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Chrupalla dennoch wütend, SPD regiert weiter

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AfD-Wahlparty in Schwerin: Jubel, Frust und Chrupallas Wutausbruch – der machtlose Sieger

Von: Natalie-Margaux Rahimi

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38,2 Prozent, Rekordsieg – und trotzdem keine Macht. Und: Warum Chrupalla auf der Wahlparty in Schwerin die Fassung verliert.

Schwerin – Blaue Luftballons, Jubel, Konfetti – und mittendrin ein Mann, der weiß, dass seine Partei nicht regieren wird. Am Sonntagabend feiert die AfD in der Schweriner Gaststätte „Seeterrassen“ einen historischen Sieg: 38,2 Prozent bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern – ihr bisher bestes Ergebnis in dem Bundesland. Doch draußen unter dem Pavillon, in dem Journalistengespräche stattfinden sollen, ist es dunkel. Kein Licht, kein gutes Bild. „Warum ist hier kein Licht?“, meckert Tino Chrupalla. Dann, zu einem Organisator aus dem Landesverband: „Alles scheiße hier.“ Der Angesprochene schluckt – und beschwert sich leise, gerade leise genug, dass Chrupalla es nicht hören kann.

„Wir haben ganz klar den Regierungsauftrag, wir haben uns ja auch mehr als verdoppelt“, sagt Chrupalla dann am Sonntagabend in der ARD. Auch Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm legt auf der Wahlparty nach: „Wir haben hier den Regierungsauftrag in Mecklenburg-Vorpommern.“ Am Montagmorgen klingt er bei NDR Info bereits nüchterner: „Ich denke, wir könnten regieren. Allerdings sieht es derzeit nicht danach aus, dass es so sein wird.“

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Das Ergebnis ist eindeutig: AfD 38,2 Prozent, SPD 35,5 Prozent. Die Linke schafft mit 6,5 Prozent den Einzug, die Grünen mit 5,7 Prozent. BSW (4,8 %) und FDP (1,0 %) scheitern. Das größte Beben aber trifft die CDU: Mit nur 4,9 Prozent fliegt sie erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik aus einem Landesparlament. Ein politisches Erdbeben.

Am Montagmorgen im ARD-Morgenmagazin lässt Chrupalla dann eine weitere Maske fallen: „Wir hätten der CDU gerne ein Angebot gemacht. Die ist nun mal hinter ihrer Brandmauer verschwunden. Das kommt davon, wenn man sich selbst ausgrenzt und wenn man im Prinzip selbst keine Machtoptionen hat“, schimpft er. Und schiebt nach: Ohne Kurswechsel werde es die CDU als Volkspartei im Osten nicht mehr geben.

Die 38,2 Prozent der AfD reichen rechnerisch nicht für eine Mehrheit. Die AfD triumphiert, sitzt aber in der Opposition. Holm verlor obendrein sein Direktmandat in Schwerin gegen Amtsinhaberin Manuela Schwesig deutlich und zieht gar nicht erst in den Landtag ein. Parteiintern war er laut Spiegel ohnehin schon geschwächt – er sei im Wahlkampf „nicht zeitgemäß aufgetreten“, heißt es aus den eigenen Reihen. Auf der Wahlparty dreht sich denn auch kaum ein Gespräch um Mecklenburg-Vorpommern – fast alle reden über Sachsen-Anhalt und AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund, der dort eine Regierung anstrebt.

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