damit verbundenen Aufwands schließlich aber für ein fertiges Modul von Waveshare. Das RP2040 Touch LCD 1.28 vereint einen runden Touchscreen und den von Raspberry Pi entwickelten Mikrocontroller RP2040 auf einer Platine. Das 1,28 Zoll große Display löst mit 240 × 240 Pixeln auf und unterstützt kapazitive Berührungseingaben. Außerdem befinden sich auf der Platine ein Beschleunigungssensor und ein Gyroskop. Eine USB-C-Buchse sowie eine integrierte Ladeschaltung für Akkus sind ebenfalls bereits vorhanden. Soni ergänzte das Modul um einen Lithium-Polymer-Akku mit 950 mAh. Das aus drei Teilen bestehende Gehäuse entwarf er selbst mit Tinkercad und stellte es anschließend per 3D-Druck aus ABS-Kunststoff her. Als Armband kommt ein handelsübliches Band für die Apple Watch zum Einsatz. Dieses ersparte ihm die Entwicklung und Fertigung einer eigenen Befestigung. Software mit Touch-Bedienung selbst programmiert Der Schwerpunkt des Projekts lag damit weniger auf der Entwicklung eigener Elektronik als auf dem Gehäuse und der Software. Soni programmierte die Uhr in C mit dem Pico SDK. Zuvor hatte er nach eigener Aussage vor allem mit Arduino gearbeitet, weshalb insbesondere die Umsetzung der Touch-Bedienung eine Herausforderung darstellte. Die ChronoWatch X2040 bietet mehrere Zifferblätter, zwischen denen mit einer Wischbewegung gewechselt werden kann. Uhrzeit und Datum lassen sich direkt über das Display einstellen. Nutzer können außerdem zwischen einer Darstellung im 12- und 24-Stunden-Format wählen. Weitere Funktionen umfassen eine einstellbare Bildschirmhelligkeit, eine Stoppuhr, eine drehbare Bildschirmausrichtung und einen konfigurierbaren Ruhemodus. Eine Smartphone-Verbindung ist nicht vorgesehen. Auch Benachrichtigungen, eine Pulsmessung oder andere typische Smartwatch-Funktionen fehlen. Damit ist die ChronoWatch derzeit eher eine selbst gebaute digitale Armbanduhr mit Touchscreen als eine vollwertige Smartwatch. Genau das ist allerdings beabsichtigt: Soni wollte nach eigener Aussage eine möglichst einfache Uhr ohne ablenkende Mitteilungen und unnötige Tracking-Funktionen entwickeln. Fehlende Echtzeituhr erschwert den Schlafmodus Eine Schwachstelle ist bislang der Energieverbrauch. Das verwendete Modul besitzt keine separate Echtzeituhr, auch RTC genannt. Wird der RP2040 vollständig in den Tiefschlaf versetzt, gehen daher die eingestellte Uhrzeit und das Datum verloren. Soni konnte den Stromverbrauch im Ruhemodus deshalb noch nicht so weit reduzieren wie geplant. Für eine spätere Version erwägt er ein zusätzliches RTC-Modul, das die Uhrzeit auch bei abgeschaltetem Mikrocontroller weiterführt. Darüber hinaus stehen ein Wecker und ein Schrittzähler auf seiner Wunschliste. Auch das derzeit aufgrund des großen Akkus vergleichsweise dicke Gehäuse soll künftig flacher werden.